Alabama, USA

14. September 2016 14:09; Akt: 15.09.2016 06:45 Print

Teenager erschiesst Eltern wegen Streit nach Party

Der 17-jährige Jesse veranstaltete in Abwesenheit seiner Eltern eine wilde Party. Deswegen hing der Familiensegen schief – und bald geriet alles gänzlich ausser Kontrolle.

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Als Mike und April Holton aus Eclectric, Alabama, am Sonntag nach einem Wochenendtrip zu Hause eintrafen, fanden sie ein Chaos vor: Der Älteste ihrer drei Kinder, der 17-jährige Jesse, hatte unerlaubt eine Party veranstaltet, an der offenbar auch Drogen im Spiel waren.

Vater Mike, ehemaliger Bürgermeister der kleinen Gemeinde, wurde deswegen so böse, dass er die Polizei rief – Streit wegen Drogen hatte es offenbar schon zuvor gegeben, die familiäre Situation schien angespannt. Als ein Beamter eintraf, hatte der Vater seinem Sohn sogar Handschellen angelegt und wollte am nächsten Morgen Anzeige wegen Drogenkonsums und Sachbeschädigung gegen sein Kind erstatten. Es war klar, dass die Eltern versuchten, ihren Sohn zu disziplinieren, und er seit Längerem Probleme machte», sagte Sheriff Bill Franklin gegenüber US-Medien.

Unglaubwürdige Version des Teenagers

Jesse gab gegenüber dem Beamten zu, dass er seit Längerem kiffe. Zudem nehme er vom Arzt verschriebene Medikamente gegen ADHS. Dem Deputy gelang es, die Lage etwas zu entschärfen – zumindest dachte er das. Alles sei ruhig gewesen, als er das Haus der Holtons verlassen habe, so der Beamte später.

Keine halbe Stunde später ging erneut ein Anruf bei der Polizei ein: Der 17-Jährige hatte die Nachbarn aufgesucht und erklärt, dass sich seine Eltern streiten würden. Diese verständigten daraufhin die Polizei. Als die Beamten eintrafen, fanden sie die Leiche des Vaters im Eltern-Schlafzimmer vor, Mutter April lag schwer verletzt daneben. Sie erlag ihren Verletzungen im Spital. Der Sohn erklärte den Beamten auffallend ruhig, dass sein Vater im Streit die Mutter erschossen und sich dann selbst gerichtet habe.

«Man würde meinen, dass er sich die Augen ausweint»

Die Polizei nahm dem Teenager diese Version von Anfang an nicht ab. Sie verhaftete den 17-Jährigen. «Er zeigte keine Regung. Man würde meinen, dass er sich angesichts des Todes seiner beiden Eltern die Augen ausweinen würde, doch davon war er weit entfernt», so Sheriff Franklin. Die Gerichtsmedizin bestätigte den Verdacht der Polizei: Es war ausgeschlossen, dass Vater Mike sich selbst in den Kopf geschossen hatte.

Jesse, der angegeben hatte, dass sich keine andere Person im Elternhaus aufgehalten habe, blieb einziger Tatverdächtiger. «Die einzige dritte Person in dem Haus war der 17-Jährige», sagte Sheriff Franklin. Weitere Ermittlungen brachten ans Licht, dass Jesse seit längerem mit Wutanfällen kämpfte. Den Ermittlern sagte Jesse zudem, dass er schnell gereizt» werde, wenn er kein Marihuana oder das ADHS-Medikament einnehmen könne.

Prozess nach Erwachsenenstrafrecht

Gegen den 17-Jährigen wurde jetzt Anklage wegen Mordes an seinem Vater erhoben. Auch für den Mord an der Mutter soll er sich verantworten. Der Richter entschied, dass dem Minderjährigen wegen der Schwere der Tat der Prozess nach Erwachsenenstrafrecht gemacht werden soll. Dem Richter stellte Jesse bei der Anhörung nur eine Frage: «Kann ich noch weiter zur Schule gehen?» Der Richter machte ihm wenig Hoffnung. Jesse Holton droht bei einem Schuldspruch lebenslange Haft.

Jesses Brüder, 10- und ein 14-jährig, kamen bei Verwandten unter.

(gux)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Party am 14.09.2016 14:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    USA ist halt nicht Schweiz

    Jesse, komm in die Schweiz! Schwieriges Elterhaus, schwere Jugend, Drogenkonsum, ADHS-Einnahme, jugendlicher Übermut, zählst unter die Jugendlichen - da kann dir ausser 20 Sozialstunden ja eh nichts passieren

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  • mikee am 14.09.2016 15:05 Report Diesen Beitrag melden

    Kenne ich

    Wenn er Ritalin eingenommen hat können die Wutausbrüche dadurch entstanden sein. Musste dies auch mal unter Aufsicht einnehmen und hatte manchmal auch extreme Wutausbrüche ( Schule & Zuhause) obwohl ich es im Nachhinein stark bereute. Auch hatte ich manchmal das Bedürfnis gewalt explizit auszuüben, was ich auch meinem "Aufseher" erzählte. Seine Aussage: Ach das kommt weil sie nicht mehr trainieren.... Naja, nehme es seit Jahren nicht mehr und geht mir VIEL besser. Jetzt noch bei Jesse das Kiffen dazu rechnen und dann hat man das Ergebnis....

