Zum Todestag von Lady Di

31. August 2017 08:21; Akt: 31.08.2017 09:55 Print

«Sie hat uns mit Liebe überschüttet»

Lady Di wurde heute vor 20 Jahren jäh aus dem Leben gerissen. Prinz William und Prinz Harry verloren ihre Mutter – das britische Volk ihre «Königin der Herzen».

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Am 10. August besuchte Prinzessin Diana Landminenopfer in der Nähe von Sarajevo. Wenige Wochen später ist die damals 36-Jährige tot. Ein schwerer Autounfall löschte ihr Leben aus. Millionen weinten um die Frau, die als «Königin der Herzen» dem britischen Königshaus Sympathien einbrachte. Heute jährt sich ihr Todestag zum 20. Mal. Dianas damaliger Freund, Dodi Al-Fayed, sass mit der Prinzessin im Unglücksauto. Um 00.06 Uhr verliess das Paar das Hotel Ritz. Um 00.25 Uhr bog der schwarze Wagen in den Pariser Alma-Tunnel ein und rammte einen Pfeiler. Später sollte sich herausstellen, dass Henri Paul, der Unglücksfahrer, alkoholisiert und unter Einfluss von Medikamenten hinter dem Steuer sass. Er, Diana und Dodi erlagen ihren Verletzungen. Nur Dianas Leibwächter Trevor Rees-Jones überlebte den Unfall mit schweren Verletzungen. Am 6. September 1997 stand die Welt still: Millionen schauten sich die Trauerfeier im Fernsehen an. Besonders traurig: Prinz Harry stellte einen Brief an seine Mutter mit der Aufschrift «Mummy» auf den Sarg. Prinz Philipp, William, Dianas Bruder Earl Spencer, Harry und Prinz Charles liefen hinter dem Sarg her. Einer der schwierigsten Momente seines Lebens, sagte Prinz William kürzlich in einem Interview mit der BBC. Dianas Grab liegt auf einer Insel auf dem Familienanwesen Althorp Park. Angeblich fürchtete man zu viele Besucher, weshalb die Grabstätte auf privatem Grund liegt. An der Trauerfeier in der Westminster Abbey berührte Elton John die Anwesenden (und Trauernden vor dem Fernsehgerät) mit einer Version seines 1973er-Hits «Candle in the Wind». In der Originalversion ging es um Marilyn Monroe. Für die verstorbene Diana ersetzte Elton John die erste Zeile «Goodbye Norma Jean» durch die Worte «Goodbye Englands Rose». Er soll gesagt haben, dass er den Song nie wieder in seiner ursprünglichen Fassung singen wolle. Die beiden waren laut Medienberichten sehr enge Freunde. Wie alles begann: Diesen Kurz-Kuss mit Charles an der Hochzeit am 29. Juli 1981 sahen fast eine Milliarde Menschen im TV. In einem Interview erwähnte Diana einst, dass sie den Kronprinzen vor der Hochzeit nur 13 Mal gesehen habe. Ein Reporter fragte das Paar vor der Hochzeit, ob es verliebt sei. Diana hat geantwortet: «Ja sicher». Charles habe gezögert und gesagt: «Was immer Verliebtsein bedeutet.» In der Rückschau glauben viele, dass hier bereits klar war, dass sein Herz noch einer anderen gehörte. Ein Verlobungsbild: Diana soll sich den Ring (den jetzt übrigens Herzogin Catherine trägt, obwohl Diana ihn Prinz Harry vererbt hatte) selbst ausgesucht haben. Für Royals unüblich stammt er aus der Kollektion eines Juweliers und ist offenbar kein extra für die blaublütige Braut angefertigtes Unikat. Das Paar beim gemeinsamen Skifahren in Klosters. Seit Jahrzehnten royale Ski-Destination. Diana 1984. Hier ist sie mit Prinz Harry schwanger. Ein Foto aus noch (einigermassen?) glücklichen Tagen: Vermutlich das erste Familienbild nach Prinz Harrys (der heisst ja eigentlich Henry) Geburt. Der kleine Mann ist hier gerade mal drei Wochen alt. William ist zwei. Die Familie im Jahr 1986 zu Besuch bei einem anderen König. Prinz Charles setzt Harry auf König Juan Carlos' Hund. Königin Sofia und und Prinzessin Diana schauen zu. William will vermutlich auch gern mal reiten. Die ganze Familie auf einer Treppe vereint: Das Bild wurde im Marivent Palast in Palma de Mallorca aufgenommen. Diana (mit Prinz William auf dem Arm) und Charles kommen 1983 in Alice Springs in Australien an. Prinz Charles galt als sehr unnahbar. Sie als besonders freundlich und charmant. Voilà - hier läuft Diana mit der dritten Person in ihrer Ehe durchs Bild. Die Dame heisst Camilla Parker-Bowles. Inzwischen ist sie seit zwölf Jahren mit Prinz Charles verheiratet. Die beiden hatten angeblich schon vor der Hochzeit von Diana und Charles eine Liebschaft gehabt. Er soll Diana auch mit ihr betrogen haben. Diana nannte sie «The Rottweiler». So sieht ein Ehepaar aus, dass sich auseinander gelebt hat oder sich gerade auseinanderl ebt. Prinz Charles und Diana bei einem Staatsbesuch in Südkorea 1992. 1995 gab Diana der BBC ein grosses Interview. Sie nahm Stellung zu Bulimie-Gerüchten und zu der ihr nachgesagten Affäre mit dem Reitlehrer James Hewitt. Das Interview war selbstverständlich ein Riesenerfolg. Diana erarbeitete sich den Titel «Königin der Herzen» mit ihrem Engagement. Sie setzte sich gegen Landminen ein und kämpfte für die Rechte von Bedürftigen. Im Gegensatz zum Rest ihrer ehemaligen Familie kannte sie keine Berührungsängste und gab sich stets volksnah. Die Kehrseite der Medaille: Paparazzi verfolgten die Prinzessin auf Schritt und Tritt. Die Vorwürfe, besonders aggressive Fotografen hätten den Unglückswagen in der Pariser Unglücksnacht gejagt, wurden durch verschiedene Untersuchungen der Behörden entkräftet. Trotzdem schossen einige Fotografen noch Bilder der sterbenden Diana im Wrack. Im Verlauf ihres Lebens sorgte Lady Di für manchen Fotomoment: Hier tanzt sie 1985 anlässlich eines Dinners im Weissen Haus mit John Travolta. Das Kleid versteigerte sie viele Jahre später für einen guten Zweck. Die Idee zur Kleiderversteigerung hatte Prinz William. Die kleine Clutch hatte sie nicht für das Nötigste dabei. Mit dem Täschchen soll sie auch beim Aussteigen aus Limousinen allzu tiefe Einblicke ins Dekolleté verhindert haben. Kurz vor ihrem Tod traf Diana Hillary Clinton, damals bereits First Lady. Es ging um eine Wohltätigkeitsveranstaltung des Roten Kreuzes. 1985 traf sie Papst Johannes Paul II.. Ladi Di und Prinz Charles mit Saudiarabiens König King Fahd im Jahr 1986. Ihre Schwiegermutter Queen Elizabeth soll erst nach langem Zögern in die Scheidung von Prinz Charles eingewilligt haben. Diana als kleines Mädchen. Sie soll keine gute Schülerin gewesen sein und zweimal ihr Abschlussexamen verhauen haben. Im Alter von 19 Jahren arbeitete sie in einem Kindergarten. Mit diesem Bild trat sie ins öffentliche Gedächtnis ein - 1980 kamen erste Gerüchte über eine mögliche Liebschaft mit dem Kronprinzen auf. Später sollte sie zur zeitweise meistfotografierten Frau der Welt avancieren.

