Aufruhr in Kolumbien

19. Mai 2013 12:23; Akt: 19.05.2013 12:23 Print

Teenies erfinden riskantes Spiel: Sex-Roulette

Unter kolumbianischen Jugendlichen macht derzeit eine neue Freizeitbeschäftigung die Runde: Sex-Roulette. Die einzige Regel: Wer ejakuliert, hat verloren. Doch eigentlich gibt es nur Verlierer.

storybild

Ein neuer Trend unter kolumbianischen Jugendlichen: Das «Sex-Roulette».

Zum Thema
Fehler gesehen?

Ein Spiel unter Jugendlichen im kolumbianischen Medellín und in anderen Grossstädten macht den Gesundheitsbehörden grosse Sorgen. Die jungen Leute, meist aus wohlhabenden Familien, versammeln sich in einem Haus, trinken – oft hochgradigen – Alkohol und tanzen. Sobald die Stimmung aufgelockert ist, kann das Spiel beginnen. Die Frauen bilden einen Kreis - und lassen sich von den Männern penetrieren. Ohne Kondom versteht sich.

Für die männlichen Spieler gilt dabei: Sie dürfen nur für eine ganz kurze Zeit im Körper der Frauen verweilen, denn die einzige Regel, die das so genannte «Sex-Roulette» hat, besteht darin, dass die Männer nicht ejakulieren dürfen. Mit anderen Worten: Wer kommt, muss die Runde verlassen und hat das Spiel verloren.

Opfer und Eltern verstehen nicht, wie es so weit kommen konnte

Der neue Trend hatte in den letzten Monaten unbeabsichtigte Konsequenzen. «Ich wusste nicht, dass ich auf dieser Weise schwanger werden kann. Die Jungs waren alle nur kurz in mir drin», sagte ein 14-jähriges Mädchen seinen Eltern, als es schon zu spät war. Die Eltern verstehen ebenso wenig, wie das passieren konnte: «Wir meinten, wir hätten sie richtig erzogen», sagten sie der Zeitung «ADN».

Die Gesundheitsbehörde sieht nun die Notwendigkeit einer Infokampagne. Die Schwangerschaften bei Mädchen zwischen 10 und 19 Jahren sind im Jahr 2012 rasant gestiegen. Viele der werdenden Mütter gaben später an, keinen Partner zu haben, erinnern sich aber, irgendwann am «Sex-Roulette» teilgenommen zu haben. Einige sagten, sie hätten sich anfänglich geweigert mitzumachen, aber der Druck in der Gruppe sei einfach zu gross gewesen.

Das Spiel kann schreckliche Folgen haben

Nicht nur die ungewollten Schwangerschaften machen Eltern und Behörden Sorgen. Mit dem Spiel habe sich auch das Gefühl verbreitet, man könne sich nicht mit Geschlechtskrankheiten anstecken. «Das ist eine sehr gefährliche Entwicklung», sagt der Sozialarbeiter José Ferney Torres. Den jungen Leuten sei nicht bewusst, welchen Gefahren sie sich damit aussetzten. Hinzu kommt, dass 82 Prozent der Mädchen einen Schwangerschaftsabbruch in illegalen Zentren durchführen lassen.

Für die Sozialarbeiterin Lina Marcela Orozco ist der neue Trend zwar erschreckend, aber nicht überraschend: «Diesen Teenies wird über die Medien und die sozialen Netzwerke ständig eingetrichtert, dass sie ihr Leben in vollen Zügen auskosten sollen. Dazu gehört eine Sexualität ohne Tabus.» Das Spiel könne nur gestoppt werden, wenn die Mädchen ihr Selbstwertgefühl wiedergewännen.

(kle)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleissig - durchschnittlich gehen Tag für Tag 4000 Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Gibt es eine Möglichkeit, dass mein Beitrag schneller veröffentlicht wird?»

Wer sich auf 20 Minuten Online einen Account zulegt und als eingeloggter User einen Beitrag schreibt oder auf einen Kommentar antwortet, der wird vorrangig behandelt. Hat ein eingeloggter User bereits viele Kommentare verfasst, die freigegeben wurden, so werden seine neuen Beiträge mit oberster Priorität behandelt.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in Dialekt verfasst. Damit alle deutschsprachigen Leser den Kommentar verstehen, ist Hochdeutsch bei uns Pflicht. Sofort gelöscht werden Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken. (oku)

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

20 Minuten ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@20minuten.ch
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Deshalb können Storys, die älter sind als 2 Tage, nicht mehr kommentiert werden. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Joel am 21.05.2013 11:07 Report Diesen Beitrag melden

    Liebe Medien...

    Dank diesem Artikel kommen unsere Teenies wieder einmal mehr auf eine "super" Idee... Man muss es ja schliesslich ausprobieren nicht?!

  • Weiis Dii am 21.05.2013 11:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    gibts überall

    tut doch ned so als würde es das in der schweiz nicht geben...

  • Nico Odermatt am 20.05.2013 23:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    kondom

    würden die lieben jus mal so ein kondom benützen wäre es ja kein problem mehr.man sieht ja bei wem der gummi als erstes voll ist.!!!!^^

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Lars am 21.05.2013 12:06 Report Diesen Beitrag melden

    Kondom

    Zwingend bei diesem Spiel wäre einfach, dass man ein Kondom benutzt, dann ist die Gefahr vom Schwanger werden und Geschlechtskrankheit erhalten nicht mehr da. Aber finde es schon etwas gar primtiv, vorallem da viele davon minderjährig sind

  • Weiis Dii am 21.05.2013 11:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    gibts überall

    tut doch ned so als würde es das in der schweiz nicht geben...

  • Joel am 21.05.2013 11:07 Report Diesen Beitrag melden

    Liebe Medien...

    Dank diesem Artikel kommen unsere Teenies wieder einmal mehr auf eine "super" Idee... Man muss es ja schliesslich ausprobieren nicht?!

  • Meinrad H. am 21.05.2013 09:30 Report Diesen Beitrag melden

    Drogenproblem

    Kolumbien würde schlauer das Drogenproblem+die Armut in den Griff bekommen.Habe auf einer Reise in Kolumbien viel gesehen +erfahren.Schade um das schöne Land.

  • Stefan am 21.05.2013 09:25 Report Diesen Beitrag melden

    Gummis

    Man müsste den Jugendlichen klar machen, dass insb. bei Gruppensex Kondome umso wichtiger sind. Wichtig wäre v.a. den jungen Männern begreiflich zu machen, dass sie ebenso ein Interesse an Verhütung und Gesundheitsschutz haben wie die Mädchen.