In Monaco mit Chris Hemsworth

29. Mai 2017 20:01; Akt: 30.05.2017 12:09 Print

Thor sorgt für die richtige Konsistenz beim Fondue

von Bettina Bendiner - Am 75. Grand Prix von Monaco geht es um vieles: 20 Minuten durfte für einmal mit Chris Hemsworth und anderen Berühmtheiten ein bisschen reich sein.

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Einfach für Sie, geschätztes Publikum: In dieser Bildstrecke geht es um den Grand Prix von Monaco. Behind the Scenes - sozusagen. Und weil Sie diese Zeilen nicht in unserem Sportteil lesen, sollte es Ihnen nun dämmern, dass es hier nicht so wirklich um Sport geht. Für alle Nicht-Kenner der Materie: Das ist Sebastian Vettel. Er hat den Grand Prix für die Scuderia Ferrari gewonnen. Herr Vettel bei der Arbeit. Auch dieses Gesicht sollten Sie sich merken. Das ist Daniel Ricciardo. Er ist für das Red Bull Racing-Team auf Platz drei gefahren. Bitte beachten Sie die Kopfbedeckung. Das Thema Kopfschmuck wird sich im Folgenden wiederholen. Voilà - auch Herr Ricciardo musste am Sonntag arbeiten. Dieser dritte Platz ist hart verdient. Sie werden sehen. Aber auch das ist Fomel 1. Begrüssen Sie mit uns Chris Hemsworth. Der Australier fungierte am 75. Grand Prix von Monaco als Markenbotschafter. Tag Heuer lud rund 100 Menschen auf eine Super-Yacht ein. Mit an Bord Thor – und 20 Minuten. Selten fühlte sich ein Schiff so sicher an. Nicht einmal eine Kochmütze entstellt diesen Australier. Beim Interview auf der Yacht verrät er übrigens: «Wenn ich meinen Style ändere, dann hat das einfach irgendjemand von mir verlangt.» Hier sehen wir ihn allerdings in privat. Das blaue Hemd hat er später in der VIP-Loge beim Schwatz mit Matt Damon abgelegt. Zu heiss, das Wetter. (Von Matt Damon gibt es keine Bilder. Der war privat da. Und heimlich fötelen beim Buffet kommt nicht so gut.) Spulen wir wieder zurück. Ein Tag davor, auf der Yacht. Thor trägt schon sein Kutteli, Daniel Ricciardo ahnt womöglich noch nichts Böses. Haben Sie sich schon einmal gefragt, was Rennfahrer am Tag vor dem Rennen so alles treiben ausser sich konzentrieren? Genau. Sie schnallen sich ein Kochhemd um und scherzen mit Hollywoodstars. Passt. Vorteil zum Helm: Dieses charmante Lächeln ist durchaus vorzeigbar. Der abgebildete Hinterkopf gehört übrigens Jean-Claude Biver, dem Chef der Uhrenmarke. Auch er ist dem Anlass entsprechend gekleidet. Thor mit Käse und Instruktor. Voilà - Monsieur Biver von vorne. Der Chef an Bord hat von seinem Bauernhof selbstgemachten Käse mitgebracht. Und was wäre eine Schweizer Yacht ohne ein ... ... Fondue. Übrigens: Daniel Ricciardo hat nur ein winziges Portiönli probiert: «Ich will ja beim Rennen nicht die ganze Zeit auf die Toilette rennen.» Es wäre womöglich aufgefallen. Und unser gepflegtes Schweizer Yacht-Fest wäre Schuld gewesen. Natürlich muss nicht nur der Rennfahrer kochen. Auch der Schauspieler. Im Interview sagte Chris Hemsworth zwei Stunden davor: «Das ist nicht wirklich Arbeit für mich. Ich bin hier in Monaco auf einem wunderschönen Boot. Meine Kumpels auf der Baustelle, die arbeiten richtig.» Er hat hier womöglich einen Punkt. Ein guter Typ. Während Sie weiterhin Fondue-Impressionen geniessen, verraten wir warum: Während das Fussvolk total «smart Casual» beim Abendessen sitzt, huscht Thor easy leger und barfuss übers Bötchen. Für seinen Kumpel Matt (Damon) hat er davor noch ein Kabinchen klargemacht. Damit sie samt Ehefrauen noch ein bisschen Zeit für einander haben. In der VIP-Loge trinkt er Bier (was sonst) und ist selbst ein Fan-Boy. Auch er hat den Versuch unternommen, ein bisschen mitzufilmen. Ah, weil Daniel Ricciardo sinnvollerweise auf den Fondue-Plausch verzichtet hat, musste Fashion-Bloggerin Chiara Ferragni ran. Sie hat probiert. Wir schwören. Thor