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Oscars 2010
08. März 2010 12:03; Akt: 08.03.2010 12:28 Print
Die Ehrung der Underdogs
Er spielt den Aussenseiter und schrägen Typen, sie ist das Schätzchen der Nation: Viel Gemeinsamkeiten sind zwischen den beiden Oscar-Gewinnern Jeff Bridges und Sandra Bullock nicht zu finden. Und doch folgt ihr Triumph der gleichen Regel.
BIldstrecke: Die Oscarverleihung im «Kodak-Theatre» in Los Angeles am 7. März 2010.
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Manchmal beugt sich die «Academy of Motion Picture Arts and Sciences» dem Publikum und vergibt Oscars an den dominantesten Film des Jahres – 1998 war das mit «Titanic» der Fall. Doch die Academy liebt eben auch Aussenseiter. Es werden goldene Männchen an Filme vergeben, die über Behinderte, Holocaust-Opfer oder abgehalfterte Underdogs handeln. Und eben nicht an «den 500-Millionen-Dollar-Film» «Avatar».
Bridges in «Crazy Heart»: Loser-Typ gewinnt.
Bullock in «The Blind Side»: Späte Ehre für Poster-Girl.
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«Weg vom Fenster, hin zu den Oscars»: Feiert ein Ex-Star ein Comeback, steigen seine Oscar-Chancen. Im Fall von Jeff Bridges und Sandra Bullock, die beide Awards als beste Hauptdarsteller einheimsten, trifft dies ansatzweise zu. Ganz weg vom Fenster waren sie zwar nicht: Bridges erarbeitete sich fortlaufend seinen Status als Kult-Schauspieler, Bullock versuchte die Verwandlung vom Schätzchen der Nation zur ernstzunehmenden Schauspielerin zu meistern. Eine Ehrung des Underdogs ist der heurige Oscar-Erfolg allemal.
«Ohne Euch wäre ich nicht hier oben»
Wieder einmal war es die Rolle eines Aussenseiters, eines schrägen Typen, die Jeff Bridges Ruhm und Ehre einbrachte: Im Drama «Crazy Heart» spielt er einen abgehalfterten Country-Sänger – ohne Schnörkel und mit Tiefe. Es war die fünfte Oscar-Nominierung und der erste Triumph; ein Triumph, der Bridges sichtlich umhaute. Er bedankte sich überschwänglich und bei fast jedem, vor allem aber bei seiner Frau Sue, mit der er seit 33 Jahren verheiratet ist, und seinen drei erwachsenen Töchtern. «Ohne Euch wäre ich nicht hier oben», sagte er.
Bereits eine kleine Auswahl seiner Rollen zeugt von seiner Vielseitigkeit: In der neuen Militärsatire «The Men Who Stare At Goats» glänzt Bridges an der Seite von George Clooney als langhaariger Hippie in Soldatenuniform. Im Comic-Action-Streifen «Iron Man» wird er zum Gegenspieler des Superhelden, gespielt von Robert Downey Jr. Als Psychiater gerät er im Mystery-Thriller «K-Pax» an einen rätselhaften Patienten (Kevin Spacey), in «The Contender» gibt er als US- Präsident den Ton an. «Ich habe nie einen geradlinigen Kurs als Movie-Star verfolgt», begründete er einmal seine abwechslungsreiche Karriere. «Ich freue mich jedes Mal über eine 90-Grad-Wende von meiner letzten Rolle».
Erste Filmrolle als Baby
Der Weg nach Hollywood war Bridges quasi in die Wiege gelegt worden. Seine erste Filmrolle hatte er als Baby in den Armen von Jane Grey in «The Company She Keeps». Dazu kam er, weil sein Vater Lloyd Bridges ein erfolgreicher Hollywood- und TV-Darsteller war. Jeff, der jüngste Sohn der Dynastie, ist längst der berühmteste und erfolgreichste Namensträger. Zum ersten Mal für einen Oscar nominiert wurde Bridges vor fast vier Jahrzehnten, in dem Kultfilm «The Last Picture Show» von Peter Bogdanovich.
