Marc Chapman

07. September 2010 21:42; Akt: 08.09.2010 09:51 Print

Lennon-Mörder kommt nicht freiLennon-Mörder kommt nicht frei

Auch drei Jahrzehnte nach der Ermordung von John Lennon kommt sein Mörder, Mark Chapman, nicht frei. Sein Antrag auf Bewährung wurde abgelehnt.

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Die einflussreichste und - nach wie vor - beliebteste Pop-Band der Welt: Paul McCartney, Ringo Starr, John Lennon und George Harrison (im Uhrzeigersinn von oben links). Angefangen hatten sie als die lederbeklufteten Rock'n'Roller "The Quarrymen" aus Liverpool. Hier ein Bild aus dem Jahr 1960: Noch ohne Schlagzeuger, dafür mit Stuart Sutcliff (vorne) am Bass. Sutcliff, ein enger Freund John Lennons, starb sehr jung an einem Hirnschlag im Jahr 1962. Danach übernahm Paul McCartney den Bass-Part (Paul war aber bereits neben Sutcliff als Gitarrist in der Band tätig). Sutcliffs Freundin, die Fotografin Astrid Kirchherr, war verantwortlich für den Style-Wechsel der jungen Beatles. Die Pilzkopf-Frisur ist ihr zu verdanken. Die Band spielte im Mai 1962 gerade wieder einmal im «Starclub» in Hamburg, als ihr Manager Brian Epstein aus London telegrafierte: «Herzlichen Glückwunsch, Boys! EMI will Euch aufnehmen. Übt die neuen Stücke.» Fünf Monate später, am 5. Oktober 1962, kam die erste Beatles-Single «Love Me Do» auf den Markt. Die Lennon/McCartney-Komposition war nicht sofort ein Hit. Sie landete auf Platz 17 der englischen Hitparade. 40 Jahre später gilt sie als Start der legendären Weltkarriere der Pilzköpfe aus Liverpool. Der ersten Beatles-LP, ebenfalls mit dem Titel «Please Please Me», folgte im April 1963 der Nummer-Eins Hit «From Me To You.» Die anschliessende England-Tournee wurde zum Triumphzug. Das Phänomen der «Beatlemania» war geboren. Schon in den frühen Sechzigerjahre war das Marketing der Beatlemania perfekt: Beatles-Gürtelschnallen von 1964. Die Beatles 1964 mit Muhammad Ali - damals noch Cassius Clay. Bis 1966, angetrieben von Erfolg zu Erfolg, spielten die Beatles ausgedehnte Tourneen. Dabei übertönte das Gekreische der Fans meistens die Musik der Band. Diese Situation war für die Beatles auf die Dauer sehr frustrierend. «Populärer als Jesus» - das waren die Beatles aus der Sicht John Lennons. Diese Bemerkung kostete den Fab Four viele Sympathiepunkte in den religiösen Staaten der USA. Lennon musste sich öffentlich dafür entschuldigen (Bild). Jesus hin oder her, zuhause in Grossbritannien war man den Beatles dankbar für die Anerkennung und den wirtschaftlichen Nutzen, den ihr Erfolg mit sich brachte. Die Beatles wurden mit dem «MBE»-Orden ausgezeichnet. Schon 1966, so Ringo Starr, kamen der Band nach 1400 Live-Auftritten und einer katastrophalen Philippinen-Tour der Gedanke, aufzuhören. «1966 wurde es ziemlich langweilig. Wir brauchten eine Erholungspause. Jeder hatte das Gefühl, das Ende einer Ära ist gekommen.» Ablenkung bot sich in Form von fernöstlicher Mystik an: Mahareshi Mahesh Yogi zu Besuch bei den Beatles (Bild). Da die Beatles nicht mehr live Spielten, wandten sie sich mit einer noch nie dagewesenen Intensität ihrer Studiotätigkeit zu. Das 1967er Album "Sergeant Pepper's Lonely Hearts Club Band" gilt als ein Meilenstein der Rock-Geschichte. "Sgt. Pepper" traf den Zeitgeist der Flower-Power-Generation genau. Es folgte die Hippie-Hymne "All You Need Is Love". Gitarrist George Harrison zog sogar eine Zeit lang zu den Hippies nach Kalifornien, überzeugt von der Idee, dass nur Liebe notwendig ist. Hier nehmen McCartney und Lennon 1968 den Song «Hey Bulldog» in den Abbey-Road-Studios in London auf. Der Song erschien später auf dem Soundtrack zum animierten Film «Yellow Submarine». Szene aus dem Beatles-Zeichentrickfilm «Yellow Submarine», der wie kein anderer Film die Flower-Power-Bewegung auf den Punkt bringt. Lennon mit seiner Frau Yoko Ono bei ihrem «Bed In», ihre Form von Antikriegs-Protest 1969. April 1970 trennten sich die Beatles. Nach der Ermordung von John Lennon in New York 1980 und dem Krebstod von George Harrison 2001 sind mit Paul McCartney und Ringo Starr nur noch zwei Beatles am Leben. Jeder einzelne der Band wurde zum Multimillionär. Das Reihenhaus in Liverpool, in dem McCartney 1962 «Love Me Do» mit Lennon komponierte, ist heute ein stehendes Museum. Der Flughafen der Beatles-Heimatstadt trägt Lennons Namen. Statuen und Ehrenplaketten erinnern an die Band, deren musikalischer und finanzieller Erfolg sich nur in Superlativen ausdrücken lässt. Kürzlich wurde John Lennons Brille versteigert (Bild). Eine Frühaufnahme von «Love Me Do», von McCartney signiert, wurde 1994 in London für damals rund 20 000 Franken (rund 14 000 Euro) versteigert. Dieser handgeschriebene Original-Text von «Hey Jude» kam ebenfalls unter den Hammer.

1962 veröffentlichte ein Rock'n'Roll-Quartett aus Liverpool ihre erste Single. Was danach kam, machte Musikgeschichte: Das waren die "Fab Four".

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Der zu lebenslanger Haft verurteilte Mörder von John Lennon wird vorerst nicht aus dem Gefängnis kommen. Der zuständige Haftprüfungsausschuss in New York lehnte am Dienstag bereits zum sechsten Mal die Freilassung von Marc Chapman auf Bewährung ab.

Chapman habe am Morgen vor dem Gremium vorgesprochen, sagte ein Justizsprecher in New York. Das Gremium habe seinen Antrag aber zurückgewiesen.

Chapman hatte den früheren Beatles-Sänger am 8. Dezember 1980 vor dessen Wohnhaus in New York von hinten erschossen. Er wurde im August 1981 zu lebenslanger Haft verurteilt und verbüsst seine Strafe im Hochsicherheitsgefängnis von Attica im Norden des US-Bundesstaates New York.

Chapman hatte 1990 Reue für den Mord an Lennon gezeigt. Seine Anträge auf Haftentlassung wurden bislang aber immer zurückgewiesen.

Beim ersten Antrag im Jahr 2000 urteilte der Ausschuss, der Häftling werde bis heute von dem Drang nach «Ruhm und Bekanntheit» getrieben, der ihn zum Mörder gemacht hatte. Auch 2002, 2004, 2006 und 2008 lehnte das Gremium eine Bewährung für Chapman ab.

Lennons Witwe Yoko Ono hat sich wiederholt gegen eine Haftentlassung ausgesprochen. Sie forderte, Chapman müsse bis zum Ende seines Lebens hinter Gittern bleiben.

(dapd)