17 Menschen getötet

13. März 2018 21:06; Akt: 14.03.2018 02:45 Print

Todesschütze von Florida droht Hinrichtung

Die Staatsanwaltschaft im US-Bundesstaat Florida strebt die Todesstrafe für den 19-jährigen Schützen an, der im Februar an einer Schule 17 Menschen getötet hatte.

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Die Staatsanwaltschaft strebt für Nikolas Cruz die Höchststrafe an. Tag zur «Orientierung»: Mehrere Schülerinnern kehren mit Blumen an die High School in Parkland zurück. (25. Februar 2018) Ein Hilfspolizist war während dem Amoklauf von Parkland bewaffnet, versuchte jedoch nicht, den Todesschützen aufzuhalten. Er wurde vom Dienst suspendiert. Überall um die Marjory Stoneman Douglas High School hängen Plakate. (23. Februar 2018) Im ganzen Land gehen Schüler gegen Waffengewalt auf die Strasse. Hier im Bild in Parkland, wo das Massaker stattfand. (21. Februar 2018) Rund um die Highschool haben trauernde Menschen Blumen und Briefe angebracht. (21. Februar 2018) An einem Zaun vor der Schule in Parkland hängen Herzen mit den Namen der Opfer. (21. Februar 2018) US-Präsident Trump leitet ein Verbot von Dauerfeuer-Vorrichtungen bei Schusswaffen ein. PARKLAND, FL - FEBRUARY 23: A sign is seen on the fence around Marjory Stoneman Douglas High School in front of the freshman dorm where a mass shooting took place on campus on February 23, 2018 in Parkland, Florida. Police arrested 19-year-old former student Nikolas Cruz for killing 17 people at the high school. Joe Raedle/Getty Images/AFP == FOR NEWSPAPERS, INTERNET, TELCOS & TELEVISION USE ONLY == Police watch the entrance of a parking lot at Marjory Stoneman Douglas High School on Friday, Feb. 23, 2018 in Parkland, Fla. Teachers and administrators returned for the first time since the Valentine's Day shooting that killed several people. (Mike Stocker/South Florida Sun-Sentinel via AP) Emotionale Rede: Die Schülerin Emma Gonzalez machte bei einer Anti-Waffen-Demonstration in Fort Lauderdale ihrer Wut über den Einfluss der US-Waffenlobby NRA auf die Politik und kritisierte Donald Trump direkt. (17. Februar 2018) Hunderte Schüler, Lehrer und Vertreter mehrerer Gemeinden sind an der Kundgebung auf die Strasse gegangen, um für schärfere Waffengesetze zu demonstrieren. Trauer in Parkland: Schüler versammeln sich zu einem Gedenkanlass. (15. Februar 2018) Nach der Tat ging der Schütze in ein Fastfood-Restaurant: Zwei Betroffene trauern an einem Kreuz. (15. Februar 2018) Die Flaggen im ganzen Land standen am Donnerstag auf Halbmast. Trump lässt sich im Weissen Haus über den Stand der Ermittlungen unterrichten. Der 19-jährige mutmassliche Schütze Nikolas C. wird in Fort Lauderdale, Florida der Richterin vorgeführt. (15. Februar 2018) Der Angeklagte mit Anwältin Melisa McNeille (rechts) treten vor den Richter. Der Anführer der Nationalisten-Organisation «Republic of Florida» sagt, der 19-jährige Schütze sei Mitglied in seiner Gruppierung. Auf Instagram trägt der Täter eine Trump-Mütze mit der Aufschrift «Make America Great Again». Der Schütze soll laut Aussagen eines Schülers viel über Waffen gesprochen haben. Spezialeinheiten der Polizei patrouillieren vor dem Haupteingang der Schule. (14. Februar 2018) Die 17-jährige Schülerin Alexa Miednik erzählt von ihrer unheimlichen Begegnung mit dem Schützen auf dem Flur des Schulhauses. «Alle haben es vorausgesagt»: Laut diesem Schüler seien Scherze gemacht worden, dass der mutmassliche Täter eines Tages an der Schule ein Blutbad anrichten würde. Soll sich vor seine Gruppe von Schülern gestellt haben und dabei von Schüssen getroffen worden sein: Der Football-Coach Aaron Feis. Erschütternde Szenen vor der Schule: Eltern warten auf Neuigkeiten von ihren Kindern. Der Täter lässt sich von der Polizei widerstandslos festnehmen. Rick Scott, der Gouverneur von Florida, spricht mit den Medienvertretern. Die Schüler müssen beim Verlassen der Schule ihre Hände zeigen. (14. Februar 2018) Ein 19-jähriger ehemaliger Schüler hat um sich geschossen: Spezialeinheiten vor der Schule. Schüler der Stoneman Douglas High School werden von Sicherheitskräften evakuiert. (14. Februar 2018) Schüler und Lehrer verlassen die Stoneman High School in Florida. (14. Februar 2018) Über 3000 Schüler befanden sich zum Zeitpunkt der Schiesserei in der Marjory Stoneman Douglas High School in Parkland. Eltern und Schüler spenden sich gegenseitig Trost. Ein Polizist informiert unter einer Autobahnbrücke. Unter den Todesopfern hat es Schüler und Erwachsene: Sanitäter helfen einer verletzten Frau. Der mutmassliche Täter galt als Risiko: Ein Schüler steht mit seinem Telefon neben einem Polizisten. Drei der zahlreichen Verletzten befinden sich in einem kritischen Zustand. Die Ärzte informieren vor dem Spital die Medien. Die Schüler müssen ihre Hände zeigen. Nach ersten Informationen wurden mindestens 20 Personen verwundet. Ein Opfer wird wegtransportiert. Verzweifelte Angehörige stehen in der Nähe der Schule. Familienangehörige stehen voller Angst vor einem Feuerwehrwagen. Hier wird der mutmassliche Todesschütze von der Polizei abgeführt.

