«Bumst für Dänemark»

28. Juli 2016 18:45; Akt: 28.07.2016 18:45 Print

Werbung zeigt Wirkung – Babyboom in Dänemark

Eine Werbeaktion rief dänische Paare auf, mehr Sex zu haben. Kinder fürs Mutterland, hiess es. Nun scheint die Kampagne tatsächlich gefruchtet zu haben.

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Dänemark erlebt derzeit einen wahren Babyboom: Mehr als 16'200 Kinder sollen während der Sommermonate bis Ende August zur Welt kommen – das wären rund 1200 mehr als im vergangenen Jahr. Zum ersten Mal seit Jahren könnte 2016 demnach die Marke von 60'000 Geburten pro Jahr geknackt werden.

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Offenbar folgten die Dänen dem Rat einer TV-Sendung, die im vergangenen Herbst die Bevölkerung dazu aufgerufen hatte, sich im Bett mehr ins Zeug zu legen. Unter dem Motto «Knald for Danmark» («Bumst für Dänemark») rief der Sender DR die Dänen dazu auf, die schwache Geburtenrate im Land anzuheben.

Hebammen haben jetzt viel zu tun

Das öffentliche Fernsehen war nicht allein mit seinem Aufruf für mehr Fortpflanzung. Der Reiseveranstalter Spies Rejser warb in einem Spot mit der Aussage: «Der dänische Wohlfahrtsstaat ist unter Druck. Es werden immer noch nicht genug Kinder geboren.» In den Ferien hätten Paare viel mehr Sex, meinte das Unternehmen, und forderte junge Paare auf, einen romantischen Urlaub zu buchen. Sie boten sogar einen sogenannten «Eisprung-Rabatt» an.

Beide Kampagnen scheinen gefruchtet zu haben. «Ich habe in meiner Zeit als Hebamme noch nie einen vergleichbaren Boom erlebt», freut sich Ann Fogsgaard. Die Hebamme übt ihren Beruf in der Region Mitteljütland seit 33 Jahren aus, erklärt sie der Zeitung «Politiken». Dort ist der Babyboom besonders ausgeprägt – allein im kommenden Monat werden ein Viertel mehr Babys erwartet als vor einem Jahr.

Es kommen viele Babys, es könnten aber noch mehr sein

Wie viele Paare die Kampagne inspiriert hat, ist nicht erwiesen. Eine, die vom Aufruf motiviert wurde, ist Ulla Kobberø (37) aus Kopenhagen. Sie ist kürzlich Mutter von Zwillingen geworden: «Als dazu aufgefordert wurde, dass wir mehr Kinder bekommen sollen, habe ich gedacht: Das könnte ich doch eigentlich wirklich.»
Zusammen mit ihrem Mann habe sie sich ohnehin überlegt, noch ein Geschwisterchen für ihre beiden Töchter (6 und 3 Jahre alt) zu bekommen. «Wenn wir aber gewusst hätten, dass es gleich zwei würden, hätten wir es uns vielleicht noch mal überlegt», sagt die Frau scherzend.

Wenn es nach Experten geht, sollten die Dänen so weitermachen. Laut Forschern bekommen die Menschen in Dänemark trotz des Babybooms im Durchschnitt nur 1,7 Kinder. Das ist immer noch zu wenig, um die Bevölkerungszahl stabil und damit den dänischen Sozialstaat auf Dauer aufrechterhalten zu können.

Diese Werbung hat Tausende Paare dazu inspiriert, ein Kind zu bekommen. (Quelle: Youtube/Spies Rejser)

(kle)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mann84 am 28.07.2016 19:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hier Unmöglich.

    In der Schweiz wäre so eine Werbung wegen den Feministinnen undenkbar.

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  • Frage am 28.07.2016 19:36 Report Diesen Beitrag melden

    Wirklich Dänen?

    Sind das auch tatsächlich Dänen die sich dort vermehren?

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  • Anja am 28.07.2016 20:07 Report Diesen Beitrag melden

    Dänen?

    Ich hoffe, es sind wirklich Dänen und nicht nur Neueuropäer

Die neusten Leser-Kommentare

  • Ueli Burri am 29.07.2016 15:17 Report Diesen Beitrag melden

    Vikings

    Aber bitte, diese Werbung gilt nur fuer die blonden und blauauegigen Scandinaviern.

    • Veronika am 29.07.2016 19:23 Report Diesen Beitrag melden

      @Mann84

      Wofür man(n) die Feministinnen verantwortlich macht. Mit Jahrgang 84 trauern Sie noch alten Zeiten nach, als Frauen unterdrückt wurden? Finden Sie nicht, dass es bereits genug Menschen auf der Erde hat und das noch zu massiven Problemen führen wird? Beklagen sie sich aber bitte nicht, was denn aus Ihren Kindern wird. Menschsein hört nicht an Landesgrenzen auf.

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  • Hellfire am 29.07.2016 14:19 Report Diesen Beitrag melden

    Die Dänen sind gut drauf

    ... und ein sehr entspanntes Völkchen und ganz sicher nicht prüde. Haben guten Humor und sind sehr direkt. Das könnte man in CH nicht bringen. Da wären diverse Gruppen sofort auf den Barrikaden, wg. Sexismus, Frauenfeindlichkeit, Rassismus, Nationalismus, Unterdrückung, Schlechtwetter, Benachteiligung nationalen Tourismus, Hetze gegen Regen und was auch immer. Vielleicht auch die Veganer, je nach Deutung. :-)

  • Thomas Robert Malthus am 29.07.2016 14:16 Report Diesen Beitrag melden

    Wie Sand am Meer!

    Knald für die Welt! Wir sind erst 8 Milliarden, da kann man schon noch ein paar mehr Menschen vertragen. Das gibt dann wunderbare Wirtschaft/Klima/Kriegs/Hungerflüchtlinge

  • Donald am 29.07.2016 12:00 Report Diesen Beitrag melden

    Ein Recht auf Kinder

    Das tönt für mich gut. Aber ein Recht auf Enkel gibt es nicht. Wer muss denn die Kinder erziehen?

  • René am 29.07.2016 11:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kinderfreundlich Dänemark

    in Dänemark ist es aber einfacher Kind gross zu ziehen. Da wird sehr viel vom Staat aus investiert- Kindergeld-Gratis Kindski-Versorgung in schule mit gesunden Essen... alles das wo Herr und Frau Schweitzer gar nicht bereit wären zu zahlen. Hier gibt man lieber 1Millarde für untaugliche IT aus.

    • Tony Berrotti am 29.07.2016 13:09 Report Diesen Beitrag melden

      Warum muss der Staat hüten ?

      Und warum schauen Sie nicht selber zu ihren Kindern ? Wir haben 3 Kids, meine Frau ist im Moment für die Kinder da. Altmodisch ? Mag sein, aber wir leisten uns das zum Wohle unserer Kinder.

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