Vermächtnis einer Toten

08. November 2012 19:58; Akt: 08.11.2012 19:58 Print

Pornostar Sexy Cora lebt weiter – als «Livecam-Girl»

von Kaspar Isler - Im Januar 2011 erlag Sexy Cora den Folgen einer missglückten Brustvergrösserung. Ein aktueller TV-Spot bewirbt das verstorbene Erotiksternchen noch immer als Livecam-Girl.

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Obwohl Caroline Wosnitza alias Sexy Cora im Januar 2011 tragisch verstorben ist, läuft der Werbespot für ein Telefonsex- und Camportal weiterhin nächtlich im Schweizer Fenster von ProSieben. Sogar untrer den «Livecams» taucht der verstorbene Pornostar auf. Verantwortlich dafür ist Witwer und Geschäftsmann Tim Wosnitza. «Ich verstehe nicht, warum man ein komplettes Lebenswerk vernichten soll», so der Unternehmer gegenüber 20 Minuten. Zudem seien «die Kosten für die Spots höher als die Einnahmen», die diese generieren. Auf der Fanpage von Sexy Cora machte die Schwester der Verstorbenen, Anne-Marie Ebert, ihrem Ärger über Tim Wosnitza Luft und wünschte sich, dass man Cora in Frieden ruhen lassen solle. Der ehemalige Mitbewohner von Sexy Cora im «Big Brother»-Container Carlos Fassanelli widmete dem Erotiksternchen ein Lied. Die Hintergründe zum tragischen Todesfall von Caroline Wosnitza, zeigen Ihnen die folgenden Seiten. Carolin Wosnitza starb am 20. Januar 2011 bei einer Brust-OP. Auch wenn zuerst gegen den Schönheitschirurgen ermittelt wurde ... ... so ist dieser jetzt aus dem Schneider. Nun lastet die Schuld auf der Anästhesistin Marion F.: Die Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen sie wegen fahrlässiger Tötung. Sie soll die Schuld an dem Unglück tragen, als ... ... Cora sich am 11. Januar 2011 einer Brustoperation unterzog. Die Porno-Darstellerin wollte sich zum fünften Mal ihre Brüste vergrössern lassen. Sie träumte von einem G-Körbchen. Ein Arzt riet ihr von der Operation ab. In der Alster-Klinik in Hamburg hatten die Ärzte jedoch keine Bedenken. Dann geschah das Unglück: Bei der Narkose ging etwas schief, Coras Gehirn war während 15 Minuten vom Sauerstoff abgeschnitten. Cora fiel ins Koma. Die Prognosen standen schlecht, die Ärzte glaubten, dass sie bleibende Gehirnschäden davontragen würde. Am 20. Januar um 14.30 Uhr trat das Schlimmste ein: Cora starb im Alter von 23 Jahren. Ihre Familie hat sich laut «Bild» bereits um 9 Uhr früh an ihrem Krankenbett versammelt ... ... um sich von Cora zu verabschieden.

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«Auf www.camcora.ch erwarten dich geile Girls vor der Livecam», haucht eine Stimme aus dem Werbefenster von ProSieben Schweiz. Im TV-Sport für ein Telefonsex- und Camportal ist eine Tanzeinlage von Namensgeberin Caroline Wosnitza alias Sexy Cora zu sehen. Das Erotiksternchen starb im Januar 2011 an den Folgen einer missglückten Brustoperation. Für Witwer Tim Wosnitza kein Grund die Werbung einzustellen: «Nach dem tragischen Tod meiner Frau wurde die Ausstrahlung der Spots von mir auf Eis gelegt. Ich habe danach mehrere Umfragen via Social Media gemacht. Die grosse Mehrheit der Fans sprach sich für die Ausstrahlung der Spots aus», so der geschäftstüchtige Manager des Pornosternchens gegenüber 20 Minuten.