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  • Gdeubi am 15.09.2016 07:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schlimm

    Traurig das zeigt wie schlimm es schon ist, glaubt mir in 10 Jahren sind wir hier genauso weit....wenn ich dass schon nur lese ADHS sprich Rithalin und Mahriuana....ohne hat er seine Wut nicht unter Kontrolle, fragt sich nur wer oder was gewichtet stärker und obliegt nebst der unbegrenzten Möglichkeit sich mal schnell zu bewaffnen obebauf!.....Wir verlieren zunehmend die Kontrolle über unsere Lebensweisen hauptsache Diagnose und Ursachen können wir dritten zuweisen, wird Zeit den Kindern endlich wieder normale Zuwendung zu schenken jeden Tag nur noch Gewalt und Zerstörung und dass schon bei den Jungen...Täter war erst 15..16...17....ect zu lesen, arme Zukunft!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Gdeubi am 15.09.2016 07:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schlimm

    Traurig das zeigt wie schlimm es schon ist, glaubt mir in 10 Jahren sind wir hier genauso weit....wenn ich dass schon nur lese ADHS sprich Rithalin und Mahriuana....ohne hat er seine Wut nicht unter Kontrolle, fragt sich nur wer oder was gewichtet stärker und obliegt nebst der unbegrenzten Möglichkeit sich mal schnell zu bewaffnen obebauf!.....Wir verlieren zunehmend die Kontrolle über unsere Lebensweisen hauptsache Diagnose und Ursachen können wir dritten zuweisen, wird Zeit den Kindern endlich wieder normale Zuwendung zu schenken jeden Tag nur noch Gewalt und Zerstörung und dass schon bei den Jungen...Täter war erst 15..16...17....ect zu lesen, arme Zukunft!

  • Cavi33 am 14.09.2016 18:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Drogen

    Es ist traurig, er wird nun den Rest seines Lebens im Knast verbringen.

  • Leïla am 14.09.2016 16:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    An alle Eltern :

    Eure Kuschelpädagogik. Dies sind die Resultate.

    • Bill the Blue Whale am 14.09.2016 17:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Leïla

      Kuschelpädagogik ist sicher der falsche Ansatz, um Kindern die Entwicklung zu kompetenten Erwachsenen zu ermöglichen, aber hier derart zu verallgemeinern ist definitiv auch nicht korrekt! Wenn wir daraus eine Lehre ziehen wollen, dann betrifft sie wohl viel eher die Verwahrung von Waffen und Munition im Privathaushalt.

    • AenduF am 14.09.2016 19:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Leïla

      Ähm, wessen Kuschelpädagogik meinen Sie genau? Der Fall ereignete sich in Amerika...?! Das Problem ist wohl eher in der freien Verfügbarkeit von Schusswaffen in Amerika zu tun. War nicht gerade noch ein Bericht eines Dreijährigen der sich beim "spielen" mit Papa's Waffe erschossen hat?! Was das mit Kuschelpädagogik zu tun hat ersschliesst sich mir ehrlich gesagt nicht...

    • Daniel Wirz am 14.09.2016 22:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Leïla

      Offenbar war das Durchgreifen des Vaters mit Handschellen, Polizei und Anzeige gerade nicht der richtige Ansatz. Käme mir nie in den Sinn sowas. Aber klar: "Kuschelpädagogik" und "Kuscheljustiz" sind Schuld, dass die Kinder keine Angst mehr haben vor den Konsequenzen. Dabei gibts in den USA die Todesstrafe. Wie abstrus ist das denn?

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  • Chris Sanchez am 14.09.2016 15:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Keine Kinder mehr kriegen

    und dann gibt es noch Leute die freiwillig Kinder kriegen wollen. Selberschuld, in diese Welt setzt man keine Kinder mehr.

  • Minnie Mouse am 14.09.2016 15:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verantwortungslose Eltern

    Drei minderjãhrige Kinder und die Eltern gehen auf einen Wochenendtrip? Noch dazu obwohl sie wissen, dass der Älteste kifft? Seltsame Familie! Übrigens heißt der Hilfssheriff Deputy, nicht Debuty!

    • Coles am 14.09.2016 16:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Minnie Mouse

      Wie bitte? Warum sollten sie kein Wochenende Tripp machen? Schliesslich kann man die Kinder nich 24 Stunden, 365 Tage im Jahr kontrollieren.

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