Williams' Ehefrau

02. Oktober 2016 22:30; Akt: 03.10.2016 10:32 Print

«Robin verlor den Verstand – und wusste es»

In einem Essay berichtet Robin Williams' Witwe von den letzten Wochen vor seinem Tod. Der 2014 verstorbene Schauspieler litt an einer Form von Demenz.

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Robin Williams' Witwe, Susan Schneider, berichtet in einem Essay, den sie für ein Wissenschaftsmagazin verfasste, von den letzten Monaten mit ihrem Ehemann. Er litt unter Lewy-Körper-Demenz, der zweithäufigsten Demenzform nach Alzheimer. «Robin verlor den Verstand, und er wusste es», schreibt Schneider. Der Hollywoodstar nahm sich 2014 das Leben. Seine letzten Worte waren, gerichtet an seine Frau: «Gute Nacht, meine Liebe.» Der Autopsiebericht der Gerichtsmediziner zeigt, dass der Schauspieler vor seinem freiwilligen Tod nicht unter Drogeneinfluss stand. «Er ass nicht besonders viel und verbrachte den grössten Teil des Tages in seinem Schlafzimmer», sagt Robin Williams' Assistentin über seine letzten Tage. Der Schauspieler habe auch nach 20 Stunden Schlaf oft über Müdigkeit geklagt. «Das Lachen war sein Abwehrmechanismus - sein komödiantisches Talent basierte auf seiner Traurigkeit», sagt Rebecca Spencer über ihren Arbeitgeber, der sein Leben lang mit Depressionen gekämpft hat. Auch ihr Ehemann Dan Spencer erinnert sich in einem an Robin Williams. Robin Williams soll besessen gewesen sein von seinen Spielzeugsoldaten, die er schon als kleiner Junge hatte. Diese Leidenschaft lebte er im Erwachsenenalter nicht nur mit Videospielen aus ... ... sondern auch, indem er für amerikanische Truppen in Kriegsgebieten performte. Wie etwa im Dezember 2010 in Afghanistan. Keith Boyd, Sprecher der Polizei von Marin County, gab Mitte August 2014 Details zum Suizid von Robin Williams bekannt: Der Schauspieler hatte sich mit einem Gürtel erhängt. Nach der Meldung des Todes des Schauspielers und Komikers Robin Williams legten Fans Blumen auf Williams' Stern beim Hollywood Boulevard. Der 63-Jährige hinterlässt drei erwachsene Kinder, darunter die Schauspielerin Zelda Williams (Bild). Mit dem Oscar als bester Nebendarsteller im Drama «Good Will Hunting» gelang dem Schauspieler 1998 der Durchbruch in Hollywood. Beim Publikum gelang ihm dieser jedoch bereits viel früher, etwa mit der Komödie «Mrs. Doubtfire». Williams litt seit längerem unter Depressionen und war bekennender Alkoholiker.

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Die Nachricht von seinem Tod schockte im August 2014 die Welt: Hollywoodstar Robin Williams hatte sich im Alter von 63 Jahren das Leben genommen. Er habe an Depressionen gelitten, hiess es zunächst. Doch Ende 2015 erklärte seine Witwe, Susan Schneider: «Es waren nicht Depressionen, die Robin umbrachten. Es war die Lewy-Körper-Demenz.»

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Der Name dieser Krankheit ist den wenigsten geläufig, doch sie ist nach Alzheimer die zweithäufigste Form der Demenz. In einem Essay, den Schneider für ein neurologisches Fachmagazin verfasst hat, berichtet sie nun von den schweren letzten Wochen, die sie mit ihrem Ehemann durchmachte. Titel des Artikels: «Der Terrorist im Hirn meines Mannes».

«Ich will mein Hirn neustarten»

Kurz vor seinem Tod drehte Williams noch den dritten Teil von «Night at the Museum», doch seine Gedächtnisleistung liess drastisch und immer schneller nach. Er habe sich nicht mal mehr eine einzelne Textzeile vom Skript merken können, schreibt Schneider. «Er ertrank in seinen Symptomen, und ich ertrank mit ihm.»

