Wegen Kaninchen

27. September 2010 18:01; Akt: 27.09.2010 18:35 Print

Tierschützer kritisieren neue Miss Schweiz

von David Cappellini - Kerstin Cook hat bereits Ärger: Die neue Miss Schweiz hat ein Kaninchen - aber eben nur eins. «Dies grenzt an Tierquälerei», finden Tierschützer.

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Bei der Wahl am vergangenen Samstag sorgte die neue Miss Schweiz, Kerstin Cook, mit einem eingeblendeten Foto ihres Häschen für den Jö-Effekt. Auf Anfrage von 20 Minuten Online meint die schönste Schweizerin denn auch: «Das Kaninchen bedeutet mir wahnsinnig viel».

Die Aussage der Krienserin, dass sie nur ein einzelnes Tier besitzt, lässt nun allerdings die Tierschützer aufhorchen. Diese finden die Haltung von Cooks Hauskaninchens nämlich so gar nicht süss - im Gegenteil.

«Das grenzt an Tierquälerei»

«Kaninchen sollten auf gar keinen Fall alleine gehalten werden», meint Gieri Bolliger, Geschäftsleiter von der «Stiftung für das Tier im Recht». Im Tierschutzgesetz heisst es explizit, dass Nager mindestens zu zweit sein müssen - zwar bilden gerade Kaninchen die Ausnahme, doch «bei diesen ist die Ausnahme politisch motiviert. Die Züchter haben in Bern eine starke Lobby, weshalb sie diese Ausnahme durchbringen konnten», erklärt Bolliger weiter. So macht Cook zwar nichts Illegales, aber: «Aus Sicht des Tierschutzes ist das sehr problematisch, denn Kaninchen haben sehr gerne Gesellschaft».

Noch härtere Worte findet Eva Waiblinger vom Schweizerischen Tierschutz. «Das grenzt an Tierquälerei», meint sie zur Haltung Cooks und findet weiter: «Der Mensch kann kein Kaninchen als Kameraden ersetzen». Zudem sei gerade die neue Miss künftig viel unterwegs - deshalb brauche Cooks Tier erst recht einen Artgenossen.

Genug Platz ist kein Argument

Die 21-jährige Miss wiegelt auf Nachfrage von 20 Minuten Online ab: «Wir haben daheim viel Platz, das Kaninchen kann sich frei bewegen und muss sich nicht alleine in einem Käfig langweilen».

Tierschützer Bolliger widerspricht dem Argument der Schönen: «Auch wenn ihre Wohnung gross ist, wird ihr Kaninchen nie auf einen Artgenossen stossen.» Zudem rät er Cook sich zu informieren: «Ihr Kaninchen hätte bestimmt Freude an der Gesellschaft eines Artgenossen. Und da die Wohnung ja gross ist, hat es sicher auch genug Platz für ein zweites Kaninchen.»

(Mitarbeit: rn)