Ihre Story, Ihre Informationen, Ihr Hinweis?
feedback@20minuten.ch 
Hirschmann-Prozess
09. September 2011 18:21; Akt: 09.09.2011 20:54 Print
33 Monate für Carl Hirschmann
von A. Hirschberg - Carl Hirschmann ist schuldig. Er wurde wegen mehrfacher sexueller Nötigung und Sex mit Minderjährigen zu 33 Monaten Freiheitsstrafe verurteilt. Davon muss er 14 Monate absitzen.
Die ursprünglich auf 16.30 Uhr angesetzte Verkündung des Urteils von Carl Hirschmann verzögerte sich lange. Erst nach 17.45 Uhr wurde es vom Bezirksgericht Zürich verlesen. Der vorsitzende Richter Sebastian Aeppli entschuldigte sich dafür. Der Fall sei einfach schwierig gewesen.
Video
Hirschmann nach Ende der Verhandlung
«Hätte sie gewollt, wäre mein Penis ab»
Das Urteil lautet: Hirschmann ist schuldig der mehrfachen sexuellen Nötigung; schuldig der mehrfachen sexuellen Handlungen mit Kindern und der mehrfachen versuchten Nötigung sowie der einfachen Körperverletzung und wegen Tätlichkeiten.
Das Bezirksgericht Zürich hat den 31-Jährigen deshalb zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 33 Monaten bei einer Probezeit von zwei Jahren verurteilt. Davon werden 19 Monate aufgeschoben, 14 Monate muss Hirschmann ins Gefängnis - die Untersuchungshaft von sieben Tagen wird davon abgezogen. Zudem wurde gegen den 31-Jährigen eine Busse von 4000 Franken verhängt. Den Privatklägerinnen muss Hirschmann Schadenersatz und Genugtuung in Höhe von insgesamt
Gericht verlangt hohe Fluchtkaution
Die Bewährungsfrist läuft ab sofort. Delinquiert Hirschmann erneut, kann die Strafe ganz vollzogen werden. Das würde heissen, dass Hirschmann 33 Monate ins Gefängnis müsste. Zusätzlich zur bereits bezahlten Fluchtkaution von einer Million Franken wurde gegen Hirschmann eine Fluchtkaution von vier Millionen Franken verhängt. Diese muss er bis 19. September bezahlen. Tut er dies nicht, wird er in Sicherheitshaft genommen. Die Fluchtkaution wird beim Antritt der Strafe freigegeben.
Die Fluchtgefahr bestehe, weil Hirschmann keinen festen Wohnsitz in der Schweiz habe und zudem französisch-schweizerischer Doppelbürger sei, sagte der Richter. Man habe sich aber gegen Sicherheitshaft entschieden und ziehe die vier zusätzlichen Millionen vor.
Kein leichtes Verschulden
An Hirschmann gerichtet sagte er, dass dieser seine körperliche Überlegenheit ausgenutzt habe. «Wenn Sie etwas nicht kriegen, verfolgen Sie rücksichtslos ihr Ziel.» Dabei sei «ein Nein aber immer ein Nein». Dieses Verhalten sei inakzeptabel, das Verschulden wertete er als nicht mehr leicht.
Besonders übel nahm ihm das Gericht die Aussage, dass man eine Frau gar nicht zum Oralsex zwingen könne, weil sie ja «einfach den Mund zuhalten kann». Das sei, wie wenn man Vergewaltigungen für unmöglich halte, weil Frauen ja die Beine zusammenhalten könnten, sagte der Richter.
Gericht nicht zuständig für Vorfälle im Ausland
Nicht eingetreten ist das Gericht dagegen auf jene Vorfälle, die sich im Ausland in London und in Saint Tropez ereignet haben sollen. Hirschmann hatte Glück, dass sich das Zürcher Bezirksgericht für diese Fälle nicht als zuständig erachtete. Wäre er auch für diese Körperverletzungen und Tätlichkeiten verurteilt worden, wäre die Strafe wohl noch härter ausgefallen. Straferschwerend kam hingegen Hirschmanns Vorstrafe wegen schwerer Verkehrsdelikte hinzu.
Strafmildernd wiederum war das Geständnis, Sex mit einer 15-jährigen Schülerin gehabt zu haben - und das Leid, das er ertragen musste, weil er die letzten Monate vor dem Tod des Vaters wegen einer Reisesperre nicht mit diesem verbringen konnte. Carl Hirschmann senior starb im Juli 2010.
Urteil emotionslos entgegengenommen
Hirschmann nahm das Urteil emotionslos entgegen und verliess danach so schnell wie möglich das Gebäude. Ob Carl Hirschmann das Urteil ans Zürcher Obergericht weiterziehen wird, ist derzeit noch unklar. Er hat dafür 10 Tage Zeit. Seine Anwältin hatte aber bereits im Verlauf des Prozesses in Aussicht gestellt, dass sie dies tun werde. Staatsanwalt Daniel Kloiber zeigte sich nach dem Schuldspruch sehr zufrieden. Das Urteil widerspiegle die Schwere des Verschuldens, erklärte er gegenüber 20 Minuten Online.
Mit Material der Agentur sda





























