Oscars 2010

08. März 2010 12:03; Akt: 08.03.2010 12:28 Print

Die Ehrung der UnderdogsDie Ehrung der Underdogs

Er spielt den Aussenseiter und schrägen Typen, sie ist das Schätzchen der Nation: Viel Gemeinsamkeiten sind zwischen den beiden Oscar-Gewinnern Jeff Bridges und Sandra Bullock nicht zu finden. Und doch folgt ihr Triumph der gleichen Regel.

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Für Durchblick sorgen die Moderatoren des Abends: Steve Martin (links) und Alec Baldwin. Die Schauspieler haben nur dann nicht die Lacher auf ihrer Seite, wenn ... ... Kollegen wie Ben Stiller ihren Auftritt im «Avatar»-Look bestreiten. Dem Maskenbildner gebührt Respekt. Kathryn Bigelow wurde für «The Hurt Locker» zum einen für ihre Arbeit als Regisseurin ausgezeichnet, zum anderen ... ... wurde der Irak-Streifen auch noch bester Film. Regisseur Juan Jose Camponella staunt über den Oscar für den besten fremdsprachigen Film, «El Secreto de Sus Ojos». Christoph Waltz («Inglourious Basterds») nimmt den Preis als bester Nebendarsteller von Penélope Cruz entgegen, sein weibliches Pendant ... ... ist Aktrice Mo'Nique («Precious»). Sandra Bullock heimste ihren ersten Oscar als beste Hauptdarstellerin ein. In Anlehung an ihren gemeinsamen Film «The Fabulous Baker Boys» stellte Michelle Pfeiffer den Kandidaten Jeff Bridges vor, der dann auch ... ... prompt den Titel als bester Hauptdarsteller absahnte. Der Altstar war sichtlich gerührt ob der Ehrung und kam aus dem Danken gar nicht mehr heraus. Das Moderatoren-Duo Martin-Baldwin ohne 3D-Brille. Ein Blick zurück auf den roten Teppich: Cameron Diaz, ... ... Jungdarstellerin Kristen Stewart ... ... und Javier Bardem sowie ... ... Aktrice Kathy Bates. Dieser Mann ist US-Medien-Mogul Sumner Redstone. Die ihn liebende Dame an seiner Seite wird von den Bildagenturen als sein «Date» Malia Andelin geführt.. Prinzessin Lopez und Prinz Anthony (Weitere Bilder vom roten Teppich finden Sie ) Marc Anthony, während Gattin J-Lo Autogramme scheibt. Hier haben wir Jeff Bridges mit Ehefrau Susan. Da fällt der Blick auf Kate Winslett, die sich für das figurbetonte Silberne entschieden hat und feminin-galant daherkommt.

BIldstrecke: Die Oscarverleihung im «Kodak-Theatre» in Los Angeles am 7. März 2010.

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Manchmal beugt sich die «Academy of Motion Picture Arts and Sciences» dem Publikum und vergibt Oscars an den dominantesten Film des Jahres – 1998 war das mit «Titanic» der Fall. Doch die Academy liebt eben auch Aussenseiter. Es werden goldene Männchen an Filme vergeben, die über Behinderte, Holocaust-Opfer oder abgehalfterte Underdogs handeln. Und eben nicht an «den 500-Millionen-Dollar-Film» «Avatar».

«Weg vom Fenster, hin zu den Oscars»: Feiert ein Ex-Star ein Comeback, steigen seine Oscar-Chancen. Im Fall von Jeff Bridges und Sandra Bullock, die beide Awards als beste Hauptdarsteller einheimsten, trifft dies ansatzweise zu. Ganz weg vom Fenster waren sie zwar nicht: Bridges erarbeitete sich fortlaufend seinen Status als Kult-Schauspieler, Bullock versuchte die Verwandlung vom Schätzchen der Nation zur ernstzunehmenden Schauspielerin zu meistern. Eine Ehrung des Underdogs ist der heurige Oscar-Erfolg allemal.

«Ohne Euch wäre ich nicht hier oben»

Wieder einmal war es die Rolle eines Aussenseiters, eines schrägen Typen, die Jeff Bridges Ruhm und Ehre einbrachte: Im Drama «Crazy Heart» spielt er einen abgehalfterten Country-Sänger – ohne Schnörkel und mit Tiefe. Es war die fünfte Oscar-Nominierung und der erste Triumph; ein Triumph, der Bridges sichtlich umhaute. Er bedankte sich überschwänglich und bei fast jedem, vor allem aber bei seiner Frau Sue, mit der er seit 33 Jahren verheiratet ist, und seinen drei erwachsenen Töchtern. «Ohne Euch wäre ich nicht hier oben», sagte er.

Bereits eine kleine Auswahl seiner Rollen zeugt von seiner Vielseitigkeit: In der neuen Militärsatire «The Men Who Stare At Goats» glänzt Bridges an der Seite von George Clooney als langhaariger Hippie in Soldatenuniform. Im Comic-Action-Streifen «Iron Man» wird er zum Gegenspieler des Superhelden, gespielt von Robert Downey Jr. Als Psychiater gerät er im Mystery-Thriller «K-Pax» an einen rätselhaften Patienten (Kevin Spacey), in «The Contender» gibt er als US- Präsident den Ton an. «Ich habe nie einen geradlinigen Kurs als Movie-Star verfolgt», begründete er einmal seine abwechslungsreiche Karriere. «Ich freue mich jedes Mal über eine 90-Grad-Wende von meiner letzten Rolle».

