Finanzreport des Buckingham-Palasts

30. Juni 2018 20:52; Akt: 30.06.2018 20:52 Print

Charles und Camilla verprassen am meisten

Auslandsreisen, Renovierungen, Personal: die britische Königsfamilie verschlingt so einiges an Geld. Wie viel, zeigt der jährliche Finanzreport des Buckingham-Palasts.

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Die britische Königsfamilie legt ihre Bücher offen: Jeden Sommer veröffentlicht der Buckingham Palast einen Finanzreport, der zeigt, wer wie viel ausgegeben hat. Fast 100 Millionen Franken kosteten die Royals die britischen Steuerzahler im vergangenen Jahr. Ein Betrag, der im nächsten Abrechnungszeitraum (2018/19) auf stolze 107 Millionen Franken steigen wird. Die Gründe dafür: die Renovierung des Buckingham-Palasts und ein neues Mitglied der Königsfamilie. Ein Teil der Gelder – 39 Millionen Franken – wurde letztes Jahr für die Renovierung des Palasts verwendet. Die Arbeiten umfassen unter anderem die Heizungs-, Elektro- und Sanitärsysteme des Palasts. Die Privatgemächer der Queen (92) sind davon aber nicht betroffen. Bis zur Fertigstellung der Bauarbeiten soll der Palast im Zentrum Londons 481 Millionen Franken verschlingen. Queen Elizabeths Sohn und Nummer eins der britischen Thronfolge, Prinz Charles (69), und seine Frau, Herzogin Camilla (70), verprassen das meiste Geld der Familie. Ihr Einkommen, das 2017/18 auf 28 Millionen Franken stieg, erhalten sie aus dem Herzogtum Cornwall. Die Reisekosten des Paars, welche die grössten Ausgaben darstellten, werden von den Steuerzahlern finanziert. Und das, obwohl Transporte und Flüge lange Zeit die Achillesferse der königlichen Familie waren. Für ihre mehrtägige Reise nach Indien, Malaysia, Brunei und Singapur gaben Charles und Camilla umgerechnet 472'000 Franken aus. Diese Summe lässt sich auf die Flugpreise zurückführen: Das Paar flog nämlich mit einem Flugzeug der Royal Air Force. Die Kosten hätten allerdings minimiert werden könnten, wenn die beiden ihre Entourage verkleinert hätten. Auch der Royal Train, den die Familie (abgesehen von Prinz William, Herzogin Kate und Prinz Harry) für Reisen innerhalb Grossbritanniens nutzt, kostet die Steuerzahler pro Fahrt 26'000 Franken. Einen Teil der Gelder aus dem Herzogtum gibt Charles aber auch an seine Söhne, Prinz William (36) und Prinz Harry (33). Dem Finanzbericht zufolge hat der 69-Jährige das royale «Taschengeld» von 4,4 auf 6,4 Millionen Franken erhöht. Der grösste Teil der Summe wird für die öffentlichen Auftritte der beiden bereitgestellt. Eine genaue Aufschlüsselung der persönlichen Kosten der Prinzen-Brüder gibt es nicht. Wie das Haushaltsbuch des Palasts weiter zeigt, sind die Gesamtausgaben von Prinz Charles auch infolge der Verlobung von Prinz Harry und Herzogin Meghan gestiegen. Wie viel das Königshaus beziehungsweise die Steuerzahler aber zusätzlich für die 36-Jährige ausgeben, ist nicht bekannt.

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Am Donnerstag veröffentlichte der Buckingham-Palast den jeweils Ende Juni erscheinenden offiziellen Finanzreport. Darin aufgelistet: die Ausgaben der britischen Königsfamilie, des Herzogtums Cornwall und des Kronbesitzes.

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Die offengelegten Bücher der Royals zeigen, dass die Gesamtkosten im Vergleich zu vergangenem Jahr gestiegen sind – teils aufgrund eines 10-Jahres-Plans zur Renovierung des alternden Buckingham-Palasts.

Seit den 1950er-Jahren wurden die Heizungs-, Elektro- und Sanitärsysteme des Palasts nicht instand gehalten, dies erfordere nun umfangreiche Arbeiten, wie britische Medien unisono berichten.

Höhere Reisekosten wegen William und Harry

Michael Stevens, der den Titel «Keeper of the Privy Purse» innehat und für die Finanzverwaltung der Royals zuständig ist, sagte zudem, dass die Renovierung dringend notwendig sei, «um die reale Gefahr eines katastrophalen Gebäudeversagens wie bei einer Flut oder einem Brand abzuwenden». Das berichtete unter anderem Metro.co.uk.

