Versicherung zahlt nicht

02. August 2017 18:10; Akt: 02.08.2017 18:10 Print

Kanyes hässlicher Streit um Geld – und Gras

Kanye West hat im Herbst seine Tour abgebrochen. Doch dafür will seine Versicherung nicht aufkommen. Der Rapper verklagt sie deshalb auf rund neun Millionen Franken.

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Laut Klageschrift hat Very Good Touring (VGT) schon zwei Tage nach Wests Einlieferung bei Lloyd's of London Anspruch auf die Deckung der entstehenden Kosten durch den Tourabbruch angemeldet. Acht Monate später habe die Versicherung noch immer nicht gezahlt, mache keine Anstalten zu zahlen und «informiert nicht darüber, warum sie nicht zahlt oder ob sie irgendwann zahlen wird». Während keine Angaben zu einer möglichen Zahlung der Versicherungssumme vorliegen, deute Lloyd's an, dass Wests Marihuana-Konsum gegen ihn verwendet werden – beziehungsweise «als Basis für eine Verweigerung des Anspruchs auf Zahlung dienen könnte», wie der «Hollywood Reporter» schreibt. Nachdem VGT den Anspruch auf Deckung der Kosten geltend gemacht hatte, habe Lloyd's für dessen Prüfung einen Rechtsbeistand angeheuert, «statt wie üblich einen Versicherungssachverständigen, der kein Anwalt ist». Laut Klageschrift sei dieser Schritt ein klarer Indikator dafür, dass die Versicherung jede Möglichkeit nutze, um nicht zahlen zu müssen. Sein zuständiger Arzt – West befindet sich nach wie vor bei ihm in Behandlung – sagte unter Eid aus, dass die Hospitalisierung des Rappers und der Tourabbruch notwendig gewesen seien. Trotzdem habe Lloyd's ein weiteres Gutachten eines unabhängigen Arztes verlangt. Und dieser habe dieselbe Diagnose gestellt. Nicht nur sein Arzt habe unter Eid aussagen müssen, auch der Musiker selbst sei zum Verhör aufgeboten worden. «The Hollywood Reporter» schreibt zudem, dass «mindestens elf weitere Personen aus dem Umfeld von West und VGT unter Eid befragt» wurden. Wer genau, ist nicht erwähnt, aber es darf davon ausgegangen werden, dass auch Wests Ehefrau Kim Kardashian (36) antraben musste – der Raubüberfall auf sie am 3. Oktober in Paris war schliesslich der Grund für den Abbruch eines seiner Konzerte, bevor er die ganze Tour abblies. Nachdem Wests Hospitalisierung publik wurde, wollte die Boulevardpresse möglichst alle Hintergründe an die Öffentlichkeit bringen – Drogen sollen beispielsweise im Spiel gewesen sein, hiess es beim «US Magazine». Laut Anklageschrift seien einige dieser Storys nur deshalb zustande gekommen, weil Lloyd's den Journalisten private Informationen gesteckt habe, um die Glaubwürdigkeit des Hip-Hop-Stars ins Wanken zu bringen. Zugegeben: Dieser Vorwurf seitens VGT ist der wackeligste von allen. «Musiker, die den Versicherungsgesellschaften von Lloyd's of London erhebliche Prämien zahlen, um im Falle von Nichterscheinen oder Tourabbruch abgesichert zu sein, sollten sich Folgendes merken», zitiert «The Hollywood Reporter» Wests Anwalt Howard King, «Lloyd's lässt sich gerne Beiträge zahlen, kommt aber nicht gerne für Versicherungsfälle auf – egal, wie gerechtfertigt diese sind.» Und weiter: «Die Künstler denken, sie würden sich mit ihrer Versicherung Seelenfrieden im Schadensfall kaufen. Die Versicherer hingegen wissen, dass sie schlicht ein Ticket für eine Gerichtsverhandlung verkaufen.» Wichtig in diesem Fall: Lloyd's hat auf die Veröffentlichung der Klageschrift noch nicht reagiert. Was wir hier aufgelistet haben, sind also erst die Aussagen und Anschuldigungen von Kanye West und seiner Very Good Music Inc.

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Am 21. November hat Kanye West die verbleibenden 21 Shows seiner «Saint Pablo»-Tour abgesagt. Kurz darauf wurde er wegen einer zeitweiligen Psychose ins UCLA-Spital in Los Angeles eingeliefert.

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Bei TMZ.com hiess es damals, die Versicherung des 40-jährigen Rappers werde wohl für die durch den Tourabbruch entstandenen Kosten aufkommen. Billboard.com ging von einem Schaden von rund 26 Millionen Franken allein für Ticket-Rückerstattungen aus. Der Musiker habe bisher aber noch keinen Rappen davon gesehen.

Nun hat West respektive sein Tourunternehmen Very Good Touring Inc. gemäss Dokumenten, die «The Hollywood Reporter» vorliegen, eine Klage gegen seinen Versicherer Lloyd's of London eingereicht. Er verlangt umgerechnet mehr als neun Millionen Franken Schadenersatz.

Worum es in dem Streit genau geht, erfahren Sie in der Bildstrecke.

(shy)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Finn The Human am 02.08.2017 20:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Versicherungen halt

    Es ist doch bei den "kleinen normalen" Bürgern auch so, immer brav einzahlen, aber bei jedem Schaden wird gesucht und gesucht um irgendwie den Schaden ja nicht zahlen zu müssen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Finn The Human am 02.08.2017 20:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Versicherungen halt

    Es ist doch bei den "kleinen normalen" Bürgern auch so, immer brav einzahlen, aber bei jedem Schaden wird gesucht und gesucht um irgendwie den Schaden ja nicht zahlen zu müssen.