Höchste Alarmstufe

23. September 2017 18:52; Akt: 23.09.2017 22:14 Print

Vulkan auf Bali steht unmittelbar vor Ausbruch

Mehr als 14'000 Menschen wurden auf der Ferieninsel Bali evakuiert. Seit Tagen brodelt es im Innern des Mount Agung heftig.

14'000 Menschen auf der Flucht: Der Vulkan kann jederzeit ausbrechen. (Video: Tamedia/AP)
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Aus Furcht vor einem gewaltigen Vulkanausbruch haben sich auf der indonesischen Insel Bali mehr als 14'000 Menschen in Sicherheit gebracht. Befürchtet wird, dass der 3030 Meter hohe Mount Agung nach tagelangem heftigen Brodeln im Inneren nun jederzeit ausbrechen kann.

Es wäre das erste Mal seit mehr als einem halben Jahrhundert. Damals kamen mehr als tausend Menschen ums Leben. Rund um den Berg gilt seit Freitagabend Warnstufe vier, die höchste aller Warnstufen.

Der Mount Agung (in der Landessprache: Gunung Agung) ist der höchste Berg auf Bali. Rund um den Vulkan gilt nun im Umkreis von bis zu 12 Kilometern eine Sperrzone, deren Betreten verboten ist. Der Vulkanforscher Gede Suantika, der für Indonesiens Regierung arbeitet, sagte: «Die Lage ist beunruhigend. Es gibt die Sorge, dass es zu einer plötzlichen Eruption kommt.»

In der Nähe des Vulkans leben insgesamt etwa 80'000 Menschen, viele unter ärmlichen Bedingungen. Mehr als 14'000 von ihnen mussten ihre Unterkünfte verlassen.

Mit Lastwagen der Regierung wurden sie in Not-Quartiere gebracht, die in Schulen, Sporthallen und auch auf dem offenen Feld eingerichtet wurden. Dort wurden sie mit Lebensmitteln und Wasser versorgt. Nach Angaben der Katastrophenschutzbehörde sind mehr als 10'000 Helfer im Einsatz.

Keine Gefahr für Touristen

Der nahezu kegelförmige Vulkan liegt im Nordwesten der Insel; recht weit entfernt von den bekannten Ferienzentren um die Städte Kuta und Ubud. Trotzdem sind an dem Vulkan immer wieder auch ausländische Besuchergruppen unterwegs. Nach Bali kommen mehr als fünf Millionen Touristen pro Jahr.

Ein Sprecher der Einsatzkräfte betonte jedoch, dass für Touristen aktuell keinerlei Gefahr bestehe. «Die Leute können immer noch nach Bali kommen, um die Schönheit der Natur, die Kultur, die Küche und andere Dinge zu geniessen», sagte Sprecher Putu Juli Adnyana. «Unser Fokus liegt darauf, die Anwohner aus der Gegend zu bringen.» Der Flugverkehr lief am Samstag weiterhin normal.

Zuletzt war der Mount Agung 1964 ausgebrochen. Der Inselstaat Indonesien mit seinen mehr als 250 Millionen Einwohnern liegt auf dem Pazifischen Feuerring. In dem Gebiet treffen verschiedene Platten der Erdkruste aufeinander, es kommt oft zu Erdbeben und vulkanischen Eruptionen. In Indonesien gibt es insgesamt etwa 130 aktive Vulkane.

(kfi/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • CountryTec am 23.09.2017 20:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Meine Gedanken sind bei den Menschen auf Bali

    Anstelle sich hier mit Rechthabereien und Daten zu produzieren sollte man an die Menschen auf Bali denken. Hier geht es um Menschenleben und Existenzen. Rund um den Kratersee am Mt Agung leben viele Menschen noch sehr ursprünglich und sehr einfach. Für sie bedeutet der Ausbruch die absolute Katastrophe.

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  • giorgio1954 am 23.09.2017 20:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Staunen

    Bei Naturkatastrophen können wir auch heute noch nur 2 Dinge tun. Uns in Sicherheit bringen und zuschauen/staunen/erschreckt oder fasziniert sein.

  • Heiko am 23.09.2017 21:07 Report Diesen Beitrag melden

    Tourismus ist dort schon...

    Naja... ganz ohne Touristen ist die Region in der Nähe des Vulkans aber auch nicht. Das Siddhartha Resort ist evakuiert und geschlossen, dort waren wir vor 2 Jahren. Wenig Tourismus ist dort auf jeden Fall, also normalerweise genau das richtige, wenn man es ruhiger mag.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Löffla am 25.09.2017 08:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nie ohne Seife waschen

    Was meint ihe genau mit Nordwesten? Für mich (und Google Maps) liegt der Vulkan eher östlich als westlich auf der Insel.

  • Peter Pan am 24.09.2017 16:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Feuer-Vulkan

    Wir sitzen ALLE auf einem brodelnden Feuervulkan. Warum? Das Erdinnere ist voller feuriger Lava.

  • BÄERLI am 24.09.2017 16:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vulkan

    Und wenn doch Touristen betroffen sind dann geht wieder das grosse Jammern los. Was mit den 14.000 Betroffenen passiert ist den Touristen sowieso egal.

  • M.G. am 24.09.2017 16:26 Report Diesen Beitrag melden

    Vulkane schrieben globale Geschichte

    Der Ausbruch des Ilopango in El Salvador brachte im 5. Jahrhundert die Völkerwanderung in Europa erst richtig in Fahrt weil sich das Klima stark abkühlte. In Mittelamerika ging die Kultur von Teotihuacán unter. Der Ausbruch des Thera (Santorin) um 1.600 v. Chr. zerstörte die minoische Kultur und machte den Weg für die antiken Griechen frei. Und der lange Ausbruch des Laki auf Island führte mittelbar zur französischen Revolution weil sich die Regierung als unfähig erwies die durch den Ausbruch verursachte Versorgungskrise zu bewältigen.

  • Biker am 24.09.2017 14:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Yellowstone

    Ich warte auf Yellowstone und hoffe, egoistisch wie ich bin, dass er nicht zu meinen Lebzeiten ausbricht. Ich möchte nicht das letzte Viertel (ungefähr) meines Lebens, in Dunkelheit und Kälte verbringen.