Radio SRF 3

05. Dezember 2013 13:03; Akt: 05.12.2013 13:03 Print

«Stellwerkstörung» ist Schweizer Wort des Jahres

Die Durchsage bei SBB-Pannen erzeuge ein Gemeinschaftsgefühl unter den Pendlern, begründen die Radio-Macher den Entscheid. Für das Unwort 2013 sind die Banken verantwortlich.

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Pannen-Serie der SBB im vergangenen Juli: Stellwerkstörungen, so weit das Auge reicht!

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«Stellwerkstörung» ist das Schweizer Wort des Jahres 2013: Eine Jury unter Federführung von Radio SRF 3 hat den Begriff aus mehreren hundert Vorschlägen aus der Bevölkerung ausgewählt. Das Wort «Stellwerkstörung» sorge für Gemeinschaftsgefühl im Zug. Wenn uns in dieser schnelllebigen Zeit noch etwas zu einen vermöge, dann sei es die Durchsage «Grund dafür ist eine Stellwerkstörung», teilte SRF am Donnerstag mit.

Das Wort «Stellwerkstörung» ist nach Ansicht der Jury passend für ein Jahr, das «reich an SBB-Pannen, aber arm an prägenden Ereignissen» war. Es sei zugleich eine Metapher für ein Land, das nicht recht vom Fleck kommen wolle.

«Unwort des Jahres»: «systemrelevant»

Neben dem «Wort des Jahres» wurden auch das «Unwort des Jahres» und der «Satz des Jahres» gekürt. Zum «Unwort des Jahres» wurde «systemrelevant» gekürt. Das Wort bezeichnet Banken, die für zu gross gehalten werden, als dass man sie scheitern lassen könnte - zuletzt geschehen bei der Zürcher Kantonalbank.

Für die Jury ist das Wort «systemrelevant» ein Hohn. Tanze ein Geldinstitut dem Rechtssystem lange genug auf der Nase herum, etwa indem es von der UBS amerikanische Steuersünder als Kunden übernehme, werde es für systemrelevant erklärt.

«Satz des Jahres»: «Aff!»

«Satz des Jahres» ist genaugenommen auch ein Wort: «Aff!», geäussert von Bundesrat Ueli Maurer. Er beschimpfte damit einen Kameramann, der ihm im Weg stand. Die Wahl von «Aff!» zum «Satz des Jahres» sei auch Zeichen dafür, dass sich heute jede Nichtigkeit in Windeseile über alle Kanäle verbreite, schreibt die Jury.

Im November suchte 20 Minuten das Jugendwort 2013. Hunderte junge Männer und Frauen reichten ihre Vorschläge ein, über die die Leserschaft anschliessend abstimmen konnte. Nach über 920'000 gespielten Duellen, wurde «Chills!» zum Jugendwort 2013 gekürt. Natürlich haben wir den Sieger, den Zweitplatzierten «Zviel!» und den Bronzegewinner «Schönä Momänt» in den Praxistest geschickt. Mit Erfolg, wie unser Video zeigt:

(hüt/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Nicht-mehr-Jung am 05.12.2013 13:21 Report Diesen Beitrag melden

    Jugendwörter, hallo?

    Die genannten "Jugendwörter" gab es allesamt schon vor 5 oder 10 Jahren. Ich sehe keinerlei Grund, warum diese Wörter speziell gewürdigt sein sollten. Weder neu noch besonders in noch irgendwie bezogen auf Ereignisse in diesem Jahr.

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  • Redback am 05.12.2013 20:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sbb

    Das spricht ja für die sbb.

  • Marc am 05.12.2013 17:08 Report Diesen Beitrag melden

    Umgekehrt gewichtet

    Das Un-Wort ist ein positiver Begriff (Systemrelevant) und das Wort des Jahres ist ein negativer Begriff (Stellwerkstörung). Finde beides nicht besonders relevant, aber es stört mich auch nicht.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Benno Item, Ibach am 06.12.2013 06:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Money for nothing

    Und dafür schliessen sich Leute in Sitzungszimmer ein!? ...herrjeee...

  • Redback am 05.12.2013 20:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sbb

    Das spricht ja für die sbb.

  • Marc am 05.12.2013 17:08 Report Diesen Beitrag melden

    Umgekehrt gewichtet

    Das Un-Wort ist ein positiver Begriff (Systemrelevant) und das Wort des Jahres ist ein negativer Begriff (Stellwerkstörung). Finde beides nicht besonders relevant, aber es stört mich auch nicht.

  • Nicht-mehr-Jung am 05.12.2013 13:21 Report Diesen Beitrag melden

    Jugendwörter, hallo?

    Die genannten "Jugendwörter" gab es allesamt schon vor 5 oder 10 Jahren. Ich sehe keinerlei Grund, warum diese Wörter speziell gewürdigt sein sollten. Weder neu noch besonders in noch irgendwie bezogen auf Ereignisse in diesem Jahr.

    • Damian am 05.12.2013 14:07 Report Diesen Beitrag melden

      Nicht immer neu

      Nun ein Wort des Jahres muss nicht immer einen neue Erfindung sein. Stellwerkstörungen gab es schon vor diesem Jahr, ebenso wie Affen. Lasst doch die Jugend mit den nicht mehr jungen Wörter.

    • Leser am 06.12.2013 06:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Jugendwort?

      Wo steht denn, dass es hier um das Jugendwort geht?

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