Sir Ian McKellen

03. November 2009 11:49; Akt: 03.11.2009 13:42 Print

Warum «Gandalf» die Bibel zerreisst

Dank seiner Gandalf-Rolle in «Lord of The Rings» gilt Sir Ian McKellen als Inbegriff des weisen Mannes. Er selbst findet seine Generation aber gar nicht so toll, so der Schauspieler im Interview - und verrät, warum er in seinen Hotelzimmern stets die Bibel auseinandernimmt.

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Mhmm... lecker: Heisse Mormonen-Muffins. Mit einem Hauch von Mutterliebe. Und wie die heissesten Mormonen-Männer aussehen, zeigen wir Ihnen hier im Zwölf-Monatskalender. Ja, richtig: Zwölf - nicht 13 oder elf: zwölf. Das hier ist zum Beispiel eine mormonische Lehrerin ... Interessant, nicht? Vor allem die LSD- ...äh - LDS-Anordnung neben ihr. Und das hier, das ist ein Kobold. Neben dem Kobold ist ein Goldtopf. Und da drin ist alles Geld der gesamten Mormonenschaft. Fehlt nur noch das Ende des Regenbogens, um das Zeug zu verstecken ... Hui - hätten Sie das erwartet? Wir nicht. Wenn das mal keinen Ärger gibt in der züchtigen Gemeinschaft ... Diese Dame hier würde sich besser mal ein bisschen näher an die Blümchen stellen. Dann müsste sie sich auch nicht in diese unbequeme Pose begeben, um ihre leere Giesskanne drüber zu halten. So sehen mormonische Playboy-Bunnys aus und offenbar versüsst die Dame sich und ihrem Gatten so das Osterfest. Schöne Bescherung! Und das ist Weihnachten bei den Mormonen. Alles ganz anders, als Sie erwartet hätten, gell? Aber genug von den Frauen, kommen wir nun zu den Mormonen-Männern ... Ein Mann - eine Mission. Welche das ist? Woher sollen wir das wissen, es geht hier schliesslich um nackte Oberkörper. Aber der männliche Part sieht nicht nur oben ohne gut aus, sogar zugeknöpft sind sie seeehr verführerisch, wie ... ... dieser Herr zeigt. Wer kann bei einem solchen Schwiegersohn-Grinsen widerstehen? Oder würden Sie bei diesem Schlafzimmerblick «Nein» sagen? Oder bei diesem? Und diese bekehrenden Augen erst! Wie wärs mit ihm? Oder doch lieber einen richtigen Kerl? Zugegeben, sie sind alle ziemlich gut im Posieren ... ... aber einer, der schlägt sie alle um Meilen: ... ... Was für eine stramme Haltung. Und dann auch noch das Buch Mormon in der Hand. Vorbildlich, so loben wir uns das! Schöne Krawatte übrigens. Und zum Abschluss noch was ganz Feines: ... ... Huiuiui.

Wo wir gerade bei der Bibel sind: Hier der Kalender, auf den moderne Mormonen in den USA gewartet haben. Mannhafte Männermodels und ihre erstaunlich freizügigen Schwestern haben in Form eines kühnen Kalenders Einzug in die Glaubens-Gemeinde gefunden.

Fehler gesehen?

Er freue sich nicht besonders auf seinen bevorstehenden 70. Geburtstag, sagte Sir Ian McKellen im Interview mit dem britischen «Details»-Magazin. Er sei auch nicht gerne mit älteren Menschen zusammen: «Alles, worüber wir reden, ist Altersschwäche, wie sich die Welt zum Schlechten ändert, obwohl sie es nicht tut», befand «Gandalf» aus «Lord of The Rings». Während seine Generation sich über dreckige Taxis beschwere, könnten sich Jüngere gar keines leisten.

Für Wirbel unter strengen Christen – egal ob alt oder jung - dürften aber vor allem seine Aussagen zur Bibel sorgen. Wenn McKellen in einem Hotel schläft, reisst er aus den dort liegenden Büchern Gottes diejenigen Seiten heraus, die Homosexualität verurteilen, gab der bekennende Männerliebhaber zu. «Ich bin nicht stolz darauf, das Buch zu verunstalten, aber ich habe die Wahl, diese Seite rauszunehmen oder die ganze Bibel wegzuwerfen.» In der entsprechenden Stelle in den Leviten heisst es in der Bibel: «Du sollst nicht beim Knaben liegen wie beim Weibe; denn es ist ein Greuel.»

Zu seiner Sexualität hatte sich McKellen erst im Alter von 49 Jahren bekannt. Die Heimlichtuerei und die Vorurteile gegen Schwule haben ihn «ein bisschen nachfühlen» lassen, wie sich Juden im Dritten Reich gefühlt hätten. «Schauspielerei war ein Mittel, um meine Gefühle öffentlich in einer Art auszudrücken, die als Privatperson verboten war. Ich denke, das erklärt, warum so viele Schauspieler meiner Generation schwul sind.» Er selbst habe das Versteckspiel gehasst: «Es war schrecklich, dieses geheime Leben zu führen.»

Neben ernster Themen war der gestandene Akteur auch noch für einen Lacher gut. Er gab zu, sich mit einigen Crewmitgliedern von «Lord of The Rings» die Zahl Neun in Elfensprache tätowiert zu haben. Auf die Frage, ob es weh getan habe, antwortete er ironisch: «Ich erinnere mich nicht. Aber Elijah Wood [der den Frodo spielt] hat die ganze Zeit meine Hand gehalten.»

(phi)