Peinliche Fotos

21. November 2012 21:18; Akt: 21.11.2012 21:19 Print

Spanischer Minister zeigt Eier – aber wenig Hirn

Das Bild sorgt in Spanien für Spott und Empörung zugleich: Der Tourismusminister von Mallorca grinst nach einer erfolgreichen Jagd in die Kamera – mit den Hoden seiner Beute auf dem Kopf.

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Carlos Delgado nach einem Jagdausflug: Er trägt die Hoden eines erlegten Hirsches auf dem blutverschmierten Kopf. (Screenshot: Ultima Hora)

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Die Jagd-Fotos des balearischen Tourismusministers Carlos Delgado, auf denen er mit Hirschhoden auf dem Kopf posiert, haben einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Auf zwei Bildern, die in der Zeitung «Ultima Hora» veröffentlicht wurden, ist Delgado nach einem Jagdausflug auf dem spanischen Festland zu sehen. Auf einem der Bilder posiert er mit Waffe neben einem erlegten Hirsch; auf dem anderen hat Delgado die Hirschhoden auf seinem blutverschmierten Kopf. Dazu macht er die «Victory»-Geste mit seinen Händen.

Besonders in den sozialen Netzwerken machen sich die Spanier nun über Delgado lustig: «Lieber Herr Minister Delgado. Sie können sich zusätzlich mit unserer Verachtung schmücken. Denn so viel Geschmacklosigkeit muss gewürdigt werden. Shame on you», schreib jemand auf die Facebook-Seite des Politiker der rechstorientierten Volkspartei.

Wenig Verständnis bei der Opposition

Doch wie kam es dazu, dass sich ein Mann in seiner Position so ablichten liess? «Ultima Hora» fragte beim Minister selbst nach. Es handele sich um seine «Privatangelegenheit», antwortete Delgado. Die Fotos seien aus einem Familienalbum aus dem Haus seiner Ex-Frau genommen und der Zeitung zugespielt worden, meinte er. Er sei ein Anhänger der Grosswildjagd, der Niederwildjagd, der Fischerei, des Stierkampfs und anderer Dinge, «die viele von uns Spaniern so sehr mögen».

Die Opposition schüttelt ob den Skandalfotos nur noch den Kopf. Dies sei «ein weiteres Symbol für den Verfall der konservativen Regierung auf den Inseln», meinten seine Kollegen im Balearen-Parlament. Sozialisten-Chefin Francina Armengol bezeichnete den Vorfall als «absolut bedauerlich», Kollege Antonio Alorda von den Linken sprach von einem «beschämenden» Bild.

(kle)