Nicole Scherzinger

15. Oktober 2014 05:58; Akt: 15.10.2014 07:01 Print

«J.Los Hintern inspiriert mich»

von Marlies Seifert - Im Interview mit 20 Minuten spricht die Ex-Frontfrau der Pussycat Dolls über fette Lügen, Schmetterlinge im Bauch und nackte Haut im Showgeschäft.

«Your Love» von Nicole Scherzinger. (Quelle: Youtube.com)
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Auf Ihrem neuen Album «Big Fat Lie» zeigen Sie sich von einer persönlichen Seite. Brauchte das Mut?
Nicole Scherzinger
: Nein, es war befreiend. Ich bin endlich in einem Alter, wo ich mich als Frau wohl fühle und zu mir selbst stehe. Keiner möchte sich verstecken und eine dicke, fette Lüge leben.

Sie meinen damit Ihre Bulimie?
Ja. Ich habe 15 Jahre lang mit der Krankheit gekämpft. Darüber zu sprechen und zu singen, war ein echter Heilungsprozess. Sich mit lange gehegten Ängsten ehrlich auseinanderzusetzen, ist sehr therapeutisch. Und ich habe realisiert, dass ich anderen Menschen, die sich mit ihrem Problem alleine fühlen, helfen kann.

Auch Ihre Trennung im letzten Jahr haben Sie auf dem Album verarbeitet.
Ich habe mich in die Arbeit gestürzt, um aus meiner Situation etwas Gutes zu machen. Es ist nicht gut, wenn man in eine Negativspirale gerät. Was einen nicht umbringt, macht einen stärker.

Jetzt sind Sie wieder mit Lewis Hamilton liiert. Wann hatten sie zuletzt Schmetterlinge im Bauch?
Oh, das ist schon ein Weilchen her (lacht). Wir führen ja eine Fernbeziehung, deshalb habe ich dieses Gefühl am ehesten dann, wenn wir Zeit haben, um gemeinsam zu verreisen und uns wieder richtig nahe zu sein. Aber Sie sprechen eigentlich mit einer alten, verheirateten Frau. Da hat man nicht mehr so oft Schmetterlinge im Bauch.

Mit 36 gehört man in der Popwelt zum alten Eisen. Macht Ihnen das Alter Sorgen?
Nein. Ich habe mir jedenfalls nie Botox spritzen lassen. Irgendwann fange ich damit vielleicht an. Aber ich bin sehr zufrieden mit meiner Mimik. Zudem habe ich viele Freunde im Musikgeschäft, die in ihren Dreissigern sind. Es geht doch um die Ausstrahlung. Wenn ich J.Lo sehe, denke ich: «Wow!»

Ihr «Booty»-Video hat für Kritik gesorgt. Wie viel nackte Haut ist zu viel?
Das muss jeder für sich selber entscheiden. Wenn ich J.Los Popo sehe, dann inspiriert mich das. Ich weiss, wie viel Arbeit dahinter steckt und habe grossen Respekt davor. Vor allem, weil sie das als Mutter schafft. Sie schwingt immer noch ihren Hintern wie am Anfang ihrer Karriere. Und sie wirkt dabei stark und unabhängig, nicht doof und schlampig. Hut ab!