Sein musikalisches Talent zeigte er erstmals in «The Fabulous Baker Boys». Als Barmusiker verdrehte er Michelle Pfeiffer den Kopf. Terry Gilliam holte ihn für die skurrile Komödie «The Fisher King» vor die Kamera. Im Drama «Fearless» überlebt er einen Flugzeugabsturz, in «Seabiscuit» spielt er den Besitzer eines in den 30er Jahren berühmt gewordenen Rennpferdes. Die Hauptrolle als philosophierender Loser «Dude» in «The Big Lebowski» unter der Regie der Coen-Brüder war es aber, die seinen Status als Kult-Schauspieler zementierte – und zugleich den als Underdog. Nicht zuletzt deshalb war er für die «Crazy Heart»-Rolle prädestiniert; nicht zuletzt deshalb auch von der Academy geehrt.
Schätzchen der Nation startet als Aussenseiterin
Sandra Bullock ist beileibe kein Comeback-Kid. Dazu war sie zu stetig erfolgreich. Doch im Rennen um einen Oscar startete sie dennoch aus der Underdog-Position: Sie war als Romantic-Comedy-Star zwar ein Kinokassen-Knüller, wurde aber keineswegs als Oscar-Material wahrgenommen. Jahre lang war sie das Schätzchen der Nation – eine Rolle, die sie von Meg Ryan erben durfte – und erlebte die Vor- und Nachteile dieses Status. Der kommerzielle Erfolg war ihr garantiert, doch als Schauspielerin kam sie nicht weiter.
Doch just jener kommerzielle Erfolg war es, der Sandra Bullocks Wandlung zur angesehenen Aktrice ermöglichte: «Dank meinen alten Filmen kann ich Filme wie diesen ['The Blind Side'] überhaupt machen», sagte sie kürzlich. So konnte sie im Windschatten von «Miss Congeniality» oder «The Proposal» sich an kleineren, schwierigeren Rollen («Crash»; «Infamous») testen, bis sie als Adoptivmutter in «The Blind Side» alles vereinen konnte: Publikumserfolg und Kritiker-Anerkennung. Und noch einen goldenen Türstopper dazu …
Im Grossformat auf dem Videoportal
(obi/sda)
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Alle 22 Kommentare



























lächerlich
Das ein Film wie Hurt Locker, der eigentlich nichts spezielles ist den Oscar für beste Musik, beste Regie und bester Film bekommt ist lächerlich. Man merkte richtig wie sehr sich Hollywood darum bemüht hat Avatar NICHT auszuzeichnen, wohl weil er zu erfolgreich war... Hurt Locker bekam all diese Oscars nur weil er von einer Frau gemacht wurde und "es nun endlich Zeit sei, dass eine Frau diese Auszeichnungen bekommt". Wäre dieser Film von einem Mann gemacht worden hätte er diese Oscars nicht erhalten, sehr schade das ganze.
Ja, lächerlich..
Avatar ist wirklich ein sehenswerter Film. Gut gemacht, und bis jetzt einmalig. Aber mal ehrlich: war die Musik besonders gut? War der Schnitt besonders gut? Ist die Geschichte nicht etwas, das schon 100x verfilmt wurde? Und die Schauspieler waren leider viel zusehr mit der 30-Capturing-Technik beschäftigt, als sich um guten Ausdruck oder sowas zu kümmern. Beispiel: Die Stelle, wo Neytiri ihre Trauer über den gefallenen Baum zum ausdruck bringen wollte? - der ganze Kinosaal hat gelacht. Wie ein echter tiefer Schmerz hat es nun leider wirklich nicht ausgesehen...
??
Der Artikel und die Bildstrecke beschäftigen sich praktisch nur mit den Kleidern der Frauen, die Filme sind offenbar völlige Nebensache geworden. Wer entscheidet eigentlich was in und out ist? Ist der Geschmack des Journis massgebend? Ich kann immer noch selber entscheiden, was mir gefällt und was nicht.
The Hurt Locker.... naja
Diese vielen Oscars sind nicht gerechtfertigt. Ok der Film ist in Ordnung, aber hat er doch auch mehrheitlich wegen seiner Thematik, dem Irak-Krieg, soviele Oscars erhalten... USA halt...