derweil: «Ich dachte, Fondue gibts nur mit Schokolade?» Sehen wir es pragmatisch: Hier ging es auch um Weiterbildung. Weil Monsieur Biver ein sehr freundlicher Mann ist, hat er natürlich auch Chiaras Geburtstag nicht vergessen. Eine freundliche Geste. Rund ein Drittel des Kuchens ist übrigens gegessen worden. Wir haben ihn ein paar Stunden später in der Bordküche entdeckt. Das war vermutlich der eleganteste, gepflegteste und süsseste Abgang von der Yacht. Auch die übrigen Gäste kamen in den Genuss von Bootstransfers. Warum drei Minuten zu Fuss gehen, wenn man fünf Minuten Bötchen fahren kann. Die Aussicht auf Monaco, die Mega-Super-Yachten (die Wüstenstaaten Abu Dhabi und Dubai müssen an diesem Wochenende leergefegt gewesen sein) und das Plätschern des Meeres sind ein schönes Supplement. Boxengasse! Wie wir finden, der absolut beste Teil am Formel-1-Schauen. Weil Red Bull und Tag Heuer Freunde sind, durfte unser flotter Trupp auch direkt vor die Autos stehen. Ein Privileg, das also nicht nur Hollywood-Stars bekommen (falls sich der Hemsworth hier ein bisschen meinen sollte). Ah: Der Mann mit dem Halstuch vor dem Gesicht heisst übrigens Alex Monopoly, Künstler. Er hat auch ein Fondue-Gäbeli stibitzt. Rennfahrer unter sich. Als Chris Hemsworth «Rush» drehte vor ein paar Jahren, mussten die 70er-Jahre-Rennwagen extra umgebaut werden. Und: «Ich musste viel abnehmen.» Jetzt ist der 33-Jährige ja wieder ein Baum von einem Mann. Hier plaudert er mit Max Verstappen. Ihre Handzeichen sind verwirrend. Friends forever! Es war natürlich nicht nur der Hemsworth da. Die Dame in rot heisst Bella Hadid, die Dame im rosa Gewand ist Model Winnie Harlow. Letztere hat womöglich den Schlussgong in der Boxengasse verpasst. Aufmerksame Zuschauer sahen sie nach allen anderen aus der Boxengasse flattern. Noch eine Dame im Monaco-Grand-Prix-Signature-Look. Das ist Fürstin Charlene. Und ja, sie sah die ganze Zeit etwas traurig aus. Nico Rosberg schaute auch vorbei (noch ist er ja amtierender Weltmeister). Der Bart links im Bild gehört Andrea Casiraghi. Das Publikum konnte sich nicht mehr auf den Tribünen-Stühlen halten, als der Ex-Rennfahrer vorbei marschierte (und winkte als gäbe es kein Morgen). Thor schlenderte gleich dahinter. Das Publikum fand Rosberg cooler. Es geht hier ja auch um Sport und nicht um Asgard. Und hier noch Adriana Lima. Mit aussergewöhnlich knalligem Lippenstift und noch knalligerem Lachen. Die amerikanische Mode-Journalistin kommentierte diesen Auftritt mit: «Sie sollte sich mal ein bisschen beruhigen.» Wir pflichten hier bei – Frau Lima war fast ein bisschen zu aufgedreht. Im Arm hält sie übrigens die spanische Rennfahrerin Carmen Jorda. Schnute geht auch. Nicht dass wir ihn vergessen. Auch Lewis Hamilton musste kurz vor dem Rennen noch arbeiten. Und in einer VIP-Loge vorbei schauen. Dieser junge Mann hier (obwohl er eine sehr ähnliche Brille wie Lewis Hamilton trägt) ist Jerome Boateng. Sie können sie sehr gut unterscheiden: Der eine ist sehr, sehr gross, der andere eher ein bisschen kleiner. Sie dürfen jetzt raten, wer wer ist. Es hört nicht mehr auf mit den Sportlern. Begrüssen Sie auch Serena Williams. Und Lindsey Vonn mit Freund. Auch sie besuchte die Boxengasse (wirklich wirklich der coolste Teil am Formel-1-Schauen). Unsere Geheimtipps zu diesem Thema: Bei Williams gibt es gute Musik und sehr hübsche Mechaniker, bei Red Bull aussergewöhnlich freundliche Mitarbeiter und Radwechsel (als Formel-1-Neuling ist das halt noch spannend) und bei Ferrari sollten Sie recht früh dran sein. Da will jeder hin. Chiara Ferragni hat sich wieder umgezogen. Für die Tag-Heuer-Lodge übrigens noch einmal. So, der Kreis schliesst sich, die Runde geht zu Ende: Sebastian Vettel macht sich rennbereit. Und siegt.

