Mädchen ermordet

07. Juni 2018 19:25; Akt: 07.06.2018 19:36 Print

Susanna (14) kannte einen der beiden Täter

Ein 14-jähriges Mädchen wurde in Wiesbaden vergewaltigt und ermordet. Ein Tatverdächtiger wurde mittlerweile wieder freigelassen.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Nach dem gewaltsamen Tod der 14-jährigen Susanna aus Mainz werden zwei Männer verdächtigt, sie vergewaltigt und ermordet zu haben. Nach einem 20-jährigen Iraker wird gefahndet, wie die Ermittler am Donnerstag mitteilten. Er setzte sich vermutlich in den Nordirak ab.

Ein 35-jähriger Türke wurde festgenommen. Am Donnerstag wurde er wieder freigelassen. Der Oberstaatsanwalt Oliver Kuhn sagte gemäss «Focus Online» am Donnerstagabend in Frankfurt, dass nach neuesten Ermittlungserkenntnissen kein dringender Tatverdacht mehr gegen den 35-Jährigen besteht.

Die Leiche der seit mehr als zwei Wochen vermissten Susanna war am Mittwoch in Wiesbaden gefunden worden. Die DNA-Analyse der in einem schwer zugänglichen Gelände bei Wiesbaden-Erbenheim gefundenen Leiche ergab laut Staatsanwaltschaft Wiesbaden «zweifelsfrei», dass es sich um die vermisste Susanna handelt. Sie sei durch «Gewalteinwirkung auf den Hals» getötet worden. Genauere Angaben zur Todesursache machten die Ermittler zunächst nicht. Nach der Obduktion und den bisherigen Ermittlungen müsse von einem Sexual- und Gewaltverbrechen ausgegangen werden, sagte Oberstaatsanwalt Oliver Kuhn.

Hinweis brachte Polizei auf die Spur der Tatverdächtigen

Die beiden Verdächtigen sollen laut den Ermittlungen die 14-Jährige kurz nach ihrem Verschwinden vergewaltigt und getötet haben. Danach sollen sie die Leiche an einer anderen Stelle vergraben haben. Die beiden mutmasslichen Täter lebten zuletzt in Flüchtlingsunterkünften in Wiesbaden.

Auf die Spur des tatverdächtigen Irakers Ali B. kam die Polizei durch den Hinweis eines 13-jährigen Flüchtlings, der sich am Sonntag bei der Polizei meldete. Der flüchtige 20-Jährige selbst soll ihm von der Tat erzählt haben. Die weiteren Ermittlungen führten schliesslich zum 35-jährigen mutmasslichen Mittäter.

Ist der mutmassliche Täter jetzt im Irak?

Der 20-jährige B. soll Anfang Juni mit seiner Familie von Düsseldorf aus erst nach Istanbul in der Türkei und von dort aus weiter nach Erbil im Nordirak geflogen sein. Die Flugtickets seien dabei auf andere Namen ausgestellt gewesen, sagte Wiesbadens Polizeipräsident Stefan Müller. Ein Abgleich mit den Namen auf ihren Aufenthaltsgenehmigungen habe nicht stattgefunden. Sie hätten zudem Ersatzreisedokumente in arabischer Sprache gehabt.

Von dem verdächtigen Iraker fehlte zunächst jede Spur. Das Amtsgericht Wiesbaden erliess einen Haftbefehl gegen ihn. Der 20-Jährige kam den Ermittlern zufolge im Herbst 2015 nach Deutschland. Er wurde bereits im Mai verdächtigt, ein elfjähriges Mädchen in der Flüchtlingsunterkunft vergewaltigt zu haben. Der Verdacht liess sich aber bislang nicht erhärten.

Susanna kannte Bruder des einen Tatverdächtigen

Der 35-jährige mutmassliche Mittäter wurde am Mittwochabend festgenommen. Er sollte noch am Donnerstag einem Haftrichter vorgeführt werden. Mittlerweile ist er wieder auf freiem Fuss. Er war im Frühjahr 2017 nach Deutschland gekommen.

Die 14-jährige Susanna soll den Ermittlern zufolge den jüngeren Bruder des tatverdächtigen Irakers gekannt haben. Die Jugendliche war seit dem 22. Mai vermisst worden. Bereits in der vergangenen Woche wurde nach ihr gesucht, jedoch ohne Erfolg.

Nach Zeugenhinweisen wurde die Suche in Wiesbaden-Erbenheim am Montag wieder aufgenommen. Am Mittwoch wurde dann in dem schwer zugänglichen Gelände ihre Leiche gefunden.

(afp)