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In Luzerner Confiserie
20. März 2012 17:18; Akt: 21.03.2012 23:24 Print
Verwirrter wirft mit Schweine-Köpfen um sich
Splatter-Szenen in Luzern: Ein verwirrter Mann schleudert in einer Confiserie plötzlich Schweineköpfe herum. Er besudelt die Konfekte, bedroht die Angestellten – und hinterlässt eine blutige Sauerei.
In der Confiserie Bachmann am Bahnhof Luzern haben sich am Dienstag Mittag bizarre Szenen abgespielt, die einem schlechten Horror-Film entstammen könnten: Ein geistig verwirrter Mann mittleren Alters habe laut Augenzeugen das Geschäft betreten, in den Händen Plastiksäcke voller Blut. Plötzlich habe er aus diesen Schweineköpfe hervorgeholt und diese wild herumgeworfen. Ein Kopf landete auf den Pralinés, ein weiterer auf einigen Kuchen. Überall war Blut. Dabei habe der Mann mit hasserfülltem Blick Morddrohungen von sich gegeben.
Schweinekopf-Werfer ist mit Otto Ineichen verwandt«Er hatte es immer schwer im Leben», sagt FDP-Nationalrat Otto Ineichen über seinen Verwandten, der mutmasslich mit Schweineköpfen um sich geworfen hat. Er kann nicht verstehen, dass Filialen der Confiserie Bachmann Opfer der Attacken wurden (20 Minuten berichtete). «Es ist mir unverständlich, weil die Bachmanns sozial schwachen Menschen helfen», so Ineichen. Der 41-jährige Mann, der auf Grund von Fotos von Zeugen identifiziert werden konnte, wurde am Dienstagabend in Kriens festgenommen. Das Motiv der Taten und woher die Schweineköpfe stammten, ist bisher unklar. Klar ist aber, dass der gelernte Metzger vor zwei Jahren für kurze Zeit bei der Confiserie Bachmann beschäftigt war. In die Firma kam er über die Stiftung Brändi, die Menschen unter anderem einfache Arbeitseinsätze ermöglicht. Matthias Bachmann, Mitglied der Geschäftsleitung, ist über die Verhaftung des Mannes überrascht: «Ich frage mich immer wieder, warum er das getan hat.» Als Motiv für die Tat vermutet Otto Ineichen eine erfolglose Bewerbung seines Verwandten. Dies wird von Bachmann verneint: «Nach seinem Einsatz für die Stiftung hat er sich nie um eine Stelle beworben.»
«Die Leute sind wie angewurzelt stehen geblieben», berichtet eine Augenzeugin gegenüber 20 Minuten Online. «Erst als er mit einem dritten Schweinekopf direkt auf mich los ist, sind alle weggerannt und haben wie wild herumgeschrien». Die Angestellten hätten versucht, ihn mit einem Besen zu vertreiben. Kurz bevor die Polizei eingetroffen sei, sei der Mann aber plötzlich weg gewesen.
Schaden im vierstelligen Bereich
Matthias Bachmann, Mitglied der Geschäftsleitung der Confiserie Bachmann, ist schockiert: «Der Mann hat in zwei weiteren Filialen Schweineköpfe geworfen. Der Schaden beläuft sich auf einen Betrag im vierstelligen Bereich.»
Verletzt wurde laut Augenzeugen niemand. Unklar ist bis anhin, woher die Schweineköpfe stammen und wem die Morddrohungen galten. Anscheinend sei dieser Mann zum dritten Mal an diesem Tag im Bachmann gesichtet worden. Ob er bereits die ersten beiden Male die Schweineköpfe mit sich herumtrug, ist unklar. Die Polizei hat bis jetzt keine genaueren Informationen. Die Confiserie Bachmann hat gemäss der Geschäftsleitung Anzeige eingereicht. Die Ermittlungen seien im Gange.
(dwi)

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