«Bin mehr als zwei Implantate»

11. August 2017 11:50; Akt: 11.08.2017 14:03 Print

Anja Zeidler lässt sich ihre Brüste verkleinern

von Martin Fischer - Vor vier Jahren hat sich Anja Zeidler die Brüste vergrössern lassen. Jetzt macht sie den Eingriff rückgängig. Wir haben mit ihr über den Entscheid gesprochen.

Model und Influencerin Anja Zeidler erklärt im «Club» auf SRF – quasi nebenbei –, dass sie sich ihre Silikonimplantate entfernen lassen will. (Video: SRF)
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Fast nebenbei gab sie am Dienstagabend im «Club» auf SRF ihren Entscheid bekannt: «Ja, ich habe mir die Brüste machen lassen. Jetzt habe ich die, aber ich weiss, ich werde sie nicht mehr lange haben. Ich würde sie heutzutage nicht mehr machen lassen.» Niemand in der Gesprächsrunde hakt nach, Anja redet weiter.

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Aber halt, wie war das? «Nicht mehr lange»? Will sich die 24-Jährige, vier Jahre nach der Brustvergrösserung, tatsächlich die Implantate wieder entfernen lassen? «Ja, der Entschluss steht», sagt Anja zu 20 Minuten. Hier klärt sie die offenen Fragen.

Wann hast du entschieden, dass der Zeitpunkt für deine Brustverkleinerung richtig ist?
Seit der Operation sind nur vier Jahre vergangen, aber diese vier Jahre hatten es in sich. Der Gedanke, dass ich mich damals für zwei riesige und kugelrunde Fremdkörper entschieden habe, erschreckt mich heute.

Wie meinst du das?
Es ist ähnlich wie mit Anabolika, die ich früher nahm: Ich will heute meine Gesundheit in den Vordergrund stellen und eine gesunde Motivation sein. Ich gehe nicht mehr über Leichen, nur um schöner auszusehen.

Was genau hat sich in deinem Denken verändert?
Ich habe gelernt, zu mir selbst zu stehen – so wie ich bin.
Wenn ich andere Instagram-Girls anschaue, sehe ich oft nur Oberflächlichkeit. Ich will nicht in diese Schublade gehören. Ich habe definitiv mehr zu bieten als nur zwei Brustimplantate, über die ich mich identifizieren kann.

Warum hattest du dich überhaupt für die Brustvergrösserung entschieden?
Damals wünschte ich mir nichts mehr. Ich hatte von Natur aus ein perfektes C-Körbchen, trainierte mir aber alles auf ein A-Körbchen weg. Ich wollte grössere Brüste. Für mich drehte sich damals alles nur um die Schönheit, das Äussere.

Hätten die Brüste damals nicht eine Grösse kleiner ausfallen können?
Die Erwartungen an mich waren klar: Es muss gross und rund sein, damit es in die Szene passt. Ich erinnere mich, wie mein damaliger Coach aus Los Angeles mich zur OP-Besprechung in Newport Beach begleitete und mitgeredet hat, damit auch alles richtig kommt.

Welche Rolle spielte dein persönliches Umfeld beim Entscheid, die OP rückgängig zu machen?
Mein Freund (Rapper Mimiks, Anm. d. Red.) hat einen sehr positiven Einfluss auf mich. Er hat mich wieder auf den Boden geholt und sehr viel dazu beigetragen, dass ich wieder zu mir selber gefunden habe. Und den Mut habe, mich selber zu sein – ohne Plastik und sonstiges Tam-Tam.

Hast du Angst vor dem Eingriff? Und dem Resultat?
Klar habe ich Respekt, ob ich mir dann gefalle und wie meine natürlichen Brüste ohne Brustimplantate aussehen werden.

Machst du dir Gedanken über die Reaktionen der Fans?
Mein Manager meinte zu mir: «Bist du zu 100 Prozent sicher? Vielleicht werden sich auch einige Werbepartner und Fans von dir abwenden.» Aber davor habe ich keine Angst. Diejenigen, die sich deswegen von mir abwenden wollen, egal ob Sponsoren oder Fans, dürfen das gern. Ich will echte Kooperationspartner und Fans, die mich cool finden, weil ich ich bin.

Stellst du einen Trend zu mehr Natürlichkeit fest?
Im Fitness-Business definitiv nicht. Da streben fast alle nach wie vor grosse und runde Brüste an. Der Fake-Look ist in der Fitnessszene noch immer erste Wahl.

Wann ist der OP-Termin?
Es steht noch eine letzte Detail-Besprechung mit dem Arzt an, bevor wir den Termin festmachen. Es wird aber im September in der Lucerne Clinic sein. Es wird kein leichter Eingriff, da ich bereits Narben habe und möglichst keine weiteren will.