Williams habe immer wieder gesagt: «Ich will mein Hirn neustarten.» Und: «Robin verlor den Verstand, und er wusste es», schreibt Schneider. Das Bewusstsein über seine Krankheit liess ihn in den letzten Wochen auch nicht mehr schlafen.

Die letzten Worte, die Williams zu seiner Frau sagte, waren «Gute Nacht, meine Liebe.» Das habe er ihr jeden Abend vor dem Einschlafen gesagt. «Die Worte hallen heute noch in meinem Herzen nach.»

(fim)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Helvetier am 02.10.2016 22:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Er hatte entschieden.

    Die Schauspielerei war sein ein und alles. Da er sich sich die Texte nicht mehr merken konnte war für ihn alles klar. Er war ein sehr sympathischer Typ und ein riesiger Verlust in der Filmgeschichte.

  • P.Eter am 02.10.2016 22:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Demenz

    Traurig so etwas. Hoffentlich findet man bald ein Gegenmittel für Demenz.

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  • Rob am 02.10.2016 22:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich mochte ihn

    Auch er war nur ein Mensch. Schrecklich aber vielleicht besser so, als eines Tages seine eigene Frau nicht mehr zu erkennen. Ruhe in Frieden!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Jane38 am 03.10.2016 12:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    verneige mich

    oh käpten, mein käpten...er hinterliess uns sehr lustige und traurige,spannende und tolle filme... möge es ihm nun gut gehen

  • Das ich am 03.10.2016 08:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alles gute Robin

    Es ist traurig, und seinen Entscheid zu gehen, darüber kann und darf niemand urteilen. Niemand weiss wie es wirklich in ihm aussah. Nun macht er mit Peter Pan im Nimmerland Captain Hook das Leben schwer, viellecht schaut er ja auch nach was sich wirklich hinter dem Horizont befindet, oder Mrs. Doubtfire kocht ihm einen Tee während er mit Patch Adams um die Wette lacht. Wie auch immer, ich bin überzeugt davon dass es ihn gut geht dort wo er jetzt ist. Machs gut Robin.

  • Feifel am 03.10.2016 04:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nebenwirkungen

    Bin gespannt ob jemals zugegeben wird, dass diese demenz artigen symptome vom jahrzehnte langem antidepressiva konsum stammen..traurig aber wahr: er könnte noch am leben sein..ich befürchte aber die wahrheit wird von der pharmaindustrie noch lange totgeschwiegen!

    • Phro am 03.10.2016 06:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Feifel

      Selbst wenn du recht hättest.... vielleicht hätte ihn die Depressionen dann schon früher umgebracht. Und: bei vielen ist Depression eine Stoffwechselstörung im Gehirn und es geht ohne Medikamente nicht

    • A-non am 03.10.2016 07:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Feifel

      Haben sie irgendwelche Beweise oder stellen sie ganz einfach etwas in den Raum? Antidepressiva können für depressive ein Segen sein, wenn sie denn wirken. Bei mir selbst hat es nicht gewirkt, aber ich würde lieber 30 Jahre pillen schlicken, anstatt in diesem ewigen graubereich zu leben, wo ich weder richtig positiv noch negativ fühlen kann. Wie gern würd ich wieder aus vollem Herzen lachen und auch weinen.

    • lustiger lurch am 03.10.2016 08:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Feifel

      ohne psychopharmaka hätte ihn vermutlich die depression umgebracht, die chancen stehen also 50:50. und: er war bekennender alkoholiker, dies hat auch seinen beitrag zur krankheit beigetragen...

    • Balois am 03.10.2016 11:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Feifel

      So wie ich dies sehe, ist es sogar so, dass die Depression selbst eine Demenz auslösen kann. In diesem Sinne gehört jede Depression behandelt. Und nein, nicht immer zwingend mit Medikamenten. Jedoch, wie die Vorredner bemerkten verläuft ja auch eine Depression ev. tödlich. Sie gehört jedoch zu den best behandelbaren Erkrankungen im seelischen Berreich.

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  • clini am 03.10.2016 00:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    traurig

    Sehr traurig.War ein super Schauspieler.Ich mochte ihn.

  • Iiisbi am 03.10.2016 00:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Üble Symptome

    Ich hab mal nachgeschaut, Lewy-körper-demens-symptome. Ich würd so auch nicht enden wollen.