Einflussreicher Denker

27. Dezember 2008 20:20; Akt: 27.12.2008 20:26 Print

Vater des «Kampfs der Kulturen» gestorben

Der amerikanische Politologe Samuel P. Huntington, Autor der ebenso anerkannten wie kritisierten Analyse «Kampf der Kulturen», ist tot. Er wurde 81 Jahre alt.

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Die Harvard Universität, an der Huntington fünf Jahrzehnte gelehrt hatte, teilte am Samstag auf ihrer Internetseite mit, dass der Politikwissenschaftler bereits am 24. Dezember auf der Insel Martha's Vineyard unweit von Boston gestorben war.

Der Vater zweier erwachsener Söhne hatte demnach als Autor, Co- Autor oder Herausgeber 17 Bücher und 90 wissenschaftliche Artikel veröffentlicht, unter anderem über US-Politik, Militärstrategie und Entwicklungspolitik.

Weltweit bekannt machte ihn sein 1996 veröffentlichtes Werk «Kampf der Kulturen», das im englischen Original den Titel «The Clash of Civilizations» trägt. Es wurde in 39 Sprachen übersetzt.

Huntington vertritt darin die These, dass nach dem Ende des Kalten Krieges gewaltsame Konflikte nicht mehr aus den Gegensätzen zwischen Nationalstaaten, sondern aus den gegensätzlichen Kulturen und Religionen der grossen Zivilisationen entstünden.

Huntington wurde den Angaben zufolge am 18. April 1927 in New York als Sohn eines Publizisten und einer Schriftstellerin geboren. Bereits mit 18 Jahren hatte er einen Abschluss der renommierten Yale-Universität in der Tasche, 1949 begann er, in Harvard zu lehren.

(sda)