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Es gibt wenige Momente, die sich so ins kollektive Gedächtnis einbrennen. «Wo warst du, als Diana starb?», ist eine Frage, auf die praktisch alle Leute so ab Mitte 30 eine Antwort wissen. Ihre Söhne William und Harry (damals 15 und 12) weilten damals gerade in den Sommerferien auf Schloss Balmoral.

Ans letzte Telefongespräch mit ihrer Mutter, die sie in einem aktuellen TV-Interview «als grosses Kind» beschreiben, erinnern sich beide. Beide bereuen, wie wenig Zeit sie sich genommen haben. «Sie hat aus Paris angerufen. Ich kann mich nicht unbedingt an das erinnern, was ich damals gesagt habe», sagt Harry. William habe ihr erzählt, dass sie eine gute Zeit hätten. «Harry und ich hatten es total eilig, uns zu verabschieden.»

Stunden nach diesem Telefongespräch war Diana tot

Zu dieser Zeit ahnten sie nicht, dass ihr Leben nur wenige Stunden später nie wieder das gleiche sein sollte. Diana weilte zu diesem Zeitpunkt in Paris, wollte mit ihrem damaligen Freund Dodi Al-Fayed zu Abend essen. Um kurz vor zehn ging das Paar ins Hotel Ritz. Eine riesige Paparazzi-Schar belagerte die beiden. Sicherheitschef Henri Paul wurde aus seinem Feierabend zitiert, er sollte auf die berühmten Gäste aufpassen, gesellte sich dazu, trank etwas.

Um kurz nach 12 Uhr verliessen sie das Luxushotel durch einen Hintereingang. Henri Paul sollte Diana, Dodi und deren Leibwächter Trevor Rees-Jones nach Hause bringen. Nur wenige Minuten später rammte die Limousine einen Brückenpfeiler im Pariser Alma-Tunnel. Dodi Al-Fayed und Henri Paul starben noch an der Unfallstelle. Diana erst einige Stunden später im Spital. Der Bodyguard überlebte schwer verletzt. Rastlose Fotografen lichteten die Schwerverletzte noch im Auto-Wrack ab. Sie wurden abgeführt, galten kurz nach dem Unfall als Schuldige. Die Frage, ob aufdringliche Fotografen den Unfall verursacht haben, stand sofort im Zentrum.

Verschwörungstheoretiker verstummen nicht

Die Ermittlungen zeigten jedoch, dass Henri Paul im Hotel nicht nur Saft (wie Leibwächter vermuteten) zu sich genommen hatte. Er sass alkoholisiert und unter dem Einfluss von Medikamenten hinter dem Steuer. Der Fall galt als geklärt.

Verschwörungstheorien kamen trotzdem auf. Auch Dodis Vater, Kaufhaus-Milliardär Mohamed Al-Fayed glaubt, dass es sich beim Crash im Alma-Tunnel um keinen normalen Unfall handelte. Eine beliebte Theorie: Der britische Geheimdienst habe Diana als unliebsames Mitglied der königlichen Familie aus dem Weg geräumt und damit praktischerweise gleich noch eine Schwangerschaft vertuscht. Auch nett: Lady Di habe ihren Tod selbst inszeniert, damit sie endlich in Ruhe leben könne. Diana wurde von Fotografen auf Schritt und Tritt verfolgt. Diese Stimmen werden wohl nie verstummen.

Prinz William: «Ich höre immer noch ihr Lachen»

Was bleibt sicher? Die Erinnerung zweier junger Männer, die auch 20 Jahre später um ihre Mutter trauern. Prinz William im Interview: «Ich höre immer noch ihr Lachen. Sie hat uns mit Liebe überschüttet.»

Die Trauerfeier am 6. September verfolgten weltweit rund 2,5 Milliarden Menschen vor dem TV, rund drei Millionen Menschen säumten den Trauerzug in den Strassen von London.

(bbe)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sonja B. am 31.08.2017 09:11 Report Diesen Beitrag melden

    Ihr Tod ist tragisch und hat alle

    tief betroffen gemacht. Die Prinzen haben in einer schwierigen Lebensphase ihre Mutter verloren. Wenigstens hat dank ihr und ihrem Tod ein gewisses Umdenken am Hofe stattgefunden. Aber, ich denke auch, dass man sie endlich ruhen lassen sollte. Müssen wir nun alle 5 Jahre wochenlang die gleichen Dokumentationen am Fernsehen sehen und weitere, völlig belanglose Details aus ihrem Leben ausgraben? Muss jeder, der irgendwann mal Kontakt zu ihr hatte nach 20 Jahren vor die Kamera und tränendrüsendrückende Statements von sich geben? Lasst sie in Würde und Ruhe ruhen.

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  • Therese Wenger am 31.08.2017 09:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ...halt keine VIPs...

    Es gibt viele Menschen, welche Liebe geben... nur sind sie halt keine VIP. Ich möchte all denen, welche in dieser Zeit Menschen unterstützen, ihnen Mut und Hoffnung geben ein ganz grosses Kränzchen winden, denn solche Menschen braucht die Welt!

