Laetitia Guarino

05. März 2015 22:42; Akt: 05.03.2015 22:42 Print

Miss Schweiz ist auf die Orange gekommen

Miss Schweiz Laetitia Guarino macht vieles. Sie besucht Anlässe, geht mit Asylbewerbern schlitteln – und verkauft neuerdings Orangen.

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Was hat Laetitia Guarino, die amtierende Miss Schweiz, mit einer Orange zu tun? Nun, die Orange ist eine gelbrote, süss-säuerliche, vitaminreiche Frucht der Apfelsinenpflanze. Ihr lateinischer Name: Citrus sinensis. Keine Übereinstimmung also. In die Orange wird aber auch viel hineininterpretiert. So gilt sie als Fruchtbarkeits- und Erotiksymbol. Ihre leuchtende Farbe und ihr erfrischender Geschmack wird mit Lebensfreude und Leichtigkeit assoziiert. Da kommen wir der Sache doch schon etwas näher.

Die direkteste Verbindung zwischen Guarino und der Orange ist jedoch Terre des Hommes. Diesen Samstagmorgen wird die 22-Jährige für das Hilfswerk zwischen 10.30 und 12 Uhr am Zürcher Hauptbahnhof unter dem Niki-de-Saint-Phalle-Engel Orangen verkaufen. Ab dem Kauf von drei Zitrusfrüchten gibts als Goodie ein Foto mit der schönsten Schweizerin obendrauf. Der Erlös der Aktion kommt herzkranken Kindern zugute. «Als Medizinstudentin interessiere ich mich sehr für herzkranke Kinder», sagt Guarino. Und: «Sie verkauft die Orangen freiwillig», schreibt Terre des Hommes. Na, immerhin!

Die schöne Miss wird kritisch beobachtet

Es wäre unfair, immer auf Guarinos Aktionen herumzuhacken. Macht sie zu wenig, wirft man ihr vor, sie sei zu wenig präsent. Geht sie, wie am Mittwoch, mit Asylbewerbern schlitteln und Fondue essen, dann wirft man ihr Effekthascherei vor. PR-Experte Fidel Stöhlker sagt zu 20 Minuten: «Ich bin der Meinung, dass das Ganze bei den Asylsuchenden falsche Hoffnungen schürt. Sie werden weder das Geld noch den Freigang haben, um sich dies zu leisten. Sie werden in eine absolute Traumwelt eingeführt.»

Derzeit ist die Miss-Schweiz-Organisation dabei, die Strukturen der Wahl und die Ausrichtung der Miss-Schweiz-Marke zu ändern und zu optimieren. Leiter Claudio Righetti erklärt, wohin die Reise gehen soll: «Unser Bestreben liegt darin, die Marke zu modernisieren und der Miss Schweiz mehr Möglichkeiten und Inhalte zu bieten, mit denen sie als junge Botschafterin der Schweiz glänzen kann. Und das auch im Ausland. Dazu gehört als grundlegender Aspekt die karitative Ausrichtung, die der Arbeit der Miss Schweiz ein Ziel mit mehr Nachhaltigkeit geben soll.»

Orangen etwa ein böses Omen?

Zum Schluss nochmals ein Abstecher in die Welt der Orangen. Die Frucht hat nämlich auch einen Auftritt in den Mafiafilm-Trilogie «Der Pate» von Francis Ford Coppola. Die Orange tritt dort als Bote des Todes auf. So rollen Orangen über die Strasse, als Don Vito angeschossen wird, und er hat ein Stück dieser Frucht im Mund, als er im Garten an einem Herzinfarkt stirbt. Mögen diese Szenen kein schlechtes Omen für die Miss-Schweiz-Wahl sein ...

(lme)