Christoph Waltz

12. März 2010 16:07; Akt: 12.03.2010 16:45 Print

«Er ist bisher immer ein wenig untergegangen»«Er ist bisher immer ein wenig untergegangen»

von Thom Nagy - Seitdem Christoph Waltz den Oscar als bester Nebendarsteller gewonnen hat, ist er ein Superstar. Die Schweizerin Bea Petri hat den Österreicher schon vor mehr als zehn Jahren in Berlin kennen gelernt - und schwärmt heute noch von seiner bescheidenen Art.

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Christoph Waltz ist nach seinem Oscar-Gewinn der Held des deutschsprachigen Europa. Insbesondere in seiner österreichischen Heimat wird er gefeiert. So schreibt die Kronen-Zeitung: «Waltz nun auch in Hollywood am Zenit». Der Kurier geht noch einen Schritt weiter und zitiert einen Kommentator mit dem vollmundigen Spruch: «War klar, dass er gewinnt.» Mit seinem Spruch vom «Über-Bingo» hat Waltz ein geflügeltes Wort geschaffen, das vom österreichischen «Standard» 1:1 übernommen wird. Die «Presse» nimmt den Spruch ebenfalls auf ... Die «Wiener Zeitung» gibt sich seriöser und titelt ganz nüchtern: «Oscar für Christoph Waltz». Auch die deutschen Medien freuen sich über den Erfolg des Charakter-Darstellers. Bild.de zeigt den Österreicher gleich viermal. Stern.de widmet Waltz nicht nur ein romantisches Aufmacher-Bild (mit Penélope Cruz), sondern auch eine kleine Karriere-Retrospektive. Die «Bunte» schreibt euphorisch: «Jetzt ist sein Glück perfekt!» Auch bei Gala.de steht Waltz im Mittelpunkt. Aber Katheryne Bigelow wird ebenfalls gefeiert - schliesslich wurde sie als erste Frau mit dem Regie-Oscar ausgezeichnet. «Christoph Waltz stolz wie Oscar»: Express.de freut sich mit dem Ausgezeichneten. Welt.de schreibt vom «Triumph der Underdogs», zu denen Waltz als Österreicher zweifelsohne gehört. Noch einmal der «Über-Bingo», dieses Mal gefunden bei Spiegel.de. Einzig die «Welt» zeigt sich etwas enttäuscht darüber, dass Deutschland diess Jahr leer ausgegangen ist. Und die Schweizer Kollegen? Sie zeigen sich nur mässig beeindruckt von Waltz-Triumph. NZZ.ch verzichtet bei Titel und Lead auf die Nennung des Österreichers. Und auch bei Tagesanzeiger.ch wird er nicht besonders hervorgehoben. Auch beim «Blick» schafft er es nicht auf die Titelseite.

Die deutschsprachige Presse bejubelt Oscar-Gewinner Christoph Waltz.

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20 Minuten Online: Was ging dir durch den Kopf, als du vom Oscar-Gewinn deines alten Freundes erfahren hast?

Bea Petri: Ich bin ein wenig sentimental geworden und hab eine kleine Freudenträne verdrückt. Gerade bei Christoph rührt mich das schon sehr: Er ist so ein guter Mensch. Er verdient diesen Preis umso mehr, als dass er trotz guter Leistungen noch nie in einem grossen Film zu sehen war. Ich würde fast sagen, er ist bisher immer ein wenig untergegangen.

Wie und wann ist dieses Bild entstanden?

Das war 1998, bei den Dreharbeiten zum Film «Einsteins Ende» in Berlin. Waltz spielte in dem Film die Hauptrolle neben Harald Juhnke. Der Film ging dann aber durch irgendwelche Umstände unter - ich habe gehört, es lag an den Finanzen, aber so genau weiss man das ja nicht. Er kam auf jeden Fall nie ins Kino und wurde auch nicht am Fernsehen ausgestrahlt.

Was hast du am Set gemacht?

Ich war lange Zeit die Maskenbildnerin von Harald Juhnke und habe Christoph über ihn kennen gelernt. Bei «Einsteins Ende» hab ich die beiden geschminkt.

Stach Waltz damals in irgendwelcher Weise heraus?

Ich habe ihn als unglaublich bescheidenen, intelligenten Schauspieler erlebt. Und lustig war er. Die Chemie zwischen Juhnke und ihm in der Maske war unglaublich. Die beiden wurden dicke Freunde, schliesslich arbeiteten sie acht Wochen Tag und Nacht intensiv an dem Film, das schweisst zusammen.

Wie war seine Arbeitshaltung?

Sehr, sehr diszipliniert. Er hat sich seinen Erfolg hart erarbeitet.

Hast du ihm gratuliert zu seinem Oscar?

Nein, wir haben seit Jahren keinen Kontakt mehr. Das verläuft sich oft in diesem Geschäft. Er wollte mich im Anschluss an «Einsteins Ende» zwar für einen Film engagieren, aber ich war da schon mit «Lüthy & Blanc» beschäftigt.

Hast du Inglourious Basterds gesehen?

(lacht) Nein, ich bin einfach nicht dazu gekommen. Aber das werde ich auf jeden Fall nachholen.

Womit beschäftigst du dich heute?

Ich arbeite nach wie vor bei zwei, drei Filmen pro Jahr als Maskenbildnerin mit, das ist nach wie vor meine Leidenschaft. Daneben betreibe ich zwei Schminkbars und engagiere mich vor allem auch mit dem Projekt «Nasmode» in Burkina Faso. Dabei handelt es sich um eine Ausbildungsstätte für Schneiderinnen, Kosmetikerinnen und Coiffeusen, die noch eine Zusatzbildung zur Maskenbildnerin machen können. Afrika hat eine grosse Filmindustrie und in Burkina Faso findet alle zwei Jahre das grösste afrikanische Filmfestival statt.

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  • Gostoso am 12.03.2010 22:54 Report Diesen Beitrag melden

    Idol

    Unser Idol: Harald Juhnke!