Gerührter US-Richter

20. November 2012 21:58; Akt: 20.11.2012 21:58 Print

Todesfahrer mit zehn Jahren Kirche bestraft

Der 17-jährige Tyler Alred hat einen Unfall verursacht, bei dem sein Kumpel starb. Nun wurde der Teenie wegen fahrlässiger Tötung verurteilt. Die Strafe: Er muss einmal in der Woche in die Kirche gehen.

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Tyler Alred bekannte sich vor Gericht schuldig. Die Strafe: Zehn Jahre Kirchenbesuche. (Bild: Muskogee Phoenix Police)

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Das Urteil war von Anfang an klar: Tyler Alred ist schuldig. Der 17-Jährige aus Oklahoma hatte im vergangenen Jahr einen Unfall mit seinem Auto verursacht, der seinen Beifahrer und Freund John Luke Dum das Leben kostete. Bluttests stellten im Nachhinein fest, dass der Teenie grosse Mengen Alkohol konsumiert hatte, bevor er sich hinters Steuer setzte. Im August musste sich Alred vor Gericht verantworten - und bekannte sich schuldig.

Richter Mike Norman zeigte sich jedoch verständnisvoll: Statt zu einer langen Haftstrafe verurteilte er Alred zu wöchentlichen Kirchenbesuchen für die nächsten zehn Jahre. Die Strafe ist mit Auflagen verbunden: Der Jugendliche muss seinen Schulabschluss machen, sich regelmässig Drogentests unterziehen und eine Fussfessel tragen, mit der sein Alkoholkonsum elektronisch kontrolliert wird.

Mehr Menschen zu Jesus gebracht, als ein Priester

Alreds Strafe ist milde. Der Richter habe sich so entscheiden, als er las, dass Alred nach dem Unfall bei der Familie des verstorbenen Kollegs um Verzeihung gebeten hatte. «Als ich sah, wie er Dums Vater umarmte, wusste ich, dass ich zu Kirchenbesuchen verurteilen würde», erklärte er dem Nachrichtensender «ABC News».

Richter Norman ist überzeugt, damit mit seiner spirituellen Strafe das Beste getan zu haben. «Ich habe zu meinem Priester gesagt, ich hätte mehr Menschen zu Jesus gebracht, als er.» Und doch ist ihm bewusst, dass viele der Verurteilten «an Gedächtnisschwund» leiden: «Wenn die Strafe mal vorbei ist, vergessen sie das schnell.»

(kle)