Biebers wunderliche Tour de Suisse

15. Juni 2017 08:01; Akt: 17.06.2017 11:06 Print

«Die Fans überschreiten Grenzen für Social Media»

von Martin Fischer - Seit fünf Tagen ist Justin Bieber mittlerweile in der Schweiz unterwegs – auf kuriosen Pfaden. Die Fans, die ihn zu sehen bekommen, ereifern sich umso mehr.

Justin Bieber läuft am späten Dienstagabend durch Chur. (Video: Leser-Reporter)
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Gut sichtbar, in knallgelben Outfits, ist Justin Bieber (23) seit der ersten Sichtung am Sonntag in Zürich jeden Tag aufs Neue an einem anderen Ort aufgetaucht. Biebers bisherige Schweiz-Reiseroute, so weit sie bekannt ist, weist erstaunliche Eckpunkte auf: China-Wiese Zürich, Golfplatz in Bad Ragaz, Dieci-Pizzeria in Chur.

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Nicht gerade ein Programm, das man als Ortskundiger einem Besucher dieses weltberühmten Reiselands zusammenstellen würde. Kein Matterhorn, kein Bärengraben, kein Luzern, kein Ticino.

Nächster Halt Fashion Outlet Landquart?

Gut denkbar, dass wir als Nächstes Bilder von Biebs im Fashion Outlet Landquart, einer Autobahnraststätte in Glarus oder dem Flughafen-Kiosk in Bern-Belp zu sehen bekommen. Falls er inzwischen aus Chur ab- und weitergereist ist.

Das lässt vor allem einen Schluss zu: Bieber meidet allzu bevölkerte Touristen-Hotspots, weil er hierzulande tatsächlich ein paar ruhige Tage verbringen will. Dass diese Rechnung für den bekanntesten Menschen des Planeten (mit addierter Instagram- und Twitter-Gefolgschaft) nicht aufgeht, haben wir mittlerweile deutlich gesehen.

Was die irren Bieber-Tage ebenfalls gezeigt haben: Wenn Herr Bieber um die Ecke kommt, verhalten sich auch die für Zurückhaltung bekannten Schweizer nicht mehr wie gewohnt und verlieren ihren Anstand. Wo Justin auch auftaucht, umzingeln ihn Menschen, einige versuchen ihn anzufassen, kreischen ihm ins Gesicht.

«Social Media verleitet dazu, Grenzen zu überschreiten»

Mitschuld daran tragen auch die Smartphones beziehungsweise Social Media, vermutet Manuel P. Nappo, Leiter der Fachstelle Social Media an der Hochschule für Wirtschaft Zürich. «Der Drang, einen solchen Moment mit seiner Snapchat-, Facebook- oder Instagram-Community zu teilen, verleitet Fans verstärkt dazu, den Stars näher zu treten oder eben sogar Grenzen zu überschreiten», erklärt er.

Zudem schaffen Social-Media-Accounts auch vonseiten der Stars eine täuschende Nähe, die die Fans in solchen Momenten falsch interpretieren. «Justin Bieber präsentiert sich nahbar und ist medial omnipräsent. Da fällt es Fans natürlich schwer, zu verstehen, dass auch er persönliche Grenzen hat», sagt Soziologie-Professorin Sophie Mützel von der Universität Luzern. Was sich in Biebers Fall letztlich vernichtend auf dessen Freizeitgestaltung auswirkt.

Der Superstar wirkt genervt

Der Popstar erträgt die Aufregung um ihn jeweils stoisch: Höflich bittet er die Fans, sich zu beruhigen und Abstand zu nehmen, er sagt «Hi», erklärt, dass er keine Fotos machen will. Und doch spürt man, wie sehr solche Momente an seinen Nerven zehren (siehe Video). Wir erinnern uns: 2016 entschied Bieber, keine Fan-Selfies mehr zu machen, weil er sich «wie ein Zootier» fühle.

Dass ein Star von Biebers Format sich derart unter die normalen Leute mischt, hat in der Schweiz Seltenheitswert. Was wir wieder mal aus nächster Nähe gesehen haben: Es ist wahnsinnig anstrengend, ein Superstar zu sein. Und unmöglich, einen entspannten Tag am See oder einen Abend mit Freunden in der Pizzeria zu verbringen.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • 8M76 am 15.06.2017 08:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dann lasst es....

    Dann bringt doch auch nicht jedes Foto bei 20Min. Die Medien sind ja auch total auf die Story aus. Dieser Artikel ist ein Witz! Armer Justin, keine Privatsphäre schreiben und das mit grossem Foto, seiner Schweizerreise und als Headartikel!!!!

  • afedial am 15.06.2017 08:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kein Verständnis für solch einen Verfolgungswahn..

    Ich bin kein Fan von Justin, aber ein Fan von Privatssphäre! Warum kann man nicht einfach einen Mensch - Mensch sein lassen. Ich wäre auch völlig abgenervt! Geniesst euer Leben!

  • Berlisch am 15.06.2017 09:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nervig

    Hoffe er ist bald wieder weg.Jeden Tag Bieber nervt

Die neusten Leser-Kommentare

  • Kamui am 15.06.2017 16:13 Report Diesen Beitrag melden

    Er lebt davon

    Warum hat er unter anderem so viele millionen auf dem konto? Weil er viele fans hat und die auch will. Man weiss heute doch nur zu gut was es mit sich bringt wenn man berühmt wird. Anfangs der karriere zeigen sich alle so nahbar um möglichst viele fans zu kriegen. Klar möchte jeder eine privatsphäre. Soll er doch mal nein zu fans und medien sagen und auf ein paar milliönchen verzichten. Mein mitleid hält sich in grenzen.

  • Mensch am 15.06.2017 13:49 Report Diesen Beitrag melden

    Voll peinlich solche Leute

    Habe mal Gimma im Aperto nach seinen Gurten auftritt getroffen und Ihn wie einen normalen Menschen begrüsst so konnte ich sogar mit Ihm sprechen ohne das er sich belästigt gefühlt hat. Ich denke Promis verhalten sich viel offenen wenn man sich normal verhaltet und nicht gleich schreit oder HEULT.

  • Mr. Spock am 15.06.2017 13:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    armer biebs

    und medien wie die Ihre fördern das ganze noch, tagtäglich.

  • Bieberli am 15.06.2017 12:50 Report Diesen Beitrag melden

    Gelber Pulli

    Wieso hat der Junge seit Tagen immer dasselbe Pullover an und ist ihm darin nicht zu heiss? Die letzten Tage war es immer über 27° Grad... OMG

  • seven am 15.06.2017 12:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    mir wird übel

    Der Belieber hat immer noch die Bubenstimme, nur der Technic wegen. Echt ist die Stimme nicht mehr! Das ist kein Musikstar. Elvis und co. würden sich im Grabe drehen wenn sie könnten.