Achtung verboten!

07. Dezember 2012 18:06; Akt: 07.12.2012 18:06 Print

Werbung von Biedermann bis Brandstifter

Die einen sind sexistisch, ordinär und nuttig, bei den anderen fragt man sich, wer dagegen protestiert hat: Diese Werbekampagnen wurden 2012 verboten.

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über dieses Magazin-Werbung. Wieder einmal hat der US-Konzern «American Apparal» zugeschlagen, der ... ... völlig «unnötig» auf Nacktheit setze, ohne dass das etwas mit dem Produkt zu tun habe, so die augenfällige Kritik. Frappant auch der Text dazu: «Gestatten, Eliana. Sie fing 2007 als Verkäuferin und Model in Kanada an und ist nun Mitglied der Kreativ- und Produktionsabteilung in unserer Fabrik Downtown Los Angeles. Hier sehen Sie sie ... ... bei einem Shooting in Arizona, bei dem sie ... trägt.» Und hier: «Gestatten, Steffi. In Spanien von unserem südafrikanischen Fotografen aufgenommen. Sie trägt ...» Auch solche Sujets wurde beanstandet, wie der «» berichtet. «American Apparel» rechtfertigte sich damit, dass die Aufnahmen ... ... «echte, nicht retuschierte, alltägliche Leute» zeigen würde, die zumeist nicht einmal Models wären. Die Frauen wären klar älter als 20, «glücklich, entspannt und zuversichtlich in Ausdruck und Pose» - und nicht vulgär. Tatsächlich reizte der Hersteller die Grenzen ... ... aber immer wieder aus - wie bei diesem Sujet, das laut «» 2009 verboten wurde, nachdem es im «Vice»-Magazin abgedruckt war. Die Anzeige «könnte als Sexualisierung eines Models gesehen werden, die wie ein Kind aussieht». Später folgten solche Anzeigen, was zeigt: Die Provokation ist keine Ausnahme. «L'Oreal» hat mit dieser Werbung zu dick aufgetragen: Die 41-jährige Schauspielerin Rachel Weisz wurde zu sehr geglättet. Es gibt aber auch Fälle, die pingelig erscheinen: Ein Werbespot für ein norwegisches Sportartikel-Geschäft war einigen Zuschauern zu «verstörend» und wurde aus dem Programm genommen.

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Jene Werbungen, die 2012 der Zensur zum Opfer fielen, könnten unterschiedlicher nicht. Während nachvollziehbar ist, dass insbesondere Anzeigen des Textilherstellers «American Apparel» für den einen oder anderen Betrachter zu sexistisch sind (siehe Bildstrecke), handelten die Behörden bei anderen Spots etwas gar übereifrig.

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Ein Beispiel ist der norwegische Staat, der nach Beschwerden von Zuschauern die Reklame eines Sportartikel-Ladens aus dem Programm nahm. Der Grund: Das Filmchen sei zu verstörend. Tatsächlich handelt es sich aber um einen gut gemachten, humorvollen Clip über Zombies, die von Golfern, Tennisspielern, Fussballern und anderen Athleten unter Beschuss genommen und bekämpft werden.


Auf die Zombies mit Gebrüll! Quelle: YouTube/MrSuperstarAds•

Auch die Könige des schwarzen Humors zeigen sich manchmal von der dünnhäutigen Seite. Ein Werbespot für eine Reise-Website führte zu erstaunlichen 441 Beschwerden, weiss «The Independent»: Der harmlose Clip zeigt einen Chirurgen bei einer Hirn-Operation, der aus dem Patienten quasi eine Marionette macht. Der Grossteil der grantigen Zuschauer fühlte sich so beleidigt. 25 Kritiker meinten, Kinder könnten verstört werden und 16 Briten glaubten, der Clip würde Ärzte degradieren.


Der OP-Spot bereitete einigen Zuschauer Kopfzerbrechen. Quelle: YouTube/KAYAK

Daneben hat die UK Broadcasting Company auch diese Reklame für «SodaStream» verboten. Der Konsument wird aufgerufen, Softdrink-Flaschen zu retten, indem man seine eigene Brause daheim in Mehrwegflaschen macht. Warum der Film verboten wurde? Er «verleumdet andere Softdrinks», urteilte der Staat. Der Hersteller nannte diese Verdikt bloss «absurd», berichtete die «Huffington Post».


