Hollywood-Star Glenn Close

10. August 2017 05:55; Akt: 10.08.2017 05:55 Print

Das Zurich Film Festival hat den Oscars was voraus

Seit über 40 Jahren steht sie vor der Kamera und wurde mit der Rolle der Cruella de Vil zur Leinwand-Legende. Nun ehrt das ZFF Glenn Close mit dem Golden Icon Award.

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Am Sonntag, 1. Oktober, wird Glenn Close (70) im Kino Corso der Golden Icon Award des Zurich Film Festival zu Ehren ihres Lebenswerks verliehen. Die Amerikanerin ist seit 35 Jahren Stammgast auf der Kinoleinwand – in dieser Diashow zeigen wir zehn ihrer wichtigsten Film-Meilensteine. Ihre erste grosse Hollywood-Rolle sollte für Glenn Close auch gleich eine ihrer wichtigsten sein: An der Seite von Robin Williams erspielte sie sich in «The World According to Garp» ihre erste Oscar-Nomination als beste Nebendarstellerin. Auch ihre nachfolgenden Filme «The Big Chill» (1983) und «The Natural» (1984) brachten ihr je eine Best-Supporting-Actress-Nomination ein – gewonnen hat sie allerdings keine der drei goldenen Statuen. Glenn Close spielte Michael Douglas' One-Night-Stand mit (fatalen) Folgen so überzeugend, dass ihr die Academy of Motion Picture Arts And Sciences ihre erste Nomination für den Oscar als beste Hauptdarstellerin verlieh. Doch es sollte abermals bei der Nomination bleiben. John Malkovich! Michelle Pfeiffer! Keanu Reeves! Eine gerade mal 18-jährige Uma Thurman! Und Glenn Close als intriganter Racheengel in Stephen Frears' Historien-Liebesdrama. Der Kostümfilm brachte der Amerikanerin ihre zweite Hauptdarstellerin-Nomination ein – und auch diesmal blieb ihr der Oscar verwehrt. Zunächst lehnte Glenn Close die Rolle der von Dalmatinerpelz besessenen Cruella De Vil ab, weil sie für «Sunset Boulevard» auf der Broadway-Bühne stand. Sigourney Weaver wollte auch nicht und Cathy Moriarty war Disney schliesslich zu gruselig für einen Kinderfilm. Die Produzenten klopften später nochmals bei Close an, die dann Zeit hatte, zusagte und so die wohl bekannteste Figur ihrer Leinwand-Karriere spielte. Im selben Jahr begann ihre Karriere im Weissen Haus – zumindest in Hollywood. Glenn Close gab die First Lady von Jack Nicholson in Tim Burtons Kult-Sci-Fi-Klamotte «Mars Attacks!». In weiteren Rollen (wir holen tief Luft): Annette Bening, Pierce Brosnan, Danny DeVito, Martin Short, Sarah Jessica Parker, Natalie Portman, Tom Jones, Christina Applegate, Pam Grier und Jack Black. Jesses! 1997 bangte sie als Vizepräsidentin um das Leben von US-Oberhaupt Harrison Ford, dessen Flugzeug von Gary Oldmans Russen-Truppe entführt wurde. «Air Force One» gehört zwar zu den bekanntesten Action-Streifen der 1990er, das Rumballern überliess Close aber Ford und Oldman. Nachdem sie dank der Live-Action-Verfilmung von «101 Dalmatians» auf dem Radar von Disney aufgetaucht war, fragte die Traditions-Trickfilmschmiede Glenn Close für eine Sprech-Rolle in der 1999er-Adaption der weltbekannten Geschichte von Dschungelmann Tarzan an. Close lieh Affen-Adoptivmutter Kala ihre Stimme. Die Kritiker zerrissen sich im Akkord das Maul über das Remake des gleichnamigen Klassikers aus dem Jahr 1975. Ein Grund für das lauwarme Resultat könnten die angeblichen Spannungen zwischen Regisseur Frank Oz und den Stars Nicole Kidman, Bette Middler, Christopher Walken, Rogert Bart sowie Glenn Close gewesen sein. Immerhin lieferte Letztere eine gewohnt gute Performance als Chefin der gar perfekten Hausfrauen von Stepford ab. Schon 1982 spielte Glenn Close die Titelrolle im Theaterstück «The Singular Life of Albert Nobbs». Knapp 30 Jahre später und nachdem sie mehr als eine Dekade lang versucht hatte, eine Verfilmung davon auf die Beine zu stellen, war sie 2011 dann auch auf der Kinoleinwand als Frau zu sehen, die seit Jahrzehnten wie ein Mann lebt und aussieht. «Albert Nobbs» brachte ihr die dritte Hauptdarstellerin-Oscar-Nomination ein; ein goldenes Männchen hat sie aber immer noch nicht im Regal stehen. Ohne sie hätten die «Guardians of the Galaxy» im ersten Film verloren: Irani Raels Flotte errichtete eine Blockade über Xandar und verlangsamte dadurch das Schlachtschiff von Roman The Accuser, damit die Guardians es entern konnten. Regisseur James Gunn kündigte eine mögliche Rückkehr von Closes Figur im zweiten Teil an; sie schaffte es jedoch nicht in die finale Fassung des Films. Vielleicht klappt es dann ja im bereits angekündigten «Guardians of the Galaxy Vol. 3».

