Gary Oldman und Kobe Bryant

06. März 2018 22:19; Akt: 06.03.2018 23:43 Print

«Die Academy hat zwei Täter ausgezeichnet»

Nachdem Gary Oldman den Preis als bester Hauptdarsteller gewinnt, meldet sich dessen Ex-Frau. Sie hatte ihn einst wegen häuslicher Gewalt angezeigt.

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Trotz der Vorwürfe seiner Ex-Frau gewann Gary Oldman (59) den Oscar als bester Hauptdarsteller. James Franco (39) erhielt für «The Disaster Artist» einen Golden Globe, doch nach der Preisverleihung meldeten sich mehrere Frauen öffentlich zu Wort und beschuldigten ihn des sexuellen Übergriffs. An der Oscarverleihung am vergangenen Sonntag wurde der Film daraufhin mit keiner Nominierung gewürdigt. Casey Affleck (42) gewann im vergangenen Jahr den Oscar als bester Hauptdarsteller im Film «Manchester by the Sea». Der Schauspieler wurde in der Vergangenheit mehrmals beschuldigt, sich unangemessen gegenüber seinen weiblichen Berufskolleginnen verhalten zu haben. Eigentlich hätte er nach Oscar-Tradition als Laudator den Award an die diesjährige Hauptdarstellerin des Jahres vergeben sollen. Affleck sagte ab. Regisseur Woody Allen (82) kämpft schon seit einigen Jahren gegen verschiedene öffentliche Vorwürfe. Anfang der 90er-Jahre trennte sich seine Frau von ihm, nachdem er ein Verhältnis zu seiner damals 21-jährigen Adoptivtochter gestand. Auch Allen ging bei den diesjährigen Preisverleihungen leer aus. Immer mehr Details aus Harvey Weinsteins (65) Leben kamen in den letzten Monaten ans Licht und führten dazu, dass rund 80 Frauen den Produzenten aktuell wegen sexuellem Übergriff anklagen. Weinstein muss sich nun vor Gericht verantworten und wurde aus Hollywood praktisch verstossen. Kevin Spacey (58) verlor nicht nur seine Rolle in der Netflix-Serie «House of Cards», sondern auch sein Ansehen in Hollywood, nachdem mehrere Männer ihn des sexuellen Übergriffs und der Belästigung beschuldigt hatten.

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Für seine Verkörperung des britischen Premierministers Winston Churchill in «Darkest Hour» wurde Gary Oldman (59) am Sonntag als bester Hauptdarsteller mit dem Oscar ausgezeichnet. Zuvor hatte Oldman für die Rolle bereits einen Golden Globe gewonnen.

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Neben den vielen Stimmen, die mit dem Schauspieler dessen Auszeichnung feiern, meldet sich nun jedoch seine Ex-Frau Donya Fiorentino (50). Sie hat Oldman im Jahr 2001 des körperlichen und emotionalen Missbrauchs beschuldigt und angezeigt, nachdem er sie angeblich mit einem Telefon ins Gesicht geschlagen hat. Verurteilt wurde er allerdings nie.

Vorwürfe neu aufgerollt

Fiorentino äusserte sich nun gegenüber TMZ.com und zeigte sich enttäuscht, dass die Academy gerade jetzt auf dem Höhepunkt der #MeToo-Diskussion einem mutmasslich vorbelasteten Mann die höchste Auszeichnung verleiht, die ein Schauspieler erreichen kann. «Gratulation an Gary, und an die Academy, ihr habt zwei Missbrauchstäter ausgezeichnet. Ich dachte, wir seien weitergekommen.»

Mit dem zweiten spielt Fiorentino auf den Ex-Basketballer Kobe Bryant (39) an, der für den besten animierten Kurzfilm ausgezeichnet wurde. Auch an ihm haften schwere, ungeklärte Vorwürfe: Im Jahr 2003 bezichtigte ihn eine Hotelangestellte der Vergewaltigung. Es kam jedoch nie zum Prozess.