  • Blixen am 31.08.2017 09:08 Report Diesen Beitrag melden

    Wie gestern

    Ich weiss noch genau, wo ich war und was ich tat, als ich die Nachricht bekam. Das Leben dieser Frau war eine Tragödie. Damals wurden Seelennöte von den Menschen nicht beachtet und als Spinnerei abgetan. Ihr hätte nur jemand zuhören und helfen müssen, als es ihr schlecht ging, und sie würde noch heute leben. So jedoch hat sie sich in eine Sackgasse begeben, in der es keinen Wendeplatz gab. Sie war schwierig, aber auch liebenswert. Sie hätte "eine Mama" gebraucht. hat sie sich selber im Kreis gedreht und fand den Ausgang nicht mehr. Schade um sie.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Treki am 01.09.2017 11:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bitte nicht schon wieder

    Ich kann die D nicht ausstehen und der Hype um sie erst recht nicht. Unter der polierten Haube war auch sie eine Fremdgeherin und Geldgeil. Die guten Taten hat sie sicherlich nur gemacht um sich zu profilieren- das gute daran dass es was genützt hat. Aber es gibt unzählige nicht Promis, welche ihr Leben dafür geben anderen zu helfen und sie tun es mit ganzem Herzen und aus Überzeugung

  • ali ben king am 01.09.2017 08:17 Report Diesen Beitrag melden

    Was soll dieses Brimborium eigentlich?

    Vor 20 Jahren hatte eine Frau in England einen tödlichen Autounfall! Sie hat ja auch fleissig an ihrem Karma gearbeitet, wie jede(r) andere auch. Das war's!

  • Markus R. am 01.09.2017 00:59 Report Diesen Beitrag melden

    Lady Diana war die beste Prinzessin die

    das Königshaus je gesehen hat. Nicht nur war sie eine liebevolle Mutter, sie setzt sich auch für die Benachteiligen ein, was nun ihre Söhne fortsetzten. Ich hoffe schwer, dass Prinz William der nächste König von Grossbritannien wird, und dem Königshaus den Glanz seiner verstorbenen Mutter zurückgibt.

  • G.E.I. am 31.08.2017 21:49 Report Diesen Beitrag melden

    Manche haben weder Anstand ...

    ... noch Hirn. An alle, die hier lästern und hassen: Wieso kommt Ihr denn her und tut das? Übergeht doch diesen Artikel und lasst es sein, wenn es Euch so egal ist. Könnt Ihr Euch nicht vorstellen, dass es Menschen gibt, die davon betroffen sind? Ich war um sie herum, seit sie ein Kind war; habe sie als Braut gesehen, als Ehefrau und Mutter, und ich habe sie mit zu Grabe getragen. Ich kam hierher, als sie starb. Seit Jahrzehnten kamen wir in die Schweiz, weil es hier Ruhe gab. Weil alle anständig waren. Hat sich das geändert?

  • Anti VIP am 31.08.2017 15:50 Report Diesen Beitrag melden

    Untreue Diana

    Wäre sie treu gewesen, wäre das nicht passiert. Arme, untreue Diana!

    • Donatella am 31.08.2017 16:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Anti VIP

      Und Charles ? Er hatte der erste Stein geworfen. Diana war nur gut genug, dass Charles Nachkommen hat, aber geliebt hat er Camilla. Dann stand es Diana auch zu !

    • L. Lorenzo am 31.08.2017 19:50 Report Diesen Beitrag melden

      War auch sehr gut mit Diana befreundet

      Hab Diana ähnlich gut gekannt wie Anti VIP und Donatella..... nämlich gar nicht! Was wisst ihr schon was hinter dieser Mauer tatsächlich abging? Klatschpresse?

    • Pearl am 31.08.2017 22:58 Report Diesen Beitrag melden

      @ Anti VIP

      Wie bitte? Seit wann müssen Geschiedene ihrem Expartner treu sein? Sie war nach der Scheidung Single und durfte tun und lassen was sie wollte... obwohl sie mit der ständigen Belagerung kaum Ruhe hatte. Diana würde sich ab dieser Aussage im Grab umdrehen, sehr beleidigend. Sie hat Charles von Herzen geliebt, wurde massiv betrogen und hat enorm gelitten deswegen. Gerne zitiere ich einen Bekannten von Diana: Sie war eine aristokratische Frau, welche sehr schlecht behandelt wurde.

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