Populationsmanagement

12. Januar 2018 21:56; Akt: 13.01.2018 11:11 Print

Zoo in Schweden tötet neun Junglöwen

Der Boras-Tierpark in der gleichnamigen schwedischen Stadt ist wegen seiner umstrittenen Praxis des Tötens gesunder junger Löwen unter Beschuss geraten.

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Neun Löwen im Boras Zoo fielen dem Populationsmanagement zum Opfer. (Bild: Facebook/Boras Zoo)

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Der Tierpark Boras (Boras Djurpark) in der gleichnamigen südschwedischen Stadt hat zugegeben, neun gesunde Löwenbabys getötet zu haben, weil sie «zu gross wurden und nicht hineinpassten». Die Enthüllung kam vom Direktor des Zoos, Bo Kjellson, der bestätigte, dass die Jungen zwischen 2012 und 2018 eingeschläfert worden waren.

In einem Gespräch mit dem schwedischen Fernsehsender SVT sagte Kjellson, der Zoo sei gezwungen worden, die Jungen loszuwerden, da er keine andere Möglichkeit gehabt habe, mit den Jungtieren umzugehen. Man hätte seit längerer Zeit versucht, die Tiere anderen Zoos zu verkaufen oder sie zu verlegen, aber man habe keine Abnehmer gefunden, so Kjellson. Weil die Tiere zunehmend aggressiver und zu gross geworden seien, hätten einige entfernt werden müssen.

Die neun Junglöwen hatten bereits Namen: Sie wurden Potter, Weasley, Simba, Rafiki, Nala, Sarabi, Kiara, Kovu und Banzai genannt. Simba, Rafiki, Nala und Sarabi wurden 2013, nur ein Jahr nach ihrer Geburt, getötet. Die Jungtiere Kiara, Banzai und Kovu mussten 2015 sterben. Potter und Weasley wurden 2016 in einen Wurf von vier Kindern geboren.

Direktor Kjellson wies darauf hin, dass der Zoo den Vorfall nicht verheimliche, es sei kein Geheimnis, «dass wir so arbeiten» und bezeichnete das Populationsmanagement als einen «traurigen, aber unumgänglichen Teil der Arbeit mit Löwengruppen».

(nag)