Erste Filmrolle als Baby

Der Weg nach Hollywood war Bridges quasi in die Wiege gelegt worden. Seine erste Filmrolle hatte er als Baby in den Armen von Jane Grey in «The Company She Keeps». Dazu kam er, weil sein Vater Lloyd Bridges ein erfolgreicher Hollywood- und TV-Darsteller war. Jeff, der jüngste Sohn der Dynastie, ist längst der berühmteste und erfolgreichste Namensträger. Zum ersten Mal für einen Oscar nominiert wurde Bridges vor fast vier Jahrzehnten, in dem Kultfilm «The Last Picture Show» von Peter Bogdanovich.

Sein musikalisches Talent zeigte er erstmals in «The Fabulous Baker Boys». Als Barmusiker verdrehte er Michelle Pfeiffer den Kopf. Terry Gilliam holte ihn für die skurrile Komödie «The Fisher King» vor die Kamera. Im Drama «Fearless» überlebt er einen Flugzeugabsturz, in «Seabiscuit» spielt er den Besitzer eines in den 30er Jahren berühmt gewordenen Rennpferdes. Die Hauptrolle als philosophierender Loser «Dude» in «The Big Lebowski» unter der Regie der Coen-Brüder war es aber, die seinen Status als Kult-Schauspieler zementierte – und zugleich den als Underdog. Nicht zuletzt deshalb war er für die «Crazy Heart»-Rolle prädestiniert; nicht zuletzt deshalb auch von der Academy geehrt.

Schätzchen der Nation startet als Aussenseiterin

Sandra Bullock ist beileibe kein Comeback-Kid. Dazu war sie zu stetig erfolgreich. Doch im Rennen um einen Oscar startete sie dennoch aus der Underdog-Position: Sie war als Romantic-Comedy-Star zwar ein Kinokassen-Knüller, wurde aber keineswegs als Oscar-Material wahrgenommen. Jahre lang war sie das Schätzchen der Nation – eine Rolle, die sie von Meg Ryan erben durfte – und erlebte die Vor- und Nachteile dieses Status. Der kommerzielle Erfolg war ihr garantiert, doch als Schauspielerin kam sie nicht weiter.

Doch just jener kommerzielle Erfolg war es, der Sandra Bullocks Wandlung zur angesehenen Aktrice ermöglichte: «Dank meinen alten Filmen kann ich Filme wie diesen ['The Blind Side'] überhaupt machen», sagte sie kürzlich. So konnte sie im Windschatten von «Miss Congeniality» oder «The Proposal» sich an kleineren, schwierigeren Rollen («Crash»; «Infamous») testen, bis sie als Adoptivmutter in «The Blind Side» alles vereinen konnte: Publikumserfolg und Kritiker-Anerkennung. Und noch einen goldenen Türstopper dazu …
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(Quelle: APTN Video)

(obi/sda)

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  • Ric Stalder am 08.03.2010 19:14 Report Diesen Beitrag melden

    lächerlich

    Das ein Film wie Hurt Locker, der eigentlich nichts spezielles ist den Oscar für beste Musik, beste Regie und bester Film bekommt ist lächerlich. Man merkte richtig wie sehr sich Hollywood darum bemüht hat Avatar NICHT auszuzeichnen, wohl weil er zu erfolgreich war... Hurt Locker bekam all diese Oscars nur weil er von einer Frau gemacht wurde und "es nun endlich Zeit sei, dass eine Frau diese Auszeichnungen bekommt". Wäre dieser Film von einem Mann gemacht worden hätte er diese Oscars nicht erhalten, sehr schade das ganze.

    • Dani am 09.03.2010 14:17 Report Diesen Beitrag melden

      Ja, lächerlich..

      Avatar ist wirklich ein sehenswerter Film. Gut gemacht, und bis jetzt einmalig. Aber mal ehrlich: war die Musik besonders gut? War der Schnitt besonders gut? Ist die Geschichte nicht etwas, das schon 100x verfilmt wurde? Und die Schauspieler waren leider viel zusehr mit der 30-Capturing-Technik beschäftigt, als sich um guten Ausdruck oder sowas zu kümmern. Beispiel: Die Stelle, wo Neytiri ihre Trauer über den gefallenen Baum zum ausdruck bringen wollte? - der ganze Kinosaal hat gelacht. Wie ein echter tiefer Schmerz hat es nun leider wirklich nicht ausgesehen...

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  • Peter am 08.03.2010 18:50 Report Diesen Beitrag melden

    ??

    Der Artikel und die Bildstrecke beschäftigen sich praktisch nur mit den Kleidern der Frauen, die Filme sind offenbar völlige Nebensache geworden. Wer entscheidet eigentlich was in und out ist? Ist der Geschmack des Journis massgebend? Ich kann immer noch selber entscheiden, was mir gefällt und was nicht.

  • Martin am 08.03.2010 18:18 Report Diesen Beitrag melden

    The Hurt Locker.... naja

    Diese vielen Oscars sind nicht gerechtfertigt. Ok der Film ist in Ordnung, aber hat er doch auch mehrheitlich wegen seiner Thematik, dem Irak-Krieg, soviele Oscars erhalten... USA halt...