Erdbeben Philippinen

28. April 2017 23:05; Akt: 29.04.2017 09:47 Print

«Es war wahnsinnig beängstigend»

Ein Beben der Stärke 7.2 auf der Richterskala hat die Menschen auf den Philippinen im Schlaf überrascht. Berichten zufolge gab es zwei Verletzte.

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Bei einem Erdbeben im Süden der Philippinen sind am Samstagmorgen mindestens zwei Menschen verletzt worden. Das Beben der Stärke 6,8 erschütterte nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS die Insel Mindanao.

Das Zentrum des Bebens lag demnach 53 Kilometer vor der Südküste Mindanaos. Nach Angaben des philippinischen Instituts für Seismologie hatte das Beben sogar eine Stärke von 7,2. Etliche Gebäude in der Region um die Küstenstadt General Santos wurden durch den Erdstoss beschädigt, darunter ein Spital, zwei Behördengebäude und ein Hafen. Das Beben überraschte die Anwohner im Schlaf, viele Menschen rannten in Panik auf die Strasse.

Eine Einwohnerin, Maggie Diaz, sagte: «Es war wahnsinnig beängstigend. Wir wurden aus dem Schlaf geschüttelt und mussten dann ganz schnell aus dem Haus.» Mindestens ein Haus stürzte ein, kurzzeitig fiel auch der Strom aus. Mit grossen Schäden rechnen die Behörden aber nicht, wie der Leiter des seismologischen Instituts, Renato Solidum, im Fernsehsender ABS-CBN sagte.

Tsunamiwarnung aufgehoben

Eine Tsunamiwarnung wurde nach zwei Stunden wieder aufgehoben. Als Vorsichtsmassnahme wurden aber einige Küstenorte geräumt. Bei der Evakuierung der Städte Glan und Malapatan wurden zwei Menschen verletzt, wie ein Vertreter der Zivilschutzbehörde sagte. Ein Mensch sei von einem herunterfallenden Stein getroffen worden, eine schwangere Frau habe sich bei einem Sturz verletzt.

Die Philippinen liegen entlang des Pazifischen Feuerrings («Ring of Fire»), eines Vulkangürtels, der den Pazifischen Ozean von drei Seiten umgibt. Dort ereignen sich etwa 90 Prozent der Erdbeben weltweit. Das letzte schwere Beben mit einer Stärke von 7,1 hatte im Oktober 2013 mehr als 220 Menschen das Leben gekostet. Im Juli 1990 starben auf der Insel Luzon bei einem Beben der Stärke 7,8 mehr als 2400 Menschen.

Viel Prominenz

Am Samstag begann in der Hauptstadt Manila derweil unter strengen Sicherheitsvorkehrungen ein Gipfeltreffen zum 50-jährigen Bestehen der Gemeinschaft Südostasiatischer Staaten (Asean). Der philippinische Präsident Rodrigo Duterte empfing die Staats- und Regierungschefs aus den neun anderen Mitgliedsländern.

Zu ihrem Schutz sind mehr als 40'000 Polizisten und Soldaten im Einsatz. Zu den wichtigsten Themen gehört der Nordkorea-Konflikt sowie der Streit um verschiedene Inseln im Südchinesischen Meer, auf die neben verschiedenen Asean-Staaten auch China Anspruch erhebt.

Anschlag im Vorfeld

Bei der Explosion einer Bombe, etwa sechs Kilometer vom Tagungsort entfernt, waren am Freitag mehrere Menschen verletzt worden. Die Polizei vermutet aber, dass die Tat auf die Auseinandersetzungen zwischen kriminellen Banden zurückgeht. Asean wurde 1967 von zunächst fünf Ländern gegründet. Heute sind es doppelt so viel.

Mit 625 Millionen Einwohnern - mehr als die Hälfte unter 30 – ist die Gemeinschaft heute grösser als die Europäische Union (EU). Neben dem Gastgeberland gehören als Gründungsmitglieder noch Indonesien, Thailand, Malaysia und Singapur dazu. Im Lauf der Jahre wurde Asean um Brunei, Vietnam, Laos, Burma und Kambodscha erweitert. Als elftes Land steht Osttimor auf der Warteliste.

(oli/roy/sda/afp)