Ihre Story, Ihre Informationen, Ihr Hinweis?
feedback@20minuten.ch 
Im Jet mit Riri
22. November 2012 19:37; Akt: 23.11.2012 11:22 Print
Mein Albtraum mit Rihanna
Sieben Tage, sieben Städte, sieben Konzerte - und jede Menge Groll. Die gross angelegte Promotour der Sängerin wurde zum Debakel für die Journalisten. 20-Minuten-Frau Monika Rufener resümiert.
Was für eine tolle Idee: Man schicke einen der erfolgreichsten Popstars der Welt in einer gecharterten Boeing 777 mit 150 Journalisten und 30 Fans an Bord auf eine grosse Konzerttour durch die Welt. Das Ziel: Das neue Album so gut wie möglich zu promoten und Fannähe zu demonstrieren. Sieben Gründe, warum Rihannas 777-Tour trotzdem ein Desaster war:
Bildstrecken Presseschau von Rihannas «777»-TourHatten Chris Brown und Rihanna Sex auf dem Klo?Twitter-Schumelei bei Lady Gaga und Co.1. Organisation
Eine so riesig angelegte Tour bedarf eines enormen organisatorischen Aufwandes, so viel ist klar. Dennoch schienen auch die kleinsten Angelegenheiten zu Komplikationen zu führen. So liess die Kommunikation von Änderungen auf dem Zeitplan, wie beispielsweise eine frühere Abfahrt an die Konzertlocations, zu wünschen übrig. Dementsprechend wurde ich in Toronto kurzerhand im Hotel vergessen, weil man mir keine Nachricht zukommen liess. Ich wurde später mit einem Privatchauffeur zur Lokalität gefahren. Zudem fehlten immer wieder Namen auf den Hotel-Check-In-Listen oder Gepäckstücke gingen verloren. Mein Koffer ist immer noch in Paris.
2. Fans
Riri wollte mit dieser Aktion auch Nähe zu den Fans demonstrieren. Ein Star zum Anfassen. Das dachten sich auch die 30 Fans aus der ganzen Welt, die ein Ticket für die 777-Tour bei Wettbewerben gewonnen hatten. Allerdings bekamen auch Rihannas Anhänger die Sängerin nur sehr selten zu Gesicht. Stattdessen wurden sie mit Bus und Flugzeug von Stadt zu Stadt bugsiert und mussten genau die gleich langen Wartezeiten wie die Journalisten auf sich nehmen. Von den besuchten Städten bekamen die Fans auch nur ganz wenig zu Gesicht. Wegen der immensen Verspätungen reichte es nur sehr selten für einen Schritt aus der Hoteltür.
3. Flugzeug
Das Positive vorweg: Die Crew der gecharterten Boeing 777 war ein Traum. Sie sorgte aufopfernd für das Wohl der Gäste und kannte auch schon nach kurzer Zeit die Namen der meisten Passagiere. Zum Abschied wurden liebevolle Umarmungen geteilt. Gleichwohl fand der Grossteil der Nahrungsaufnahme im Flieger statt. Auch das Gepäckverladen funktionierte nie reibungslos und war einer der Hauptgründe für die stundenlangen Verspätungen.
4. Arbeitsbedingungen
Als Journalist im 21. Jahrhundert ist eines für das Arbeiten ausserhalb des Büros existenziell: Man braucht Internetzugang. Wie sonst soll man die gemachten Bilder und Texte mit der Welt teilen oder in die Redaktion schicken? Doch das mit dem Wireless funktionierte mit wenigen Ausnahmen nur in den Hotels. Allerdings brach auch dort nicht selten die gesamte Internetverbindung zusammen, da kurz nach dem Einchecken 150 Journalisten auf das Internet zugreifen wollten. So verbrachte man einen Grossteil der eigentlichen Ruhezeit mit dem wiederholten Einwählen ins Internet und Hochladen von Informationen. Die zum Schlafen gedachte Zeit im Hotel wurde also vor allem zum Arbeiten genutzt, was zu noch grösseren Müdigkeitserscheinungen führte. Und ein übernächtigter Geist ist zudem oft nicht allzu produktiv - geschweige denn kreativ.
5. Konzerte
Die sieben Konzerte fanden im kleinen Rahmen statt. Als würde Rihanna beispielsweise statt im Hallenstadion im Zürcher Volkshaus auftreten. Offenbar wurden jeweils 777 Tickets vergeben. Zum grossen Teil waren die Konzerte der Sängerin ganz gut. Auch die Locations liessen sich meist sehen. Dessen ungeachtet kam gerade bei den Konzerten das Diva-Gehabe der Sängerin zum Tragen. In Berlin verspätete sich die 24-Jährige um stolze drei Stunden und wurde mit Buh-Rufen vom Publikum empfangen. In Paris spielte sie wegen ihrer Verspätung in Kombination mit einer Sperrstunde acht Songs weniger.
