Haiti

28. August 2010 09:52; Akt: 28.08.2010 10:06 Print

Der Sänger darf nicht Präsident werdenDer Sänger darf nicht Präsident werden

Trotz internationaler Bekanntheit und einem Protestsong: der Musiker Wyclef Jean darf definitiv nicht zur Präsidentenwahl in Haiti antreten.

Wyclef Jean: «Prizon Pou K.E.P.A.» («Gefängnis für die Wahlkommission»). Quelle: youtube.

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Der Hip-Hop-Star Wyclef Jean ist endgültig von einer Kandidatur bei der Präsidentschaftswahl in seiner Heimat Haiti ausgeschlossen worden. Die Wahlkommission in Port-au-Prince teilte am Freitag (Ortszeit) mit, dass die in der vergangenen Woche veröffentlichte Kandidatenliste ungeachtet der Proteste Jeans endgültig sei. Die Behörde hatte die Kandidatur abgelehnt, weil sich der in den USA lebende Musiker nicht lange genug in Haiti aufgehalten habe.

Jean kritisierte die haitianische Regierung daraufhin erneut scharf. Mitglieder der Regierung in Port-au-Prince hätten sich «verschworen», damit im Ausland lebende Kandidaten nicht in das Land zurückkommen und helfen könnten, sagte der frühere Frontmann der Hip-Hop-Band The Fugees.

In einem Protestsong gegen seinen Ausschluss warf er Präsident René Préval direkt vor, hinter der Entscheidung zu stehen. «Ich weiss, dass Du alle Karten in der Hand hältst», spricht Jean den Staatschef in dem auf kreolisch gesungenen Stück an, das am Freitag von haitianischen Radiosendern gespielt wurde.

Die CEP weiter herausfordern

«Ich werde die CEP (Wahlkommission) weiter herausfordern», heisst es in dem Liedtext weiter. Jean wolle weiter in Haiti politisch aktiv sein, berichtete der Sender Radio Metropole. Er fordere Gleichheit und Gerechtigkeit und rufe zu Spenden für das Land auf.

Die Präsidentschaftswahl in Haiti soll Ende November stattfinden. Ob das Datum eingehalten werden kann, ist nach dem schweren Erdbeben vom Januar aber unsicher. Mehr als 250 000 Menschen kamen bei der Katastrophe ums Leben, rund 1,5 Millionen Menschen wurden obdachlos.

Das Mandat des amtierenden Staatschefs Préval läuft im Februar 2011 aus, der Verfassung des Karibikstaates zufolge darf er nicht erneut zur Wahl antreten.

(sda)