Zudem seien die Kosten für Reisen gestiegen, da nun drei Generationen – Prinz Harry (33) und Prinz William (36) haben im letzten Jahr mehr Termine wahrgenommen – im Auftrag der Queen arbeiteten.

Royals sind wichtig für die Wirtschaft

Die Steuergelder, die zur Deckung der offiziellen Zölle sowie der Gehälter für die Palast-Bediensteten verwendet wurden, stiegen im Geschäftsjahr, das am 31. März endete, ebenfalls an.

Doch: Die königliche Familie leistet jährlich einen bedeutenden Beitrag zur britischen Wirtschaft, indem sie Touristen nach Grossbritannien lockt. Diese Zahl könnte laut dem Bericht von Brandfinance.com jedes Jahr um umgerechnet 2,2 Milliarden Franken steigen.

Datum der Veröffentlichung wird kritisiert

Für die Offenlegung der Bücher erntet der Palast Kritik. Die Veröffentlichung fiel zeitlich mit der Nahost-Tour von Prinz William zusammen, was bedeutet, dass sich die meisten Verantwortlichen nicht im Buckingham Palast oder in Clarence House, sondern im Ausland aufhielten. Daher waren sie nicht in der Lage, die Royal-Konten zu begutachten. Absicht?

Gemäss dem «Guardian online» könne das Datum laut Palast nicht verschoben werden, da die Bücher dem Parlament übergeben werden müssten.

Welches Mitglied der britischen Royals am meisten Geld ausgibt und wofür, erfährst du in der Bildstrecke oben.

(kao)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Fred am 30.06.2018 21:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gutes Geschäft

    100 Mio Ausgaben, stehen 2 Mrd. Einnahmen gegenüber. Auch wenn die Einnahmen pessimistisch gerechnet nur die Häfte oder ein Viertel sind, immer noch ein gutes Geschäft für GB. Und die Schösser müssten auch ohne Royals unterhalten werden.

  • o my goodness am 30.06.2018 21:18 Report Diesen Beitrag melden

    es soll ihnen doch gut gehen!

    Es liegt nicht in meinem Ermessen zu beurteilen, wer wieviel verbrauchen darf. Die Royals haben grosse Besitztümer die einiges abwerfen und auf dem Konto liegt auch nicht wenig. Immer und überall präsent zu sein und gute Miene machen, auf Reisen und Anlässen den royalen Verpflichtungen nachkommen, das verlangt den Herrschaften so einiges ab. Sie sollen ihr Vergnügen haben sich das zu leisten, was ihnen guttut.

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  • Sulejka am 30.06.2018 21:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    the Royals from U.K.

    Eigentlich geht es uns in der Schweiz nichts an, wieviel Geld die Royals im Jahr brauchen, einzig ihre Untertanen chönnten es ändern doch es gibt halt immer noch viele Menschen welche für die Royals stimmen würden.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • reni am 01.07.2018 21:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    einfach super...

    Eine absolut schöne und tolle Tradition! Ich bewundere und beneide die Briten! Eine Vergangenheit zu haben ist wunderbar! Bin ein glühender Verfechter dieser Royals. Sie kosten viel, bringen aber ein Vielfaches mehr zurück!

  • J. Klientz am 01.07.2018 21:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nein Danke

    Zum Glück müssen wir nicht auch noch für irgendwelche Adelige arbeiten und steuern. Mir reichen schon die vielen anderen privilegierte Bevölkerungsgruppen.

  • bebbeli am 01.07.2018 21:03 Report Diesen Beitrag melden

    Egal

    Solange sie das Geld nicht von mir wollen, ist es mit egal.

  • Jörg Frei am 01.07.2018 18:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ....

    wahnsinn dass so eine familie überhaupt machen darf was sie wollen aber es gibt halt viele indizien über die und im tv kommt das natürlich nicht vor...

  • british am 01.07.2018 14:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    stupid

    Das die die Briten diese Familie noch tolerieren verstehe ich nicht. 100mio die für 100mio bessere Sachen ausgegeben werden könnten. Ein dummes Volk wie mir scheint.

    • Fred am 01.07.2018 19:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @british

      Hast du den Text gelesen? 100 Ausgaben stehen 2 Mrd Mehreinnahmen im Tourismus gegenüber. Wahrlich kein schlechtes Geschäft.

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