6. Berichterstattung
Spätestens seit der Meuterei im Flugzeug war der Kanon in der Presse vornehmlich negativ geprägt. So schreibt beispielsweise bild.de: «Ziemlich schnell wird klar, warum wir überall so lange warten (statt zu arbeiten, zu schlafen oder zu essen). Nicht, weil Rihanna noch Termine hat. Sondern, weil sie einfach NICHT DA ist, nicht da sein will.» Auch der Reporter von «Fuse» machte seinem Ärger Luft: «Jetlag, zu wenig Schlaf, nicht genug zu essen... zu viele Flüge, die mitten in der Nacht starteten... Frustration und Mangel an Interaktion mit der Sängerin... ». Das renommierte «Rolling Stone Magazine» schrieb: «Jeder einzelne Tag von Los Angeles nach London musste unsere Gruppe mit unglaublich langen Wartezeiten umgehen (...). Niemand hielt sich an den Zeitplan. Die Wettbewerb-Gewinner kamen bis zu einer Stunde zu spät auf den Bus, da sie sich in der vorhergehenden Nacht total abgeschossen hatten.»
7. Rihanna
Rihanna selbst war wohl das grösste Problem der ganzen Tour. Nicht nur, weil sie oft selbst schuld an den langen Verspätungen war, sondern auch, weil sie sich kaum zeigte. Wir waren für sie angereist. Doch die Sängerin schien sich weder für die Journalisten noch für die Fans zu interessieren. Gemäss «Intrigant» soll der Publizist von Def Jam gesagt haben: «Eines Tages werde ich euch meine Sicht der Dinge schildern!» Was ist da wohl hinter den Kulissen passiert? Inzwischen entschuldigte sich die Sängerin für die Vorkommnisse - sie hat sich offenbar erkältet: «Ich weiss, ihr Jungs habt den letzten Dreck erlebt – aber ich musste einfach auf mich Acht geben. Ich höre mich immer noch an wie Scheisse», zitiert sie vulture.com. Ob das nicht eher an ihrer ständigen Kifferei und am Herumlungern an den After-Show-Partys liegt? Gemäss ihren Angaben soll auf dem Riri-Jet die Grippe umgegangen sein. Ich persönlich merke davon noch nichts. Falls es trotzdem eingeschlagen haben sollte, wäre dies der rundeste denkbare Abschluss dieser strapaziösen Tour.
Den ganzen Tourbericht im Detail können Sie hier nachlesen.
Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»
Unsere Leser kommentieren fleissig - durchschnittlich gehen Tag für Tag 4000 Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.
«Gibt es eine Möglichkeit, dass mein Beitrag schneller veröffentlicht wird?»
Wer sich auf 20 Minuten Online einen Account zulegt und als eingeloggter User einen Beitrag schreibt oder auf einen Kommentar antwortet, der wird vorrangig behandelt. Hat ein eingeloggter User bereits viele Kommentare verfasst, die freigegeben wurden, so werden seine neuen Beiträge mit oberster Priorität behandelt.
«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»
Womöglich wurde der Beitrag in Dialekt verfasst. Damit alle deutschsprachigen Leser den Kommentar verstehen, ist Hochdeutsch bei uns Pflicht. Sofort gelöscht werden Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken. (oku)
Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?
Schreiben Sie an feedback@20minuten.ch
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Deshalb können Storys, die älter sind als 2 Tage, nicht mehr kommentiert werden. Wir bitten um Verständnis.
-
Alle 135 Kommentare

Die Printausgabe von 20 Minuten gibts jetzt auch als ePaper.
Die 20 Minuten App Familie
Thank god it's Friday!
DIE Nightlife-Website für Partyverrückte aus aller Welt





















777
Fand den live ticker sehr amüsant. Wahrscheinlich auch weil mich die schlechte organisation und rhiannas diva gehabe nicht wirklich überrascht. Allerdings finde ich es schade, dass monika jetzt hier als motzerin und undankbar bezeichnet wird. Rolling stone, billboard usw. haben ja alle so ziemlich das selbe berichtet. Also liegt es kaum an monikas auffassung! Und ich frage mich ob ihr alle für euren job jeden tag dankbar seit. Auch wenn ihr mit total unkooperativen menschen arbeitet... Alles in allem: gute arbeit, monika!
In 7 Tagen um die Welt
Da sieht man Flughäfen und Shuttlebusse, natürlich ein paar Hotelzimmer. Wer glaubt man hätte Zeit noch etwas anderes zu sehen, muss ein bisschen naiv sein. Und wenn ich die Berichte lese ist das angepeilte Marketingziel gründlich in die Hose gegangen. Aber mal ehrlich; wer schn mal weiter weg war ist nicht wirklich überrascht!
nadenn
tönt gar nicht gut, aber ich mag die riri eh nicht....