Xenia vor der UNO-Rede

06. März 2017 07:48; Akt: 06.03.2017 07:48 Print

«Das Internet hat Frauen stärker gemacht»

von Martin Fischer - Xenia Tchoumi wird am Dienstag in Genf vor der UNO eine Rede halten. Sie will insbesondere jungen Frauen die Möglichkeiten und Gefahren von Social Media aufzeigen.

Xenia Tchoumi hat auf Social Media rund acht Millionen Follower. Im Video erklärt sie, wie man eine solche Reichweite aufbaut und nutzt. (Video: BBC)
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Wie kommt es, dass du am Dienstag vor der UNO eine Rede halten kannst?
Ich wurde vom International Trade Center eingeladen, einer Unterorganisation der UNO, die sich auch für Frauen in der Arbeitswelt einsetzt. Sie haben eine Rednerin gesucht, die sich mit Online-Business und Feminismus auskennt.

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Insgesamt 217 Teilnehmer

Warum bist du die Richtige dafür?
Es geht hier nicht um mich. Aber ich habe sicher eine Message, die ich mit anderen Frauen teilen will.

Welche denn?
Das Internet ist befreiend, es hat Frauen stärker gemacht. Es hat mir erlaubt, eine selbstbestimmte Karriere aufzubauen. Doch man muss lernen, die Tools richtig zu nutzen. Dafür gibt es noch keine Uni.

Wofür willst du deine Plattformen nutzen?
Dank dem Internet haben wir die Möglichkeit, Leute auf der ganzen Welt von Zuhause aus zu erreichen. Das ist unglaublich. Diese Macht will einsetzen, indem ich mich für Liebe und Akzeptanz stark mache.

Etwas konkreter?
Die Verständigung unter verschiedenen Kulturen ist mir ein Anliegen. Aber auch, wie Frauen wahrgenommen werden. Hier spielt für mich die Mode eine wichtige Rolle.

Wie genau?
Eine Frau soll sich so kleiden können, wie sie will, und trotzdem respektiert werden. Man kann sich weiblich und sexy geben und trotzdem etwas zu sagen und eine Meinung zu vertreten haben.

Xenia spricht vor der UNO in Genf

Wirst du oft mit Vorurteilen konfrontiert?
Ja, das kommt immer wieder vor. Aber das stört mich nicht. Ich nutze das, um meinen Followern zu sagen: Schaut mal, diese Vorurteile gibt es. Was können wir tun, um die Situation zu verbessern?

Wo lauern online Gefahren, gerade für junge Frauen, die dir nacheifern wollen?
Nicht alle Leute sind nett zu dir, wenn du dich exponierst. Je grösser deine Community, desto mehr negative Kommentare gibt es. Darauf muss man sich vorbereiten – und eine dicke Haut zulegen. Verhindern kann man es nicht.

Was für ein Kompliment freut dich?
Es muss originell sein und mich überraschen. Und nicht auf mein Äusseres bezogen sein. Das ist vielleicht nett gemeint, aber langweilig.

Bezeichnest du dich als Feministin?
Ich weiss nicht, ob es das richtige Etikett ist. Was mir wichtig ist: Ich bin nicht gegen Männer, ich will, dass wir alle zusammen für die Gleichheit arbeiten. Es gibt auch viele tolle, junge, offene Männer, die sich für die Anliegen der Frauen einsetzen. Das macht mich unglaublich glücklich.

Vor deinem Auftritt bei der UNO: Ist eine Zweitkarriere in der Politik ein Thema für dich?
Nein, ich würde nie meine Arbeit als Fashion und Digital Influencer aufgeben wollen. Aber ich spreche und unterrichte ja schon lange an Konferenzen und Universitäten, das ist gar nicht neu für mich, das geht auch nebeneinander.

Wie haben deine Eltern auf die News reagiert?
Sie sind superstolz. Es ist eine grosse Ehre für mich, dort aufzutreten.