Prozess in Denver

15. August 2017 03:32; Akt: 15.08.2017 04:02 Print

Taylor Swift gewinnt gegen «Po-Grapscher»

Sieg für Taylor Swift: Die Geschworenen in Denver haben in einem Zivilprozess zugunsten des Popstars entschieden.

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US-Popsängerin Taylor Swift hat einen Prozess um einen sexuellen Übergriff vor vier Jahren gewonnen. Die Geschworenen in Denver sprachen ihr am Montag jenen symbolischen Dollar zu, den sie von einem früheren Radiomoderator und DJ eingefordert hatte. Die Jury entschied, dass David Mueller sie bei einem Treffen im Jahr 2013 gegen ihren Willen am Po anfasste. Nach dem Rechtsspruch kündigte der Musikstar Spenden für andere Opfer von sexueller Belästigung an.

Sie äusserte die Hoffnung, mit ihrer Klage auch anderen in ähnlichen Situationen geholfen zu haben. Deren Stimmen sollten ebenfalls gehört werden, sagte sie in einer Stellungnahme, und betonte, sie wisse, dass ihre Position privilegiert sei. Sie werde Geld an Organisationen spenden, die Opfern von sexuellen Übergriffen bei der juristischen Verteidigung helfen.

Nach dem Urteil umarmte Swift ihre weinende Mutter. Die Jury hatte nicht nur Swift selbst Recht zugesprochen, sondern auch entschieden, dass es rechtens gewesen war, dass Swifts Mutter und ein Mitarbeiter nach dem Vorfall die Vorgesetzten von Mueller kontaktiert hatten.

Muellers Klage verworfen

Vor vier Jahren hatten Swift, Mueller und dessen damalige Freundin gemeinsam für ein Foto posiert. Swift warf Mueller vor, ihr dabei ohne ihr Einverständnis lange an den nackten Hintern gefasst zu haben. Er hingegen sagte, dies sei eine fälschliche Anschuldigung wegen der er seinen Job verloren habe. Mueller forderte Schadenersatz in Millionenhöhe.

Doch schon vor den Schlussargumenten hatte der Richter Muellers Klage verworfen. In einer Erklärung hiess es, der Ex-Radiomoderator sei daran gescheitert, zu beweisen, dass Swift die Entlassung Muellers angestrebt habe.

«Seit vier Jahren habe ich versucht, meinen Namen ins Reine zu bringen. Das Zivilgericht war die einzige Möglichkeit, die ich hatte. Dies war der einzige Weg, wie ich gehört werden konnte», sagte Mueller nach seiner juristischen Niederlage.

«Ein sehr langes Hinfassen»

Von Beginn an hatte Swift die Situation als einen sehr deutlichen Fall von sexuellem Übergriff beschrieben. «Es war definitiv ein Hinfassen. Ein sehr langes Hinfassen», sagte sie vergangene Woche im Zeugenstand. Mueller sei damals an ihrer blanken Pobacke hängengeblieben, während sie von ihm weggerückt sei.

Swifts Mutter sagte unter Tränen aus, sie habe damals gewollt, dass die Sache privat gehalten werde. Gleichzeitig habe Mueller auch nicht davonkommen sollen. Ein Mitarbeiter der Popsängerin erklärte im Zeugenstand, in einer E-Mail an den Geschäftsführer des Radiosenders habe er darum gebeten, dass es eine angemessene Reaktion gebe – die Entlassung des Moderators sei aber nicht gefordert worden.

(chk/ap)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Darkmind am 15.08.2017 03:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kachelmann

    Ich bin kein Zeuge und kann somit die genaue Sachlage nicht beurteilen, jedoch frage ich mich, wie man sich allgemein als Mann in ähnlicher Situation (ohne Pograpschen) verteidigen soll. Ob man nun freigesprochen wird oder nicht, der Ruf ist hin.

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  • Lebensarchitekt am 15.08.2017 05:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Hand behält man bei sich...

    Man kann sich alles denken aber die Finger und Hände behält man bei sich. Und wenn man die Hand und die Finger gerne wo anders hätte, muss man eben das Gegenüber fragen. Falls mit einem Ja/Nein einfach nicht zu rechnen ist sollte man sich der Umgangsformen wegen die Frage sparen. Hab ich was vergessen?

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  • Marco S. am 15.08.2017 05:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nichts beweisen?

    Wieso muss er es beweisen können das er unschuldig ist ect. Aber als Frau muss man nicht beweisen das er hingefasst hat??? Wenn das schon so weit geht, halte ich auch keiner Frau mehr die Türe auf, ihre Hand könnte meine Berühren, und das währe dann auch sexuelle Belästigung, sie muss nichts beweisen. Da knall ich lieber die Tür vor ihr zu.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Urs am 15.08.2017 12:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hmm

    Was ich nicht verstehe; Taylor verklagte in auf 1$. Hätte man das nicht aussergerichtlich regeln können mit 2$, lach.... ? jetzt kommt sicher bald ein po-grapscher song von Taylor, lach.

  • merlin am 15.08.2017 11:20 Report Diesen Beitrag melden

    super sache

    super glückwunsch.wäre auch komisch gewesen,gab ja schliesslich genügend beweise.wehrt euch frauen (auch wenn wie hier dauernd täterschutz betrieben wird).

  • Sandra D am 15.08.2017 08:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geht's noch?

    Wie konnte er überführt werden? Ich, als Frau, finde es schlimm. Frauen erwarten einen Gentleman, aber wehe er macht ein Kompliment oder berührt sie unbeabsichtigt.... Diese Frauen sollen Abstand von Männern nehmen, damit diese eine Chance haben, nicht in Verruf zu geraten.

  • Markus am 15.08.2017 07:44 Report Diesen Beitrag melden

    Denke Urteil ist gut!

    Leider gibt es immer noch zu viele Männer die solche Sachen leider machen und Situationen ausnützen und wirklich denken es gefällt den Frauen auch. Eine kurze Berührung aus versehen ist etwas anderes als das lange Verweilen!

  • Hummel am 15.08.2017 07:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Blut

    Warum ist sie füdliblutt für die Foto erschienen?