Toleranz ist nicht immer so gross

Während Gary Oldman trotz Vorgeschichte in den vergangenen Wochen mehrere Auszeichnungen gewonnen hat, blieben andere männliche Hollywoodstars, die sich aktuell mit ähnlichen Vorwürfen konfrontiert sehen, der diesjährigen Preisverleihung fern.

Im Zuge der #MeToo-Kampagne erhielt «The Disaster Artist» von James Franco (39) beispielsweise keine einzige Oscarnominierung, obwohl der Schauspieler und Regisseur mit seinem Film zuvor bereits einen Golden Globe gewonnen hatte. Nach den Golden Globes beschuldigten mehrere Frauen Franco des sexuellen Übergriffs, worauf sich der Star mehrheitlich aus der Öffentlichkeit zurückzog und den Awardshows fernblieb.

Auch Casey Affleck (42), der letztes Jahr den Oscar als bester Hauptdarsteller gewann, war an der diesjährigen Preisverleihung nicht anwesend – auch gegen ihn wurde Anzeige erstattet. Traditionell übergibt der männliche Gewinner des Vorjahres den Oscar an die weibliche Gewinnerin des aktuellen Jahres. Von dieser Aufgabe trat Affleck unbegründet zurück.

(anh)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Karl_Heinrich am 06.03.2018 22:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aufmerksamkeit

    Ach Ja #metoo in Ehren. Aber bei solchen Sachen gehts auch nur um Aufmerksamkeit. Diese Debatte verfällt ins lächerliche. Kann man heutzutage nicht einmal mehr einen hervorragenden Schauspieler ehren. Gary Oldman hat absolut verdient den Oscar für seine Rolle als Churchill gewonnen.

  • DangerRanger am 07.03.2018 00:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Leistung

    Die Academy zeichnet die Leistung bezogen auf den Film aus, also Schauspiel, Makeup, Musik etc...umd nichts anderes. Das ist keine Gerichtsverhandlung.

    einklappen einklappen
  • childish gambino am 06.03.2018 22:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wie sagt man doch so schön?

    in dubio pro reo. wenn nichts bewiesen ist, dann bitte nicht den ruf in den schmutz ziehen. ich kann auch jeden beliebigen promi bezichtigen mich vergewaltigt zu haben

Die neusten Leser-Kommentare

  • Heiri am 07.03.2018 17:06 Report Diesen Beitrag melden

    Würde mich wunder nehmen

    ..wie denn die Hintergründe zu diesen Fällen ist. Kann ja sein dass Madame nicht ganz unschuldig ist. Soll ja öfters vorkommen dass Frauen in ihrem Ärger mit Gegenständen werfen, selbst mehrmals erlebt...

  • N.D. am 07.03.2018 13:58 Report Diesen Beitrag melden

    Ich bin eine Frau

    Ich schäme mich echt, eine Frau zu sein! Ich werde regelmässig angemacht, auch auf sehr primitive Weise. Dennoch lehne ich dankend ab und nehme es als Kompliment. Wie kann man eine Anmache als sexuellen Übergriff verstehen?? Ich denke diese Frauen haben grössere Probleme!!

  • Herbert M. am 07.03.2018 13:06 Report Diesen Beitrag melden

    So so, jetzt hat sie auch noch ein paar

    Sekunden und Zeilen Ruhm erlangt. Sie hat in damals angeklagt und er wurde freigesprochen - hat sie das immer noch nicht verdaut, braucht sie diese primitive Rache?

  • Peter am 07.03.2018 12:28 Report Diesen Beitrag melden

    #MeToo die farce

    Sorry die Oscars stehen für Schauspielerische Leistung. Bei einer Auszeichnung für das Lebenswerk, ja dort müsste man sich hinterfragen. Solangsam wird das #MeToo zu einer Farce.

  • Sackgänger am 07.03.2018 11:56 Report Diesen Beitrag melden

    Was soll das?

    Gary Oldman wurde als bester Hauptdarsteller ausgezeichnet, nicht als bester Ex-Ehemann.