An der Sexmesse

29. November 2011 10:39; Akt: 29.11.2011 18:21 Print

Unterwegs mit dem jüngsten Pornostar

von Maja Zivadinovic - Sie ist die jüngste Porno-Darstellerin der Schweiz: tilllate.com hat «Pornoteeny» Tamara Joyce an die Sexmesse Extasia in Basel begleitet.

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«Schaaatz, gisch mer schnell mini High Heels?», fragt die jüngste Pornodarstellerin der Schweiz, Tamara Joyce ihre beste Freundin Stefanie Desouza. Es ist Sonntagnachmittag, 15.00 Uhr. Wir befinden uns im Backstage-Bereich der Sex-Messe «Extasia» in Basel. Überall liegen Dildos, Gleitmittel und unzählige Kosmetikartikel herum. Tamara trägt zum Mini und BH bequeme UGG-Boots. «Das sieht voll assi aus», sagt das Pornosternchen und lacht. Für das Posieren vor der Kamera wechselt sie die flachen Boots gegen hohe Haken.

Noch ein bisschen Lipgloss, die Haare kämmen und Lächeln aufsetzen. Tamara ist ein Profi. Nach zwei, drei Bildern muss sie wieder raus auf die Bühne. Auf die grosse Bühne wohlgemerkt. Während sich Tamara auf dem Sofa räkelt und lasziv strippt, wird sie von Männerblicken regelrecht verschlungen. «Das ist für mich kein Problem», erklärt die Zürcherin. «Ich konzentrier mich nur auf mich und meine Show.»

Ein Wochenende, sechs Stunden Schlaf

Seit Freitagmorgen ist Tamara an der Extasia. Mit dabei: Ihre beste Freundin Stefanie, eine Menge Schuhe, das Macbook, Schminke und viel Dessous. Stefanie und Tamara sind seit neun Jahren eng befreundet. Dass Tamara jetzt Pornos dreht, unterstützt Stefanie: «Ich bin mega stolz auf Tamara», sagt die 21-Jährige und betont, dass sie sowieso immer hinter Tamara stehe. Stefanie weicht keinen Meter von Tamaras Seite. Während der Shows steht die Freundin in der ersten Reihe und dreht iPhone-Videos. Backstage in der Garderobe schauen sich die beiden die Videos an und freuen sich über das tobende Publikum. Dennoch sind die Mädels müde: «Wir haben seit Freitag knapp sechs Stunden geschlafen», erzählt Tamara. Die Freundinnen teilen sich ein Doppelzimmer im Hotel. «Weil da auch andere Pornostars nächtigen, liessen wir es halt krachen», so Tamara.

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(Video: Keystone)

Domina mit 17

Zurzeit ist Tamara single. «Das geniesse ich in vollen Zügen», sagt die Schauspielerin. Der nächste Freund soll möglichst aus dem Pornobusiness kommen. «Alle anderen haben eben Mühe mit meiner Tätigkeit», erzählt Tamara. Für sie selber ist Sex die normalste Sache der Welt. Oder sogar noch ein bisschen mehr: «Ich liebe Sex.»

Bereits im Alter von 17 liess sich die Schweizerin während drei Monaten zur Domina ausbilden. Weil Tamara damals noch minderjährig war, brauchte sie die Unterschrift ihrer Mutter. Am Anfang war diese alles andere als begeistert. «Heute steht sie voll hinter mir. Wir haben ein super Verhältnis», offenbart Tamara. In der Zwischenzeit hat sie bereits vier Filme gedreht, weitere sind anfangs 2012 geplant.

«Ich wollte gar nicht berühmt werden»

Auf die Frage, warum sie sich als Teenager für das Pornobusiness entschieden hat, sagt Tamara: «Ich bin jung und will Spass haben.» Sie lebe im Hier und Jetzt. «Seriös kann ich werden, wenn ich älter bin.» Als sie sich für das Geschäft mit dem Sex entschied, rechnete Tamara nicht damit, berühmt zu werden. «Das wollte ich so eigentlich auch gar nicht», betont sie. Den Grund ihres Bekanntheitsgrades schliesst sie aus ihrem Alter. «Ich bin nun mal die jüngste Darstellerin hierzulande».

Es gibt nur eine Sache, die Tamara zu schaffen macht: «Meine Brüste sind zu klein.» Seit sie 14 ist, träumt sie von einem üppigen D-Cup-Busen. Deswegen legt sich Tamara am 26. Februar 2012 unters Messer. Operiert wird die Pornodarstellerin von einem Chirurgen, der aus der RTL2-Serie «Extrem schön» bekannt ist. Der Eingriff kostet mehrere tausend Franken. Für Tamara kein Problem: «Wenn ich einen schlechten Monat habe, verdiene ich immer noch rund 15 000 Franken.»

Feierabend nach 100 Stunden

In der Zwischenzeit ist es 18 Uhr. Tamara hat die letzte Show, die letzte Autogrammstunde hinter sich. Erschöpft sitzt sie in ihrer Garderobe. Das sei aber kein Problem. Im Gegenteil. «Dass ich während drei Tagen an der Extasia war, ist eine super Promo für mich.» Dennoch ist dem Teenager bewusst, dass das Metier Schattenseiten mit sich bringt. «Ganz egal, wo ich hingehe, ich werde überall belagert und angequatscht.» Im McDonald's sei mal eine Gruppe Jugendlicher völlig entsetzt gewesen, als Tamara plötzlich neben ihnen stand. «Was soll das!? Ich bin ein ganz normaler Teenager, der auf Fast Food steht und hie und da zu viel trinkt», sagt Tamara. Manchmal habe sie keine Lust auf den Rummel. «Dann geniesse ich meine Ruhe und treffe meine Freunde intim daheim oder in einer kleinen Bar.»

Kurzfristig plant Tamara nebst weiteren Filmen eine eigene Escort-Agentur. «Ich bin schon mitten in der Planung», verrät sie. Dabei will sie als Bindeglied zwischen den Escort-Damen und dem Kunden agieren. Sie selber werde keinen Begleitservice machen. Längerfristig aber hegt Tamara einen ganz anderen Traum: «In zehn Jahren hätte ich gerne einen Mann, ein Haus, einen Garten und Kinder.» Für ein «ganz normales Leben» würde sie den Beruf der Pornodarstellerin an den Nagel hängen, der Branche den Rücken zudrehen. Bis der Richtige kommt, will Tamara aber ihr Leben in vollen Zügen geniessen. Eben: Im Hier und Jetzt.