Wegen Missbrauchs-Vorwürfen?

12. Januar 2018 13:34; Akt: 12.01.2018 13:34 Print

James Franco schwänzte die Critics' Choice Awards

Als der Schauspieler und Regisseur seinen Preis abholen sollte, warteten die Anwesenden vergebens. Was an den Critics' Choice Awards ausserdem zu reden gab.

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Zu den Golden Globes am Sonntagabend trugen die meisten geladenen Frauen noch Schwarz als Zeichen des Protests gegen sexuelle Gewalt und Sexismus. Die Critics' Choice Awards am Donnerstagabend kamen hingegen wieder ziemlich farbenfroh daher. Ein Beispiel dafür ist die pinke Robe von Nicole Kidman (50). Auch ... ... ihre Schauspielkollegin Jessica Chastain (40) tauschte Schwarz gegen Farbe. Für seine Rolle als Tommy Wiseau in «The Disaster Artist» wurde James Franco mit einem Critics' Choice Award ausgezeichnet. Doch der Schauspieler und Regisseur war nicht vor Ort im kalifornischen Santa Monica, um den Preis abzuholen. Es wird vermutet, ... ... dass der 39-Jährige die Veranstaltung mied, weil ihm seit seinem Golden-Globes-Gewinn am Sonntag von mehreren Frauen sexuelles Fehlverhalten und sexueller Missbrauch vorgeworfen wurde. Stellvertretend nahm Schauspieler Walton Goggins (46), der den Award präsentierte, den Preis entgegen. Eine der eindrücklichsten Dankesreden hielt Gal Gadot (32). Sie gewann den #SeeHer-Award, der an «Grenzen sprengende Schauspielerinnen» übergeben wird, «die wichtige Figuren passend darstellen». Dazu gab es stehende Ovationen. Auf der Bühne ... ... lobte Gadot, dass die drei erfolgreichsten Filme des Jahres, «Justice League», «Wonder Woman» und «Beauty and the Beast» allesamt von Frauen getragen werden. Jedoch bemerkte sie: «Wir haben noch immer einen langen Weg vor uns.» Über die kürzlich ins Leben gerufene Time's-Up-Kampagne und die zunehmende Wertschätzung der Frauen im Filmbusiness sagte sie: «Ich will diesen Award mit allen Frauen und Männern teilen, die für das stehen, was richtig ist.» Wer die Zuschauer mit ihrer Rede auch in Atem hielt, war Brooklynn Prince (7). Sie gewann den Award als beste Jungschauspielerin für ihre Performance in «The Florida Project». Nach der Verkündung strahlte das Mädchen übers ganze Gesicht – bis sie vor Freude in Tränen ausbrach. In ihrer ... ... Rede dankte sie ihrer Crew und ihren Eltern und fügte an, wie dankbar sie für diese grossartige Chance sei, die sie bekommen habe. Auch ihrer Konkurrenz in derselben Kategorie dankte sie und sagte, dass sie nach der Show doch alle ein Glace essen gehen sollten – wofür sie vom Publikum Lacher erntete. Olivia Munn (37), welche die Award-Show moderierte, konnte nicht anders, als die kürzlich bekanntgegebene Lohnungleichheit zwischen Mark Wahlberg (46) und Michelle Williams (37) anzusprechen. Angeblich soll Wahlberg für die nachträglich gedrehten Szenen von «All the Money in the World» 1,5 Millionen Dollar kassiert haben, während Williams nur knapp 1000 Dollar bekam. Munn thematisierte ... ... dies, indem sie zuerst den Männern in Hollywood, denen noch keine sexuellen Übergriffe vorgeworfen wurden, dankte. Daraufhin hob sie zusammen mit Schauspielerin Niecy Nash (47) das Glas, um anzustossen. Munn tat so, als wären die zwei Frauen für den Toast bezahlt worden und sagte: «Danke, dass wir beide hierfür dieselbe Gage bekommen und Wahlberg 1,5 Millionen bezahlt wurden.»

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Am Donnerstagabend wurden zum 23. Mal die Critics' Choice Awards verliehen. Diese Preise werden jährlich vergeben und ehren die besten Filme und Schauspieler aus Sicht der Kritiker. Nachdem «The Shape of Water» bei den Golden Globes am Sonntag etwas enttäuscht hatte («nur» zwei Gewinne bei sieben Nominationen), räumte der Streifen nun mehr ab.

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Der Fantasy-Thriller von Guillermo del Toro (53) gewann in den Kategorien «Bester Film», «Beste Filmmusik», «Bestes Produktionsdesign» und «Bester Regisseur». Nominiert war er 14-mal. Als bester Actionfilm wurde «Wonder Woman» ausgezeichnet und der Award für den besten Sci-Fi/Horror-Film ging an «Get Out».

«Aus dem Nichts» räumt weiter ab

Als bester fremdsprachiger Film gewann «Aus dem Nichts», der denselben Preis auch bei den Golden Globes geholt hat. Der Award für den besten Comedy-Film ging an «The Big Sick»; als beste Comedy-Schauspielerin gilt Margot Robbie (27), die mit «I, Tonya» die Kritiker überzeugt hat.

In der Kategorie bester Comedy-Schauspieler siegte James Franco (38) mit «The Disaster Artist». Doch Franco war an diesem Abend nicht da – wohl, weil ihm diese Woche mehrere Frauen sexuellen Missbrauch vorgeworfen hatten.

Was bei den Critics' Choice Awards ausserdem zu reden gab – darunter die Dankesrede der 7-jährigen Brooklynn Prince –, sehen Sie oben in der Bildstrecke.


Brooklynn Princes Dankesrede. (Quelle: The CW via Youtube/Awards Watch 2017)

(cts)

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