Follower sind nicht alles

26. Februar 2018 11:12; Akt: 26.02.2018 11:12 Print

Diese Schweizer Influencer haben wirklich Einfluss

von Nicole Agostini - Die Anzahl Follower sagt nur bedingt etwas über den Einfluss eines Influencers aus. Dies wollen Forscher der HSG mittels eines neuen Analyse-Tools aufzeigen.

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Forscher der HSG haben zusammen mit Marketing-Experten ein Tool entwickelt, das den wahren Einfluss von Schweizer Influencern ermitteln soll. Nachfolgend sehen Sie die erfolgreichsten Influencer im ersten Erhebungszeitraum vom 1. bis am 31. Januar. | Stefan Kunz bezeichnet sich als Buchstaben-Künstler. Die Posts ­zeigen seine Kalligrafie-Kunst auf allen möglichen Materialien. Zudem führt er einen Youtube-Channel. Weitere Jobs: Redner und Lehrer. | Le Grand JD begeistert seine Anhänger mit seinen lustigen und ­kuriosen Posen. Er reist viel und ist stets für einen Spass zu haben. Meist verweist er auf seine selbst produzierten Youtube-Videos. | Die 15-jährige Anna Maria postet hauptsächlich Selfies vor, beim und nach dem Schminken und verlinkt auf ihre Youtube-Make-up-Tutorials. Zudem zeigt sie sich mit ihrem Freund auf gemeinsamen Kussbildern. | Swissposters wird von der Online-Design-Plattform Ligature.ch geführt. Auf den Fotos zeigen die Betreiber Plakate, die von Schweizer Designern geschaffen wurden und in hiesigen Städten hängen. | Vorwiegend präsentiert Angela Asiana ihren Körper in Dessous, körperbetonter Mode und sexy Outfits. Fashion-Accessoires wie Schmuck, Schuhe und Handtaschen zeigt sie auch gerne. | Debora Gabriella Cicciolina steht an der Spitze des Rankings in der Fashion-­Kategorie, auf die im Januar der Fokus gelegt wurde. Auf Insta posiert sie meistens im sportlichen Outfit und zeigt ihren durchtrainierten Körper auf Gym-Selfies oder auf Fotos in ihrem Bett. | Der Travelblogger weckt das Fernweh. Er reist nicht nur während verschiedener Jahreszeiten durch die Schweiz, sondern postet auch Bilder aus Frankreich, Italien, der Türkei, von den Malediven – die Liste ist endlos. | Lucia ist als erfolgreiche Reisebloggerin auf der ganzen Welt unterwegs. Vor allem zeigt sie Bilder an Stränden in exotischen Orten, aber die Schweiz kommt mir ihren weissen Winterlandschaften auch nicht zu kurz. Sich selbst beschreibt Lucia auf Instagram als «Avocado-Schmugglerin», «Einhorn-Farmerin» und sie sei «hier, um sich auszudrücken und nicht um zu beeindrucken». | Der Aargauer Ivan Rakitic kickt beim FC Barcelona und postet neben Fussballbildern auch private Familienfotos. Zudem scheint er ­öfter in den Ferien zu sein. Also wenn er sich nicht gerade tätowieren lässt. | Der Baselbieter Tennisstar Roger ­Federer ist derzeit auf Platz 1 der Weltrangliste. Er postet seine beruflichen Erfolge, nimmt die Follower mit auf seine Ausflüge und drückt ab und zu für ein lustiges Selfie ab.

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Ruft man ein Social-Media-Profil, sticht sofort die Anzahl der Follower ins Auge. Die Meinung, dass der Erfolg und Einfluss von Influencern an der Zahl ihrer Anhänger gemessen wird, ist stark verbreitet.

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Die Universität St. Gallen will diesen Irrglauben aus der Welt schaffen. Zusammen mit der Kommunikationsagentur Jung von Matt und der Influencer-Marketing-Plattform Reachbird hat sie ein entsprechendes Analyse-Tool entwickelt.

Kostenloser Service

Für sie zähle nicht nur die Followerzahl, auch der Inhalt sei wichtig. Damit wollen sie einen «transparenten Markt schaffen», sagt Martin Faltl, Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Universität St. Gallen zu 20 Minuten: «Diese Orientierung nach Followerzahlen ist zu eindimensional. Uns ist wichtig, dass die guten Inhalte auch eine Plattform bekommen. Es gibt so viele Leute, die tolle Fotos und Videos machen und genau da versuchen wir, einen Beitrag zu leisten.»