«Ich werde es nicht zulassen, dass dieser Heuchler weitermacht»

Rund ein halbes Jahr nach dem Tod von Caroline rechnete Coras Schwester Anne-Marie Ebert auf Facebook mit Wosnitza ab: «Meine Schwester hätte einen Mann verdient, der sie zu schätzen gewusst hätte», schiesst sie auf der Seite von Sexy Cora gegen den Hamburger und doppelt nach: «Ich werde nicht zulassen, dass dieser Heuchler weitermacht.» Die Zeilen bergen nebst Wut und Trauer auch den Vorwurf pietätloser Profitgier.

Parallel zur Vermarktuung des Pornostreifens «Der Tod steht ihr gut», in dem Cora einen Zombie mit einer unersättlichen Lust auf Oralverkehr spielt, durchaus verständlich. «Wer sagt eigentlich, dass Untote nicht gut blasen können», heisst es im Hinweistext des geschmacklosen Erotikfilms.

Diese Anschuldigung steht auch im Zusammenhang mit der andauernden, postmortalen Bewerbung der Erotikdarstellerin im Raum. Das will Unternehmer Tim Wosnitza nicht auf sich sitzen lassen: «Von Profitgier kann keine Rede sein, da die Kosten der Spots den monatlichen Ertrag übersteigen – somit sogar Geld kosten und keins bringen – und ich finanziell wesentlich schlechter dastehe als noch zu Lebzeiten von Cora», verteidigt sich Wosnitza im Gespräch. Anne-Marie Ebert verzichtete gegenüber 20 Minuten auf einen Kommentar zum Fall, da sie in Ruhe um ihre Schwester trauern wolle.

Camsex mit einer Toten?

Ein Blick auf besagtes Livecam-Portal zeigt ein weitaus skurrileres Bild. Sucht der User unter den Livecam-Girls nach Cora, erscheint diese in eindeutiger Pose mit dem Slogan «Der Star aus Big Brother 10», wie obiger Printscreen beweist. Versucht man Camgirl Cora anzuwählen, wird die Seite neu geladen und die Verstorbene ist verschwunden.

«Ich verstehe nicht, warum man ein Lebenswerk vernichten soll»

Dass man die Präsenz von Cora als Täuschung auslegen könnte, stösst bei Wosnitza auf Unverständnis: «Ich kann nicht erkennen, woraus hervorgeht, dass Cora nach wie vor als Camgirl aktiv sendet. Es sind lediglich Videos zu finden auf der Seite, was ebenfalls aufgrund einer Umfrage auf Facebook entschieden wurde. Ich verstehe nicht, warum man ein Lebenswerk vernichten soll. Das passiert bei keinem anderen Künstler, nur im Bereich Erotik ist es böse und verwerflich, wenn die Kunstwerke auch weiter gezeigt werden», wehrt sich Wosnitza.

Die Trauer um seine Ehefrau bewältigt er auf seine eigene Weise: «Ich gucke die Filme bei der Prüfung und zur Auswahl bei neuen Projekten selber. Dabei habe ich gemischte Gefühle. Einserseits Trauer, weil sie mir unendlich fehlt, andererseits Stolz auf das, was meine Frau erreicht hat», verrät Wosnitza weiter.

«Ich habe Cora einen Song gewidmet»

Einen anderen Weg, um seine Trauer zu bewältigen, hat Ex-«Big-Brother»-Mitbewohner und Sänger Carlos Fassanelli gewählt. Er widmete Caroline den Song «CORAzon», um seiner guten Freundin Tribut zu zollen.

CORAzón (Herz) (Quelle: YouTube)

«Nach Big Brother haben wir telefoniert aber uns nie mehr gesehen», so Fassanelli gegenüber 20 Minuten. Auch der Schmusebarde verdient mit der verstorbenen Sexy Cora Geld. In seinem Onlineshop gibt es die Single für knapp vier Euro zu erstehen. Im Unterschied zu Tim Wosnitza kämen seine Einnahmen aber vollumfänglich einer karitativen Institution zu Gute, versichert Fassanelli.

