#womanspreading

24. November 2017 05:59; Akt: 24.11.2017 05:59 Print

Nun machen sich auch die Frauen breit

Männer, die breitbeinig im ÖV sitzen? Kennt man. Nun ziehen auch die Frauen nach und setzen damit ein starkes Zeichen.

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Verführerische Blicke, vielleicht ein Duckface oder lieber ein neckischer Schulterblick? So (und anders) funktioniert die klassische Frauenpose auf dem roten Teppich oder vor der Kamera. Diese stereotype Inszenierungsweise wurde (und wird) seit vielen Jahren zelebriert.

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Doch nun weht ein anderer Foto-Wind. Vor allem auf Social Media posieren viele Frauen nicht mehr wie bedürftige Bambis, sondern sitzen mit breit gespreizten Beinen und forderndem Blick da. Eine Attitüde, die man bisher eher von Männern kannte. Topmodel Bella Hadid (21) feiert das sogenannte Womanspreading im Helikopter, Emily Ratajkowski (23) mit Erfrischungsgetränk auf einer Festbank und Kaia Gerber (16), die Tochter von Cindy Crawford, mitten auf der Strasse.

Trend oder Statement? Womanspreading.

Was hat es mit dieser Pose auf sich? Ist das nur ein neuer Modeltrend (wie das Bambi-Posing) oder hat das Posieren eine tiefere Bedeutung? «Womanspreading ist eine starke Pose – der Begriff ist da etwas irreführend, weil er ganz klar sexuell konnotiert ist», sagt Marie Hettich, die sich als Redaktorin von 20 Minuten Friday unter anderem mit feministischen Themen beschäftigt. Was sie aber mag: «Die Pose geht weg vom angepassten Mädchensein, Frau macht sich nicht klein, ist nicht scheu, nimmt ihren Raum in der Gesellschaft ein.» Ein hübscher Nebeneffekt: «Ich finde es schlicht auch superbequem, so dazusitzen», fügt Hettich an.

Auch Alexandra Kruse mag den neuen Fototrend. «Ich bin natürlich pro Womanspreading, weil gleiches Recht für alle gilt», sagt die Star-Stylistin zu 20 Minuten. Sie arbeite lange genug in der Modebranche, um sich der Macht dieser Pose bewusst zu sein, gibt aber eines zu bedenken: «Es macht für mich einen Unterschied, ob man Insta-tauglich wie Bella im Helikopter spreadet oder im wahren Leben, wenn man im Bus fährt. Dort ist solches Posing vielleicht nicht so eine gute Idee.»



(lme)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • WeedChiller am 24.11.2017 07:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der Nerven-Kong

    Ja ja ja ja, ist ja gut, wir habens begriffen. Frauen dürfen auch männertypische Sachen machen, sie bleiben trotzdem Frauen. Bravo an alle Frauen, die es heute hinkriegen, die Beine im Bus breitbeinig hinzustellen und nicht übereinander zu schlagen. Ihr seid die wahren Helden im Alltag und womöglich die Retter der Zeit. Retterinnen, pardon. So und jetzt hört auf mit diesem Feminismus, Sexismus.. um was gehts hier überhaupt?!?! Lasst es einfach sein. Euer Leben wird so auch wieder einfacher... Tschaaauuiiii

  • Puni 316 am 24.11.2017 08:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    LOL

    "Nun machen sich auch die Frauen breit". Haben sie das nicht schon immer gemacht? Bagspreading anyone?

  • Nick_Name am 24.11.2017 08:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gesellschaft in Pose

    Da ist sie also. Die Generation Selfie, permanent in Pose. Ein Dutzend Freunde um sich herum, aber mit dem Selfie-Stick, die Handy-Kamera auf sich selbst gerichtet. Von mir aus, posiert wie ihr wollt - gespreizt, geschlossen, schüchtern, lasziv oder sonstwie. Aber ohne Sexismus-Debatte geht wohl nichts mehr heutzutage. Ein Foto spricht an, oder nicht - in einem bestimmten Kontext.

Die neusten Leser-Kommentare

  • BK11215 am 24.11.2017 17:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Welcome at square one

    Habe ich etwas verpasst? Machen das Frauen und Männer nicht seit millionen von Jahren? Wenn eine Gesellschaft aus kulturellen Gründen ein natürliches Verhalten zu unterdrücken versucht, wird sich die Kultur über kurz oder lang ändern müssen. Mehr hinein zu interpretieren mag allerdings ein Overkill sein. Und nebenbei in einem Sitz mehr Platz als gegeben zu beanspruchen, ist kein social statement; its just being a prick.

  • Mirko Donatsz am 24.11.2017 17:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Go for it

    Ohne verdeckten schritt (hand, bag, etc.) fände ich dieses statement noch stärker

  • zocker am 24.11.2017 11:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht freiwillig

    Es wird Zeit zu begreifen, dass wir nicht aus Imponiergehabe etwas breiter sitzen sondern wegen den Dingern die uns zwischen den Beinen hängen. Von mir aus dürfen alle Frauen sehr gerne mit gespreizten Beinen sitzen aber bitte hört auf uns zu unterstellen wir täten das wegen eines Rollenbildes. Und es empfiehlt sich nicht die allerengste Leggins zu tragen wenn man gespreizt im Zug sitzen möchte.

  • LordMacFunk am 24.11.2017 11:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    verstehe ich nicht

    also männer die so sitzen hab ich noch nicht gesehen, ausser vlt diese halbschlauen im öv. aber warum die kopieren muss...?

  • Frau am 24.11.2017 11:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ein Test in Sachen Manspreading

    In einer Besorechung mit nem Kunden sass mein Gegenüber (m) auf einmal sehr demonstrativ mit gespreitzten Beinen vor mir, zurückgelehnt, Hände hinter dem Kopf. Ich wollte ihm (Testweise) vor Augen führen wie unprofessionell er aussieht und setzte mich hin wie er. Seine Reaktion: es gehöre sich nicht für eine Frau so zu sitzen, Beine zusammen! Ich leicht überrascht über den scharfen Ton. Als ich ihn darauf halt n bissl provikativ fragte, ob er nicht eher eingeschüchtert sei durch meine dominanz und der Tatsache, dass ich mehr Eier habe als er, da stand er auf und ging. Ich musste dies meiner Chefin erklären doch traf auch auf Verständnis. Seitdem Manspreade ich extra, wenn ich so jemand Gegenüber oder Nebendran hab. Hat wirklich noch was bequemes anderen Leuten die Geschlechtsteile ins Gesicht zu strecken.