Red Alert auf Hawaii

16. Mai 2018 11:29; Akt: 16.05.2018 12:03 Print

Vulkan spuckt 3 Kilometer hohe Aschewolke

Alarmstufe rot auf Hawaii: Der Vulkan Kilauea spuckte eine riesige Aschewolke. Die Behörden warnen vor einer «schwerwiegenden Situation». Der Flugverkehr könnte gefährdet sein.

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Wegen einer riesigen Aschewolke des Vulkans Kilauea haben die Behörden des US-Bundesstaates Hawaii für die Umgebung erneut Alarmstufe rot ausgerufen. Die Anwohner von Big Island wurden vor einer «schwerwiegenden Situation» gewarnt, die eine «direkte Gefahr» für ihre Gesundheit darstelle. Wegen der Aschewolke, die eine Höhe von 3600 Metern erreichen könne, drohten erhebliche Atemprobleme, warnte die Zivilschutzbehörde

Eine enorme Aschewolke war am Dienstagnachmittag aus einer Spalte des Kilauea entwichen, einem der aktivsten Vulkane der Welt. Seit rund zwei Wochen hält er Hawaii mit seinen Lavaströmen und austretenden Gasen in Atem: Über 2000 Anwohner wurden evakuiert, Dutzende Gebäude brannten ab, nicht rechtzeitig entfernte Autos schmolzen regelrecht dahin.

Im Zuge des Vulkanausbruchs sind seit dem Wochenende weitere Risse im Boden aufgetreten. Durch sie entweichen giftige Gase. Sie riechen nach faulen Eiern und können tödlich sein. Entsprechend gab es die meisten Evakuierungen in der Gemeinde Leilani Estates im Südosten der Hauptinsel Big Island.

Warnung vor noch stärkerem Ausbruch

Eine Beruhigung ist nicht in Sicht. Seit gestern wird sogar vor einem noch massiveren Ausbruch des Kilauea gewarnt. «Jederzeit könnte die Aktivität des Kilauea explosiver werden», heisst es beim Hawaii Volcano Observatory. «Die Intensität der Ascheproduktion dürfte zunehmen und ballistische Projektile auftreten.»

Weathernetwork.com berichtet bereits von «lava bombs», die aus Magma-Fontänen über 30 Meter in die Luft schiessen, während Lavaströme sich auf den Küsten-Highway 137 zu bewegen.

Swiss-Flüge derzeit nicht betroffen

Am Dienstagnachmittag spuckte der Vulkan eine enorme, drei Kilometer hohe Asche-Gas-Wolke aus. Dies veranlasste die Behörden zur Herausgabe eines Red Alerts für Flugzeuge in der Region. Solche Aschewolken reduzieren die Sicht und können Triebwerke schwer beschädigen – wir erinnern uns: Der Ausbruch des isländischen Vulkans mit dem unaussprechlichen Namen Eyjafjallajökull hatte 2010 mit seinen emporsteigenden Aschewolken nahezu den gesamten europäischen Flugverkehr lahmgelegt.

Inwieweit der internationale Flugverkehr von dem Vulkanausbruch auf Big Island betroffen sein wird, wird sich zeigen. Bei der Swiss, die mit Partner-Airlines die Hauptstadt Honolulu auf der weiter nordwestlich liegenden Insel Oahu anfliegt, hiess es auf Anfrage von 20 Minuten: «Wir beobachten die Entwicklung, unsere Flüge sind allerdings im Moment nicht betroffen.»

Die verschiedenen vom United States Geological Survey herausgegeben Alarmstufen bei einem Vulkanausbruch:

Die Behörden haben für die Region einen so genannten Red Altert für Flugzeuge herausgegeben.


Zwei neue Spalten seien in der Gegend Lanipuna Gardens entdeckt worden, teilten die Behörden des US-Archipels im Pazifik mit. Damit sind bereits 19 Risse in der Erdoberfläche bekannt; es wird mit neuen Lavamassen und dem Ausstoss von Gasen gerechnet. Aus bereits bestehenden Rissen im Boden quoll weiterhin Lava. Riss 17, der am Wochenende aufgetreten war, hatte weitere Evakuierungsanordnungen nach sich gezogen sowie Warnungen vor einem massiven Ausbruch des Vulkans Kilauea.

(gux)