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Schon bei der Ankunft am Flughafen in Nizza ist klar: Südfrankreich stinkt zurzeit ein bisschen nach Geld. Die vornehmlich weissen Privatjets haben ihre berühmte Fracht längst ausgespuckt. Es gibt nur zwei Ziele zurzeit: das Filmfest in Cannes – oder den 75. Grand Prix von Monaco.

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Für ein Wochenende wollten auch wir einmal ein bisschen reich spielen. Und weil die Schweizer Uhrenmarke TAG Heuer das monegassische Fürstenpaar beim Formel-1-Rennen unterstützt, veranstaltete der Chef, Jean-Claude Biver, ein Fest in der Bucht vor Monaco, zu dem auch 20 Minuten eingeladen war.

Auch als Formel-1-Neulinge/(ehemalige) F1-Muffel ist uns klar: Diese Chance ist einmalig. Wir spielen reich für ein Wochenende – unsere Erkenntnisse.

1. Die Unterkunft

🦋CHANELLING PRINCESS LEIA IN MONACO🦋📸

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Model Adriana Lima macht das ganz richtig. Der Grand Prix von Monaco kennt im Prinzip drei Sorten Publikum: die Reichen auf den Jachten, die Reichen in den Hotels und die mutmasslich normalen Menschen überall sonst.

Weil wir ja reich spielen, werden wir überall durchgewinkt. Und weil fünf Minuten Minijacht fahren in gehobener Gesellschaft immer besser sind als drei Minuten zu Fuss gehen, boarden wir so oft wie möglich eine kleine Minijacht.

Die Jachten stehen quasi Schlange.

2. Was tun Rennfahrer vor dem Rennen?
Sie konzentrieren sich. Und kochen Fondue (Daniel Ricciardo, bitte beachten Sie hierzu die Bildstrecke). Oder sie marschieren im Stechschritt durch den VIP-Bereich (immer mit riesigen Kopfhörern). Dass die alle recht zart sind, das wissen Sie ja sicher schon.

Faszinierend: Von konzentrierten Rennfahrern verlangt nicht einmal der frechste Fan ein Selfie. Wir nennen das «Das Gesetz der Boxengasse». Den Fussballprofis vor Ort ergeht es da nicht so gut: Sie kommen kaum durch. Zum Glück ist Herr Boateng recht gross.

