Louis Osbourne, Techno-DJ

18. März 2010 12:22; Akt: 18.03.2010 13:30 Print

«Es ist ein zweischneidiges Schwert»«Es ist ein zweischneidiges Schwert»

von Oliver Baroni - Ozzy Osbournes Sohn beehrt das Electricity Zürich Technofestival. 20 Minuten Online sprach mit Louis Osbourne über Techno-Einflüsse und den Vor- und Nachteilen, einen berühmten Namen zu tragen.

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Würde man in einer «Erkennen Sie …?»-Rubrik das Bild dieses sympathischen jungen Engländers zeigen - mit dem Vermerk, dass es sich hierbei um einen der bekanntesten Progressive-Techno-DJs der Szene handelt, würde wohl niemand darauf kommen, dass es sich hierbei um den Spross vom Prince of Darkness höchstpersönlich handelt. Jawohl, Louis Osbournes Vater ist Ozzy. Während Papa gemeinhin als Prince of Darkness bekannt ist, geht Sohnemann Louis als Prince of Techno durch.

20 Minuten Online: Im Pressetext zum Electricity-Festival wirst du gleich zu Anfang als «Ozzy Osbournes» Sohn beworben. Wie ist das eigentlich, ständig auf den berühmten Vater angesprochen zu werden?

Louis Osbourne: Nun, man kann den Leuten nicht verbieten, darüber zu schreiben. Und weil ich ein sehr gutes Verhältnis zu meinem Dad habe, stört mich das nicht wirklich. Ich denke aber, dass es kein besonders effektiver Ansatz für Promo ist. Ich mache seit eh und je mein eigenes Ding. Ich bin in der Techno-Undergroundszene bekannt wegen der Musik, die ich auflege, nicht weil ich Ozzys Sohn bin. Eigentlich ist es ein zweischneidiges Schwert; und es hilft dir nur bis zu einem bestimmten Grad.

Also gut – was hält Papa Ozzy von deinem Sound?

Er gefällt ihm nicht, um ganz ehrlich zu sein. Er kommt halt eindeutig von einem klassischen Songwriter-Background. Lyrics werden mit Melodie und Akkorden zu einem Song geschmiedet. Im Techno gehts halt nicht darum.

Auf deiner MySpace-Page steht unter «Einflüssen»: «Most importantly forward thinking new music». Wie sollen wir das verstehen?

Tja – genau das ist meine Motivation. Viele DJs zählen gerne die erste Kraftwerk-Scheibe als Einfluss auf, oder frühen HipHop – Grandmaster Flash und Co. Bei mir ist das anders. Gerade die brandneuen Scheiben, die mir täglich geschickt werden, sind es, die mich am meisten beeinflussen. Ich bekomme so um die 150 Platten pro Woche zugeschickt, also haben die Tracks logischerweise eine ziemlich kurze Halbwertszeit: Vielleicht zwei Wochen und sie sind nicht mehr in meinem DJ-Set.

Du trägst einen berühmten Namen. Andere nützen dies gleich, um sich als DJ zu verkaufen. Madonnas Toyboy Jesus Luz versucht sich seit neustem als DJ, Peaches Geldof schimpft sich auch DJ … was hältst du von solchen 'Promi-DJs'?

Ich will diesen Weg nicht beschreiten. Es bedeutet, dass man für ein trendy Party-Publikumauflegen muss – schlechten House und so weiter. Ich will lieber für echte Techno-Fans auflegen. Aber glaub mir – ich hatte zahlreiche Angebote. Die wollten mich sogar für «I'm a Celebrity … Get Me Out of Here!» Ich sagte bloss, 'hey, ich bin kein Celeb. Lasst mich in Ruhe!' Hätte ich den 'Celeb-DJ'-Weg gewählt, wäre ich vermutlich weniger weit gekommen. Aber vermutlich wäre ich reicher!