Modewoche

11. März 2010 14:05; Akt: 11.03.2010 15:07 Print

Pompöse Designerwerke, Promis und ParisPompöse Designerwerke, Promis und Paris

Nach einem ungewöhnlich erfolgreichen Mode-Marathon sind die Kollektionsschauen der Pariser Fashion Week zu Ende gegangen. Auch Starlets wie Lindsay Lohan und Vanessa Paradis liessen sich das Spektakel nicht entgehen.

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Lange war die Aufmerksamkeit für die französische Mode nicht mehr so gross wie bei den Prêt-à-Porter-Schauen in diesem Frühling. Fast überall herrschte Aufbruchsstimmung. Mit Vuitton, Hermès und Miu Miu wartete der letzte Tag dann auch noch mal mit drei modischen Höhepunkten auf.

Designer Marc Jacobs konzentrierte sich auf die Silhouette der Fünfzigerjahre mit schmalem Oberteil, betontem Busen und blütenkelchartig sich öffnendem Rock und bot mehr als 50 Varianten davon auf: Als Kostüm aus softbraunem Anzugstoff, als Tweed-Corsage mit Samtbändern und schwerem Lederrock in Mokka, als Kleid in bleu mit Spitzenbesatz, als grauer Strickentwurf, fliederfarbener Bouclémantel oder üppiges Abendkleid mit Schleppe und Schleife.

Sechzigerjahre-Stil im Trend

Jacobs schloss mit seinen Entwürfen ziemlich genau an das Frauenbild an, das Miuccia Prada zuvor in ihrer von den Fifties inspirierten Prada-Kollektion in Mailand vorgestellt hatte. In Paris bei Miu Miu setzte sie jedoch wie so viele andere auf die Sechziger und das mit ihrer speziellen schrägen und doch stilsicheren Handschrift.

Extrem kurze, mit Volants sich öffnenden Miniröcke, steif und doch anschmiegsam wirkende Stoffe und leicht A-förmige Oberteile mit an den Schultern blusig sich rundenden Ärmeln liessen die Models mädchenhaft und etwas Twiggy-like erscheinen.

Ein Hauch von Vamp gesellte sich dazu durch viel Schwarz, aufgestickte Ornamente und Kleider mit breiten Trägern, die viel Haut offenbarten. Hinzu kamen ein paar Aufheller in Form von Kleidern in glänzendem Orange oder Lila.

Leder bei Hermès

Jean Paul Gaultier hatte sich bei Hermès von Emma Peel und John Steed aus «Mit Schirm, Charme und Melone» inspirieren lassen, doch Hüte, Regenschirm und das Spiel mit dem Gegensatz von Männlich-Weiblich war eigentlich nur ein Vorwand, um traumhaft schönes Leder in Szene zu setzen.

In Schwarz als sexy Anzug, als lockere Weste, grauer Blazermantel oder Trenchcoat in einem sehr schönen Nougat-Ton: Bei Hermès hatte alles unschlagbare Klasse. Fliessende Seidenröcke und -kleider mit Leopardenprint sowie superweiche Pelze komplettierten die Kollektion.

Trotz der Stärke dieser Schauenwoche riss die Abwesenheit Alexander McQueens ein tiefes Loch. Der britische Modemacher, der sich im vergangenen Monat das Leben genommen hatte, spielte mit seiner genialen Kreativität stets eine Sonderrolle.

Nur wenige Modeleute waren zur Besichtigung seiner letzten Entwürfe in privatem Rahmen eingeladen worden und berichteten von Kleidern mit gotischen Einflüssen von geradezu bestürzender Schönheit.

(sim/sda)