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Waldner-Ausstellung
05. März 2010 14:21; Akt: 05.03.2010 15:22 Print
Die Anmut der Unfall-Karossen
von Philipp Dahm - Raffael Waldner fotografiert Luxuskarossen wie Lamborghini, Maserati oder BMW. Doch der Schweizer Künstler interessiert sich nicht für blank polierten Lack und formvollendete Kurven: Er fotografiert die Autos nur nach Crashs. Jetzt stellt er seine Bilder aus und präsentiert auch ein Buch zum Thema.
Raffael Waldner fotografiert kaputte Karossen: Die Idee für das Projekt kam ihm, als er selbst verunfallte. «Es gab nur Blechschäden, Menschen waren nicht betroffen», erinnert sich der Künstler auf Nachfrage von 20 Minuten Online. «Ein paar Autos sind involviert gewesen: Ich bin nachts in parkierte Fahrzeuge hineingefahren. Da ist mir bewusst geworden, wie unmittelbar sich der Übergang vom behüteten Fahrgefühl bei hoher Geschwindigkeit bis zum totalen Stillstand beim Crash vollzieht und wie das Statussymbol dabei innert Sekunden entwertet wird.»
Diese Diskrepanz und das Interesse für die Unfallwracks waren der Auslöser für Waldners Arbeiten: Zwischen 2001 und 2010 sammelte der Schweizer die entsprechenden Aufnahmen. «Es ist wie eine Spurensuche der Überbleibsel eines Crashs. Es geht nur um das Objekt.» Gab es bei den Betrachtern seiner Bilder auch schon grosse Gefühlsausbrüche? «Nein, aber es gibt immer wieder Fragen. Es ist ein Thema, das fast alltäglich ist: Jeder kennt jemanden im Freundeskreis, der das schon mal erlebt hat. Wenn das noch sehr präsent ist, ist es für die Leute natürlich schwer, sich damit auseinanderzusetzen.»
Um sich nicht dem Vorwurf der Pietätlosigkeit auszusetzen, lässt Waldner Persönliches aussen vor. «Ich vermeide bewusst, Explizites zu zeigen. Mir ist wichtig, dass kein Blut oder Dinge zu sehen sind, die Rückschlüsse auf den Fahrer zulassen. Auch wenn private Gegenstände im Auto lagen, habe ich das nicht fotografiert,» erklärt der Künstler. «Es ist eine Darstellung von vergangener Gewalt, was übrigbleibt ist die Skulptur.»
Raffael Waldner präsentiert seine Bilder unter dem Titel «Car Crash Studies 2001 bis 2010» vom 6. bis zum 13. März in der Galerie Nicola von Senger. Das gleichnamige Buch, herausgegeben von Christoph Doswald und JRP/Ringier, wird ebenfalls ab dem 6. März im Handel sein.

