Flaschen-Beleidigung? Der «SodaStream»-Spot. Quelle: YouTube/SodaStreamGuru

2012 waren die britischen Gralshüter der Moral vielleicht auch besonders pingelig. Dieser Animationsfilm für den «Toyota GT86» ging den Prüfern zu weit, weil er angeblich Raserei fördert. Der gezeichnete Lenker tritt am Ende des Clips in die reale Welt über, weswegen sich laut «Car Buzz» ganze zwei Zuschauer beschwert haben – und nun ist die Werbung passé.


Quelle: YouTube/ToyotaUKTV

Für einen Einspruch verdient Grossbritannien aber auch Anerkennung: Die zuständigen Behörden verhinderten im Februar 2012 Anzeigen für «L’Oreal’s Revitalift Repair 10». Der Grund: Das Gesicht von Hollywoodstar Rachel Weisz sei übertrieben geglättet worden. Tatsächlich könnte die Ü-40-Aktrice in der Werbung als 20-Jährige durchgehen (siehe Bildstrecke). «Der Bann dieser Werbung sollte neben früheren Verboten von Werbung mit Twiggy, Julia Roberts oder Christy Turlington ein Weckruf sein», sagte damals Politikerin Jo Swinson der «Daily Mail».

Neben Nordamerika und Europa gab es auch in Afrika Werbe-Zensur. Der öffentlich-rechtliche Sender SABC lehnte es ab, die Reklame für eine Imbisskette auszustrahlen, weil sie angeblich den südafrikanischen Präsidenten beleidigt. Erst zwei Stunden vor seiner Premiere wurde der Film laut «Guardian» abgesägt, der Jacob Zuma nicht gefallen hat.


Quelle: YouTube/TheFishandChipCo

Zu guter Letzt sind Sie am Zug, lieber Leser: Welche Werbung hätte Ihrer Meinung nach ebenfalls verboten werden müssen? Schreiben Sie uns im Talback!

(phi)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • 30 jährig am 10.12.2012 07:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht nur Kinder, auch ich

    Ich finde die Zombiewerbung zu recht zensiert. Ich bin da eher dünn behäutet aber dem fliegen ja dieArme weg und nacher steht er mit Stummeln da. Und Kinder? Sex zensieren ist ok, aber sowas nicht?! Liebe Redaktion, geht mal in euch.

  • Mega Boxer am 08.12.2012 12:18 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Wunder

    Wenn sogar ein paar Brüste zensiert werden, dann wird sehr wohl auch die Störung der Totenruhe oder absolut unverantwortungsvolles Verhalten der letzten Hoffnungsträger erkrankter Menschen nicht dargestellt werden dürfen!

  • dominic l am 08.12.2012 10:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ja klar

    die umfrage ist ja lustig. 70% sind also werberessistent. haben also irgendein unbekanntes parfum, keine markenkleidung, fahren alle keine teuren autos, haben bestimmt kein iphone und haben noch nie bio oder light produkte gekauft. gerne über den dingen stehen wollen und sich dabei nur völlig naiv heden tag aufs neue belügen :-)))

    • Jüngling am 10.12.2012 10:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Ist so

      Also ich brauche die TV Webung nicht um mir das Zeug zu kaufen Ich schlendere durch irgend einen Laden und wenn mir was gefällt dann wirds gekauft

    einklappen einklappen
  • Freie Welt am 08.12.2012 08:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zensur?!

    Zensur von halb nackten Frauen?! Wo leben wir? Das ist das wohl natürlichste in diesen ganzen Werbespots, auch Adam und Eva waren nackt. Bilder aus der Renaissance zeigen nackte Menschen, ist denn das zensiert? Wir leben nicht mehr zu Stasi Zeiten und sollten doch selber entscheiden können, was wir als gut oder schlecht bezeichnen wollen. Ansonsten zappt man weiter.

  • Caroline am 08.12.2012 08:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schützt das Gehirn vor Schrott!

    Die meisten hier gezeigten Verbote finde ich gut. Natürlich ist ein Zombiefilm und eine Autojagd für uns unterhaltsam, aber welchen Einfluss haben sie auf Kinder und Junglenker? Man sollte schon aufpassen, was man konsumiert, denn das Gehirn speichert alles irgendwo ab. Oder einfach TV aus :-)