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Die anhängliche Geliebte in «Fatal Attraction», die Dalmatinerpelz-Närrin in «101 Dalmatians», die als Mann lebende Frau in «Albert Nobbs» – in ihren 35 Jahren auf der Kino-Leinwand hat Glenn Close schon etliche denkwürdige Figuren gespielt. Für einen Oscar hat es allerdings nie gereicht, trotz respektablen sechs Nominationen.

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Das Zurich Film Festival springt nun in die Bresche und verleiht der 70-jährigen Amerikanerin einen Preis für ihr Lebenswerk als Schauspielerin. Dieses begann sie 1974, als sie in «Love For Love» ihr Broadway-Debüt feierte. Und 1982 war sie in ihrem ersten Film «The World According to Garp» zu sehen, für den sie sogleich eine Oscar-Nomination als beste Nebendarstellerin einheimste.

«Game of Thrones» am ZFF

Close kommt am Sonntag, 1. Oktober, aber nicht nur ins Zürcher Kino Corso, um den Golden Icon Award entgegenzunehmen – sie gibt auch etwas zurück: Ihren neuen Film «The Wife» nämlich, der an diesem Abend seine Schweizer Premiere feiern wird.

In weiteren Rollen sind Jonathan Pryce (70, bekannt als High Sparrow in «Game of Thrones») und Annie Starke (29) zu sehen, die wie Regisseur Björn Runge (56) ebenfalls am ZFF zu Gast sein werden.

Das Zurich Film Festival 2017 findet vom 28. September bis am 8. Oktober in und rund um die Zürcher Kinos herum statt.

Mehr Infos gibt es unter ZFF.com – das komplette Programm wird am 14. September bekanntgegeben.


Für ihre Rolle der Alex Forrest im 1987er Thriller «Fatal Attraction» wurde Glenn Close erstmals für einen Oscar als beste Hauptdarstellerin nominiert. (Quelle: Youtube/Paramount Movies)

(shy)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tim Lowe am 10.08.2017 13:17 Report Diesen Beitrag melden

    Top Schauspielerin

    Meiner Meinung nach ist Glenn Close seit Jahrzehnten eine der überragenden Schauspielerinnen. Schön, dass sie nun in Zürich geehrt wird.

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  • Penelope am 10.08.2017 10:51 Report Diesen Beitrag melden

    Grossartige Schauspielerin

    Mein absoluter Lieblingsfilm mit Glenn Close ist 'Dangerous Liaisons'. Ein Meisterwerk. Es ist sehr schade, dass sie keine bessern Rollen bekommt, als diese Dalmatiner- und Ausserirdischen-Filme. Sie hat viel mehr zu bieten.

  • ein Fan am 10.08.2017 08:27 Report Diesen Beitrag melden

    Grossartig!

    nicht zu vergessen - Damages, die Serie mit Glenn Close, eine weitere Perle!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Tante Ferula am 10.08.2017 20:15 Report Diesen Beitrag melden

    Oscar wäre mal verdient

    Glenn Close ist für mich die verstossene Tante Ferula in "Das Geisterhaus", wahrlich auch brilliant gespielt von ihr, dann die Irre in "Fatal Attraction" und natürlich die Intrigantin in "Dangerous Liaisons". Sie ist so eine Schauspielerin, die immer gut spielt, aber irgendwie zu wenig auffällt/zu wenig Aufmerksam erhält, im Vergleich zu einer Meryl Streep oder so. Danke für die Bildstrecke, viele ihrer Rollen hatte ich schon vergessen.

  • Alfred Abspann am 10.08.2017 15:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Filmfan

    Nix gegen Fr. Close aber es gibt sicher bessere Schauspielerinnen. Oscar Nomination hin oder her. Sie hat ausser ein paar Fil mchen und TV Auftritte nichts großartiges hin gekriegt in den letzten 10 Jahren. Das ist ein Fact. Die ganz großen Star bleibt dem Züri-Provinz-Festival leider fern. Zu teuer.

  • Vujo for President am 10.08.2017 14:26 Report Diesen Beitrag melden

    Ehrenpreis für Vujo

    Kommt sie freiwillig? Wohl kaum. Eingekaufter Glanz für noch so ein Festival mit noch so einem Preis. Wer hat noch nicht, wer will nochmal?

  • sibi am 10.08.2017 13:34 Report Diesen Beitrag melden

    Oscar

    Nach 6 Nominationen wird's mal Zeit! Oscar, so was von verdient!

  • Tim Lowe am 10.08.2017 13:17 Report Diesen Beitrag melden

    Top Schauspielerin

    Meiner Meinung nach ist Glenn Close seit Jahrzehnten eine der überragenden Schauspielerinnen. Schön, dass sie nun in Zürich geehrt wird.

    • LOEWIN am 10.08.2017 16:16 Report Diesen Beitrag melden

      Tim Lowe

      ...,und was haben die Daumenrunterdruecker erreicht?

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