Bei ProSieben Schweiz war man sich bis anhin nicht bewusst, was da nächtlich über den Bildschirm flimmert: «Wir kommentieren die Inhalte der TV-Spots in unserem Werbefenster nicht. Sofern diese nicht rechtswirdrig sind, gibt es für uns aber keinen Grund sie nicht auszustrahlen», so der Programmverantwortliche Mike Gut auf Anfrage von 20 Minuten.


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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Andy am 09.11.2012 06:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Heuchler

    Keine Ahnung, warum bei diesem Thema alle so heuchlerisch tun. Ansonsten ist der Respekt gegenüber Pornostars eher ausstehend.

  • Humphry Hepberg am 08.11.2012 21:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wer sind die Heuchler?

    Die ganze Filmindustrie lebt davon, dass Filme auch nach dem Tod der Schauspieler gezeigt werden. Warum sollte das in der Erotikbranche anders sein? Was sind das für Heuchler die sich da aufregen???

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  • Mark am 09.11.2012 06:33 Report Diesen Beitrag melden

    Den Film vermarkten...

    ok. Warum nicht. Aber auf RTL Werbung für Webcams mit Cora buchen und auch noch behaupten, dass die Kosten den Ertrag übersteigen...? Blöd, wer das glaubt.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Pasquale am 09.11.2012 13:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Naja

    Die traurigsten Gestalten sind neben dem ex ja wohl die, die da auch noch reinklicken. Eine Tote! Hallo! Gott gibt es kranke Menschen.

  • Simone G. am 09.11.2012 10:59 Report Diesen Beitrag melden

    Carlos ist toll!

    Carlos Fassanelli spendet jeden Cent an die Kita Nestwärme in Berlin, die Kinder mit und ohne HIV betreuen. Der erste Scheck wurde bereits übergeben und per Foto auf seiner Homepage ersichtlich. Von daher finde ich die Wortwahl nicht passend, zumal es eine Leichtigkeit für einen Reporter sein sollte, dies rauszufinden. Ansonsten finde ich auch das ihr Ehemann wörtlich über Leichen geht.

    • Mike am 09.11.2012 11:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Hä?

      Welchen Artikel hast du gelesen? Da steht ja, dass er alles spendet.

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  • Michael am 09.11.2012 07:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Selberschuld

    Von wegen "arme Cora". Selberschuld wenn man nicht damit zufrieden ist, was man hat und seinen Körper noch weiter ausbauen muss! Dass ihr Freund es nur aufs Geld abgesehen hat, war ja bei dem Beruf dieser Cora bereits klar. Da ist eine ehrliche Beziehung unmöglich.

    • Manu am 09.11.2012 12:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      wieso?

      wieso sollte eine ehrlich Beziehung für eine Pornodarstellerin unmöglich sein? Ich bin sicher es gibt eine Menge toller Frauen/ Menschen darunter (auch charakterlich) die einen Partner finden der offen genug dafür ist. Dann steht einer tollen Beziehung doch nichts im Weg?

    • raia am 11.11.2012 22:38 Report Diesen Beitrag melden

      Kein Mitleid

      Da hast du Recht Michael. Ist doch klar, das eine OP riskant ist. War so, ist so und wird auch immer so bleiben. Es war ein unnötiger Eingriff mehr, in einen sonst gesunden Körper. Jeder Unterschreibt, dass er sich der Risiken bewusst ist. Und dazu zählt auch, dass es im schlimmsten Fall tödlich enden kann! War halt sehr oberflächlich. Pech gehabt...

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  • Mark am 09.11.2012 06:33 Report Diesen Beitrag melden

    Den Film vermarkten...

    ok. Warum nicht. Aber auf RTL Werbung für Webcams mit Cora buchen und auch noch behaupten, dass die Kosten den Ertrag übersteigen...? Blöd, wer das glaubt.

  • Andy am 09.11.2012 06:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Heuchler

    Keine Ahnung, warum bei diesem Thema alle so heuchlerisch tun. Ansonsten ist der Respekt gegenüber Pornostars eher ausstehend.

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