Aufs Ranking zugreifen kann jeder. Ideal sei es für Unternehmen, die in Influencer investieren. Doch: «Influencer selbst nutzen es auch. So können sie sehen, wie gut sie gegen die Konkurrenz abschneiden.» Der Service ist kostenlos, genauso das Abo fürs monatlich aktualisierte Top-20-Ranking. Wer aber mehr und genauere Daten will, kommt um einen kostenpflichtigen Account bei Reachbird nicht herum.

Sieben Kriterien zählen für das Ranking

Das Tool analysiert die Performance der Schweizer Instagram-Influencer basierend auf sieben verschiedenen Kriterien, die zusammen mit Experten aus Wissenschaft und Praxis ausgearbeitet worden sind. «Wir haben alle Daten genommen, die uns zur Verfügung stehen und die relevant sind. Dann haben wir uns gefragt, wie wir sie miteinander ins Verhältnis stellen können.» So rechne der Algorithmus einen Durchschnitt der sieben Kriterien aus, die übrigens verschieden gewichtet werden. Die genaue Gewichtung will Faltl nicht verraten.

Zu diesen Faktoren gehört unter anderem, wie viel mit gepostetem Content interagiert wird oder wie stark ein Account dynamisch wächst. Spannend: Roger Federer führt das erste Ranking an, er hat aktuell 4,6 Millionen Follower. Auf Platz zwei befindet sich Barcelona-Kicker Ivan Rakitic, der mit 9,2 Millionen aber doppelt so viele Insta-Abonennten hat. «Dabei sieht man, dass die Followerzahl nicht alles ist. Wahrscheinlich gab es bei Roger Federer aufgrund seiner Siege mehr Interaktion in letzter Zeit », so Faltl.

Über 10'000 Schweizer Influencer registriert

Das Ranking wird jeden Monat neu erstellt und auf Influencer-Check.ch veröffentlicht. «Dabei sind immer die erfolgreichsten zehn Influencer überhaupt, die zehn vielversprechendsten Newcomer sowie die zehn besten Influencer in einer von 14 von uns festgelegten Kategorien aufgelistet – im Januar haben wir beispielsweise die Fashion-Influencer ausgewertet.»

Zurzeit werden die Daten von über 10'000 Profilen ausgewertet. «Der Grossteil der Schweizer Influencer ist registriert», verrät Martin Faltl, «wer nicht dabei ist, aber dabei sein will, registriert sich einfach kostenlos bei Reachbird.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Evita77 am 26.02.2018 11:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Da brat mir einer nen Storch

    Also nur das wir das klarstellen. Ein 15jähriges Mädel, welches Kussfotos mit ihrem Freund postet, ist in einer Top10 Liste mit Roger Federer?

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  • Mensch am 26.02.2018 11:39 Report Diesen Beitrag melden

    Influencer tönt wie eine Krankheit

    Das will ich nicht und das habe ich nicht völlig überbewertet dieses Zeug auch Fb und co. Auser Roger kenne ich so wie so keinen von diesen Möchtegern "Stars"

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  • Ueli Schwyzer am 26.02.2018 11:41 Report Diesen Beitrag melden

    Wer hat Zeit für so etwas?

    1. Wer schaut sich sowas überhaupt an? 2. Haben sie an unseren Unis nichts gescheiteres zu tun?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • M.D. am 26.02.2018 17:15 Report Diesen Beitrag melden

    Fremdschäm hoch 10

    Habe ich das richtig verstanden, die einte nennt sich "Cicciolina", wie ein ehem. ital. Pornostar? Jetzt mal im Ernst???

  • elie am 26.02.2018 16:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wahre arbeit..

    grundsätzlich haben influencer keinen einfluss, sie meinen es nur!

  • Bruno am 26.02.2018 15:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    .......

    Wer's braucht ist selber Schuld.... ich lass mich nicht INFLUENCEN ...ich weiss selber was ich will und brauch

  • Felix Mühlebach am 26.02.2018 15:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    influenzer

    influenza ist auch eine viruskrankheit. braucht man nicht!

  • renz am 26.02.2018 15:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    auf immer und ewig

    wer sich von einer 15 jährigen influenzen lässt, dem sollte das internet gesperrt werden.