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Dem 19-jährigen Angreifer an einer Schule in Florida droht die Hinrichtung. Die Staatsanwaltschaft teilte in einem am Dienstag bei Gericht eingereichten Dokument mit, dass sie die Höchststrafe für Nikolas Cruz anstrebt. Er hatte am Valentinstag an seiner früheren High School mit einem Schnellfeuergewehr 17 Menschen erschossen und 17 weitere verletzt.

Der Staatsanwalt des Verwaltungsbezirks Broward, Michael Satz, will demnach nachweisen, dass es sich bei dem Anschlag um eine «besonders abscheuliche, grauenhafte und grausame» Tat handelte, um die Todesstrafe zu rechtfertigen. Cruz hat das Blutbad gestanden und will nach Angaben seiner Anwälte auch formell vor Gericht auf schuldig plädieren.

Danach wäre zumindest theoretisch noch denkbar, dass Verteidigung und Anklage über einen Erlass der Todesstrafe für Cruz verhandeln. Auch dürfte in dem Verfahren eine zentrale Rolle spielen, ob der 19-Jährige zur Tatzeit zurechnungsfähig war oder nicht.

Prozessbeginn noch nicht festgesetzt

Fragen nach dem mentalen Zustand des Angreifers waren bereits kurz nach dem Massaker an der Marjory Stoneman Douglas High School in Parkland aufgekommen. Cruz war polizeibekannt, da sich seine Mutter wegen gewalttätiger Wutanfälle ihres Sohnes wiederholt bei der Polizei gemeldet hatte. Im Januar wurde die Bundespolizei FBI zudem in einem Anruf gewarnt, dass sich Cruz seltsam verhalte und womöglich einen Anschlag plane.

Cruz wurde kurz nach dem Massaker von der Polizei gefasst. In der vergangenen Woche klagte ihn ein Geschworenengericht wegen 17-fachen Mordes und 17-fachen Mordversuchs an. Ein Termin für den Prozessbeginn wurde noch nicht festgesetzt.

Überlebende des Massakers haben eine Kampagne zur Einschränkung des laxen US-Waffenrechts gestartet. Für Mittwoch planen Schüler im ganzen Land, den Unterricht zu verlassen, um unter anderem für ein Verbot des Verkaufs von halbautomatischen Gewehren zu demonstrieren, wie es Cruz und auch andere Angreifer bei grossen Blutbädern benutzt hatten. Für den 24. März ist eine Grossdemonstration für Einschränkungen im Waffenrecht in Washington geplant.

Trump will keine Gesetzesverschärfungen

In Florida haben die Proteste bereits Wirkung gezeigt. Dort setzte Gouverneur Rick Scott am Freitag ein neues Waffengesetz in Kraft, das unter anderem das Mindestalter für Waffenkäufe in dem Bundesstaat von 18 auf 21 Jahre heraufsetzt.

In Washington haben die Proteste bislang hingegen keine konkreten Ergebnisse hervorgebracht. Präsident Donald Trump sprach sich zwar zeitweise für deutliche Gesetzesverschärfungen wie vor allem eine Heraufsetzung des Mindestalters für den Waffenkauf aus, rückte davon aber inzwischen wieder ab.

Seine Regierung legt in einem kürzlich vorgelegten Plan den Schwerpunkt stattdessen auf die Ausbildung von Lehrern und anderen Schulangestellten an der Waffe – ein Vorhaben, das von der mächtigen Waffenlobby NRA unterstützt wird.

(fur/afp)