3. Was macht Thor hier?
Wir befinden uns auf einem Boot. Aber nicht auf irgendeinem Boot. Auf der TAG-Heuer-Jacht sorgt Thor persönlich für Ihr Wohlbefinden. Der heisst in echt natürlich Chris Hemsworth. Frisch ab Set – die «Avengers» müssen ein, zwei Tägli ohne ihn auskommen.

Was Thor an Bord so treibt? Ein paar Interviews geben, bisschen Fondue kochen und daneben vor allem engelsgeduldig eine Million Selfies mit filminteressierten Freunden (Fans? Nicht hier. Mais non!) schiessen. Und: mit Ehefrau Elsa und Kumpel Matt Damon (den hat er extra zum Bro-Plausch aufs Boot bestellt) barfuss übers Boot marschieren.

4. Die Boxengasse ist richtig exklusiv
Wie der wissbegierige Formel-1-Neuling vom Red-Bull-Racing-Team erfährt, ist es nahezu unmöglich ein Ticket für den «Paddock Club» (??) zu bekommen. Als Sponsoren-Gäste dürfen wir rein.

Unsere Geheimtipps, falls Sie es auch mal reinschaffen: bei Ferrari gleich zu Beginn vorbeischauen, da wollen alle hin. Red Bull wechselt zwecks Show (oder Training?) Reifen im Akkord, und bei Williams F1 gibt es Musik (eher einzigartig).

Voilà: Die Red-Bull-Pre-Race-Reifen-Show.

5. Die Aussicht in der VIP-Loge
Vom Rennen sehen Sie vor dem Fernseher mehr als aus der VIP-Loge. Selbst im Luxus-Szenario steht der Fernseher im Mittelpunkt. Was Sie vom Balkon aus sehen? Lauter sonnenverbrannte Schultern auf der Tribüne unter ihnen, die Boxengasse, Thor am Buffet und alle paar Minuten zischen Rennautos durch. Dank Ihres Spaziergangs durch die Pit Lane (Boxengasse in Profi) haben Sie sich die Autofarben der jeweiligen Teams gemerkt. Durchaus ein Vorteil.

So sieht das aus (und ja, da ist eine Hand im Bild. Filmen Sie mal mit Thors Atem im Nacken!)

6. Überall Dresscodes
Wir empfehlen hier intensives Googeln. «Smart Casual» wird ihr Mantra. Ausser Sie heissen Thor. Dann geht auch barfuss.

7. Track-Tour
Die doch eher Formel-1-Unerfahrenen im Journalisten-Trupp (die Autorin zählt sich hier dazu) merken bei der Rundfahrt auf der Rennpiste: Das ist in der Tat etwas eng und kurvig hier. Bisschen wie am Gotthardpass (okay, vielleicht etwas übertrieben. Sie haben ja auch nicht stundenlang in der brütenden Hitze Boxenluder gespielt).

8. Charmante Begleitung ist der Überlebenstrick
Gehen Sie nicht allein. Sie brauchen nette Gastgeber. Sie brauchen Häppchen, mindestens einen Brunnen voll Wasser und ein Fass Sonnencreme. Und: Inkognito-Schauspieler («Hello, Matt!») tauchen immer dann auf, wenn es Ihnen eigentlich grad nicht so passt (hallo Buffet, hallo WC-Schlange). Nehmen Sie Ohropax mit, ernsthaft.

Fliegendes Rennauto. Es sieht einfach zu gut aus.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Paris am 29.05.2017 20:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    zur Info

    der "Instruktor" ist zufälligerweise Philippe Etchebest und ist ein Französischer Sternekoch und ehemaliger Rugby Spieler und ist auch als Französischer Gordon in diversen Kochsendungen zu sehen..

  • marko 32 am 29.05.2017 20:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sicher

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  • Paris am 29.05.2017 20:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    zur Info

    der "Instruktor" ist zufälligerweise Philippe Etchebest und ist ein Französischer Sternekoch und ehemaliger Rugby Spieler und ist auch als Französischer Gordon in diversen Kochsendungen zu sehen..

  • marko 32 am 29.05.2017 20:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sicher

    Sicher