So dachte Polo über den Tod

25. Juli 2017 11:22; Akt: 25.07.2017 14:44 Print

«Meine Asche soll in den Himmel gefeuert werden»

Am Wochenende ist Mundart-Legende Polo Hofer im Alter von 72 Jahren verstorben. In seinen letzten Interviews sprach er offen über den Tod.

Polo Hofer ist am Wochenende im Alter von 72 Jahren verstorben. (Video: Tamedia)
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Polo war vorbereitet. Er sei «dem Teufel schon viermal vom Karren gefallen», erzählte der Berner in einer SRF-Doku. Herzprobleme, künstliches Koma, einen Tumor an den Stimmbändern, vergangenes Jahr ein Zusammenbruch und notfallmässige Einlieferung ins Spital.

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«Ich hatte 40 Jahre Chilbi und Party. Das kostet halt etwas, das Leben ist ein Risiko», sagte der Mundartrocker 2007 zum «Blick». In Interviews hat Polo National beim Thema Tod denn auch nie Berührungsängste gezeigt.

War Polo bei Exit? Er sei kein Mitglied der Schweizer Sterbehilfeorganisation, erklärte Hofer in November 2016 im «Blick». «Ich sehe den Sinn dafür nicht, jedenfalls vorläufig noch nicht.»

Hat er eine Patientenverfügung veranlasst? «Das habe ich allerdings! Ich will, dass keine lebensverlängernden Massnahmen getroffen werden. Am besten wäre eine Überdosis Morphium», so Polo ebenfalls Ende 2016 im «Blick».

Wie will er beerdigt werden? Im März 2015 sprach Polo anlässlich seines 70. Geburtstags mit der «Schweizer Illustrierten» darüber, wie er bestattet werden möchte. «Ich will, dass meine Asche in einer Urne von Alice auf dem Niesen in den Himmel gefeuert wird.» Seine Ehefrau betreibt in Thun ein Atelier für Särge.

Diesen besonderen Beisetzungswunsch formulierte Polo auch schon 2012 im Gespräch mit «Glanz & Gloria»: «Ich will verbrannt werden. Asche in die Urne. Damit auf einen Berg. An die Urne eine grosse Rakete montieren und tak!, in den Himmel damit. Vom Winde verweht, tschau Polo.» In der Pressemitteilung, die seine Familie nach Polos Ableben am Montagabend versandte, steht, dass sich der Musiker weder eine Aufbahrung noch eine Abdankung wünschte.

Polo Hofer erklärt, wie er sich seine Beisetzung vorstellt.

Hatte er Angst vor dem Tod? Die Frage beantwortet Polo im Interview mit der «Berner Zeitung» im Mai 2017 so: «Der Tod hat mich schon immer beschäftigt, schon als junger Mann. Ich hatte nie Angst vor ihm, auch jetzt nicht.»

Gegenüber dem «Blick» führte er im November 2016 aus: «Ich habe genug gelebt. Wenn es mich nimmt, dann nimmt es mich. Und wenn der Vorhang fällt, dann muss man von der Bühne.» Und im Gespräch mit der «SI»: «Sicher sind im Leben nur zwei Dinge: Die Steuerrechnung und der Tod.» Auch wenn er dem Tod furchtlos entgegensah, vor dem Sterben habe er durchaus Angst, so Polo in der SRF-Dokumentation «Rhythmus, Rausch und Rampenlicht».

Wie stellte er sich das Leben nach dem Tod vor? Polo war erklärter Atheist. «Ich habe keine Vorstellung vom Jenseits. Gott, die Hölle, das Paradies, daran glaube ich nicht. Die Bibel ist ein Instrument dafür, Menschen zu manipulieren. Ausserdem stelle ich mir das Paradies schrecklich langweilig vor», so Hofer in der «Berner Zeitung».

(fim)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Eckzahn am 25.07.2017 11:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Er weiss es jetzt

    Na, könnte ja mit Erstaunen feststellen, das es im Jenseits nicht so langweilig ist. Vielleicht ist es ein neuer "Chrampf", vielleicht geht die Party weiter? Er weiss es jetzt bestimmt.

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  • Polo Fan am 25.07.2017 12:10 Report Diesen Beitrag melden

    Die Urne hochschiessen wird

    eher gefährlich sein. Aber man könnte seine Asche in viele grosse Feuerwerkskörper integrieren und damit ein Feuerwerk zu Ehren von Polo Hofer auf dem Niesen abfeuern - begleitet von seinen schönsten Songs. Bei klarem Nachthimmel könnten tausende Fans ihn auf seiner letzten Reise begleiten.

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  • R.A.Barbara am 25.07.2017 12:16 Report Diesen Beitrag melden

    Danke!

    Danke Polo, dass Du da warst und uns so viele schöne Lieder hinterlässt!

Die neusten Leser-Kommentare

  • PapaundMamma am 25.07.2017 20:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    keine träne trauren wir ihm nach

    PH war kein vorbild fr junge menschen er animierte sie zum drogen und alkohol konsum, abscheulich dass politiker/innen ja Bundesräte ihm noch zu jubeln zu ableben.

  • Schweizer Trauernder am 25.07.2017 18:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Traurig

    Polo Hofer, der David Bowie der Schweiz. R.I.P Polo

  • Dismas am 25.07.2017 17:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Himmel und Hölle gibt es sehr wohl

    Na ja, er täuschte sich schwer in Bezug auf Himmel und Hölle. Ich hoffe für ihn, er befindet sich jetzt nicht in der Hölle, obschon er als erklärter Atheist leider gute Chancen hat dort zu sein. Aber ich bin nicht sein Richter und kann es natürlich auch nicht mit Sicherheit sagen.

  • fanki am 25.07.2017 15:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    1August

    Polo National mit einer Rakete am Nationalfeiertag in den Himmel schießen,Das wäre ein würdiger Abgang für ihn.R.I.P Polo

  • Cyrill Hotz am 25.07.2017 15:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Polo Hofer

    Die Asche in den See streuen,wäre doch auch eine schöne Idee für Polo Hofer gewesen?!