Säureangriff auf Manager

06. März 2018 16:23; Akt: 06.03.2018 16:23 Print

DNA-Spur führt zu einer Frau

Nach der Säure-Attacke auf Innogy-Manager Bernhard Günther könnten DNA-Spuren auf einen weiblichen Täter hinweisen. Zum Motiv gibt es zwei Theorien.

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Nach der Säure-Attacke auf Innogy-Manager Bernhard Günther in Haan bei Düsseldorf haben die Ermittler DNA-Spuren am Tatort gefunden, wovon eine einer Frau gehören soll. So berichtet es Bild.de (Bezahlartikel). Der «Spiegel» berichtete zuvor, Ermittler hätten am Tatort einen Handschuh sowie ein Gefäss, in dem sich Schwefelsäure befunden hatte, sichergestellt. Von offizieller Seite wurden diese Informationen nicht kommentiert.

Günther war am Sonntagmorgen in einem Park von Unbekannten angegriffen und mit Säure übergossen worden. Der 51-Jährige erlitt schwere Verletzungen und wird in einer Spezialklinik behandelt. Die Polizei konnte den Familienvater noch nicht befragen. Sie ermittelt wegen versuchten Mordes.

Spekulationen um das Motiv

Die Täter, laut Polizei zwischen 20 und 30 Jahre alt, befinden sich weiterhin auf der Flucht. Dass der Manager zufällig Opfer wurde, glauben die Ermittler laut dem lokalen Nachrichtenportal SHZ.de nicht. Die Mordkommission «Säure» ermittelt in «alle Richtungen». Zum Motiv gibt es inzwischen zwei Theorien:

• Politischer Anschlag: Günther war früher als Finanzvorstand der RWE (dem Mutterkonzern von Innogy) indirekt für das umstrittene Braunkohlegeschäft des Energiekonzerns zuständig.

• Marktmanipulation: Weil der Energiekonzern Innogy als börsennotiertes Unternehmen kurz vor der Bilanzveröffentlichung stand, prüfen die Ermittler, ob es im Vorfeld auffällige Finanzgeschäfte gab. So war es zuletzt beim Anschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund geschehen. Dort spekulierte der Täter an der Börse auf einen fallenden Kurs.

Günther schon einmal Opfer

Eine direkte Vorgeschichte, wie etwa Drohungen gegen Günther, gebe es nicht, hiess es seitens der Wuppertaler Staatsanwaltschaft. Polizei und Staatsanwaltschaft bestätigten aber mehrere Medienberichte, wonach Günther vor mehreren Jahren schon einmal angegriffen wurde.

Damals sei er beim Joggen zusammengeschlagen worden, beruft sich das «Handelsblatt» auf Konzernkreise. Die Polizei soll auch hier einen möglichen Zusammenhang zu dem Säure-Angriff prüfen.

(kko)