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50 Jahre Grant
02. September 2010 06:58; Akt: 02.09.2010 08:15 Print
«Ich war jung – Hugh auch»
Am 9. September wird Hugh Grant 50. Aus diesem Anlass hat die «Daily Mail» die Frau ausfindig gemacht, die sein Leben am nachträglichsten veränderte. Liz Hurley ist es nicht.

Die «Mail» wird fündig.
«Das war die Nummer, die mein Leben veränderte, Schätzchen», so Divine Brown heute über ihre Begegnung mit Hugh Grant am 27. Juni 1995, «das Ereignis, das mir eine Million Dollar einbrachte.» In der Tat hatte das 20-minütige sexuelle Rencontre für beide weitreichende Folgen.
Divine Brown damals, am 27. Juni 1995, ...
... mit Hugh Grant.
«Was hast du dir dabei gedacht?» Am Samstag nach der Verhaftung nahm Hugh Grant zum Erstaunen aller den Termin bei Jay Leno wahr. Das Interview erwies sich als Karriere entscheidenden Moment für beide Involvierte.(Bild: Keystone)
Hugh Grant war damals zwar der Star von «Four Weddings and a Funeral», in den USA aber noch nicht allzu bekannt. Der Skandal war für ihn eine Erniedrigung sondergleichen, wurde aber auch ein Bekanntheits-Turbo: Mehrere Hollywood-Angebote folgten. Für die Prostituierte Divine Brown sprang neben einem Talkshow-Auftritt eine eigene Modelinie und nicht zuletzt eine fette Einkommenssteigerung heraus, die ihr den Ausstieg aus dem Milieu ermöglichte.
So kann die britische Zeitung «Daily Mail» berichten, dass Divine Brown heutzutage keineswegs wie die Strassenhure aussieht, die sie vor 15 Jahren einmal war. Der üppige Haarschopf und die vollen Lippen, die damals Hugh Grant so gefielen, sind noch vorhanden, doch heute hat sie ein 21-monatiges Baby im Arm und ein hübsches Haus in der Vorstadt von Atlanta im Bundesstaat Georgia.
Die Göttliche findet zu Gott
Bei der Begegnung mit den «Daily Mail»-Journalistinnen Rebecca Hardy und Barbara McMahon äussert Brown Erstaunen darüber, dass ihr einstiger Freier Hugh Grant demnächst 50 wird. «Ich probierte in jener Nacht ein paar ausstehende Rechnungen zu bezahlen», so Brown, «und sieh an! Ich bekam ein Promi. Ich willigte ein, für 50 Dollar mit ihm zu gehen, doch am Ende hatte ich mehr als das Zehntausendfache. Gott hat für uns alle einen Plan.»
Offenbar hat Divine – die Göttliche – zu Gott gefunden. Dabei war Divine Brown ihr Künstlername: Heute zieht sie es vor, unter ihrem Geburtsnamen Stella Thompson ein bürgerliches Leben zu führen. Zusammen mit ihrem Verlobten Richie Fedicchini führt sie eine Musik-Produktionsfirma. «Ich habe heute das wunderbarste Leben. Ich habe ein schönes neues Haus mit drei Schlafzimmern und vier Badezimmern. Es ist sehr schön, und ich habe noch einen hübschen Garten mit Blumen – zwar keinen Pool, dafür aber einen Lattenzaun. Ich danke dem Herrn jeden Tag.»
Nicht so Hugh Grant. Er ist zur Zeit Single, kinderlos und demnächst 50 – ein Meilenstein, vor dem es ihm graut: «Vielleicht habe ich da mal einen Pakt mit dem Teufel gemacht: Ich darf jetzt Spass haben und alles andere später ausmisten», so Grant jüngst, «doch nun kommt der Teufel wieder zurück und sagt ‚Hey, die Zeit ist um und ich nehme dich mit in die Hölle, damit du ein trauriger einsamer alter Mann wirst.’»
«Ich könnte ihn bestimmt trösten!»
«Verdammt schade, dass er kein dauerhaftes Glück gefunden hat», so Brown darauf. «Doch wer weiss? Es ist noch nicht zu spät, ein wenig runterzukommen, eine liebe Frau zu finden und Kinder zu kriegen. Schaut mich an! Ich bin glücklich und habe Frieden gefunden – endlich. Wir sind nicht perfekt. Wir machen Fehler. Ich war jung – Hugh auch – doch man kann uns unsere Sünden vergeben und weitergehen.»
«Wenn er traurig ist, könnte ich ihn bestimmt trösten – garantiert!» Der liebe Gott hin oder her, Divine Brown ist einer Prise dreckigen Humors nicht abgeneigt. «Ich frage mich, ob er noch an jene Nacht denkt? Ich weiss, dass er es liebte[…] Er machte mir dauernd Komplimente wegen meiner Lippen und meiner Füsse. Ich nehme an, er hat einen kleinen Fuss-Fetisch.»
Anfänglich dachte sie, Grant sei ein Polizeioffizier, als er in seinem weissen BMW mehrmals um ihren Block kurvte. «Er hielt immer neben mir an. Es hatte mehrere Mädchen auf dem Block, doch er wollte mich. Schliesslich machte ich mir Mut, um ihn zu konfrontieren. Ich sagte: ‚Ich rufe die Bullen, wenn du mich weiter belästigst.’ Er sagte, ‚Ich will dich. Du bist wunderschön.’ Er hörte sich ein wenig wie Prince Charles an, doch er versuchte, seinen Akzent zu verbergen.»
«Dann klopfte es an unserem Fenster»
Angeblich wurde Hugh Grant auch im wahren Leben seinem Image als Charmeur und Gentleman gerecht. «Er redete ständig darüber, wie hübsch ich war und wie ihm meine Lippen und Füsse gefielen.» Die 20-minütige Romanze flog schliesslich auf, weil die Bremslichter des BMWs an und aus gingen. «Er drückte mit seinem Fuss dauernd aufs Bremspedal», so Brown, «dann klopfte es an unserem Fenster».
Grant, der zu dem Zeitpunkt mit dem Dreh von «Nine Months» beschäftigt war, wurde in der Folge zu einer Geldstrafe von 1180 Dollar wegen Sex in der Öffentlichkeit verurteilt. Der Skandal bedeutete für ihn einen Image-Schaden sondergleichen. Doch er trat alsbald die Flucht nach vorn an, gab seine Schuld in Talkshows frank und frei zu. Vielleicht war es diese Ehrlichkeit, die es ihm ermöglichte, die Beziehung zu Elizabeth Hurley zu retten. Weitere fünf Jahre blieben die beiden noch zusammen, bis sie sich anno 2000 doch trennten. Heute ist Hugh Grant Pate von Hurleys Sohn Damian und gilt als enger Freund des britischen Supermodels.
Nach eigenen Angaben will Divine Brown umgerechnet mehr als zwei Millionen Franken mit Fernsehauftritten, Fotos und Filmen verdient haben. Vieles davon hat sie freilich ausgegeben: «Da war ein Haus in Beverly Hills, ein Rolls-Royce», doch sie hat genug auf die Seite getan, um ihr den Neustart in Atlanta zu ermöglichen. «Die Strasse ist kein Ort für eine Lady. Eine Dame soll sich um ihre Familie kümmern dürfen, kochen, Gartenarbeiten erledigen und ihre Familie aufwachsen sehen. Die Liebe wohnt zuhause» …
Eine Erkenntnis, zu der Hugh Grant wohl auch gerne gekommen wäre. Doch zum 50. klingelt bekanntlich der Teufel an die Türe - und zeigt auf die Uhr.

























