Tschüss Rampenlicht

20. November 2017 05:44; Akt: 20.11.2017 12:23 Print

Nemo zieht sich zurück

von Katja Fischer - Sein neues Werk ist auch ein Abschiedsgeschenk. Zumindest vorübergehend: Nach zwei Jahren auf der Überholspur legt der Bieler Sänger Nemo (18) eine Pause ein.

Nemo erzählt, wie es ist, beim Einkaufen plötzlich erkannt zu werden und was er für seine Auszeit plant. (Video: Philipp Stirnemann/Schimun Krausz / Interview: Katja Fischer)
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Nemo, 2017 war ziemlich turbulent bei dir. Was war das Verrückteste?
Schwierig, da etwas herauszupicken. Es ist so viel passiert. 2017 ist das crazyeste Jahr, das ich je erlebt habe!

Umfrage
Wie findest du es, dass Nemo eine Pause machen will?

Dann erzähl von ein paar Highlights.
Der Gurten war eins. Für jeden, der wie ich aus der Umgebung kommt, ist es speziell, dort oben zu spielen. Die Waldbühne ist eine der speziellsten Bühne der Schweiz. Es war voll, die Leute waren da und sie hatten Lust, mitzuhören. Das war krass.

Hat dich der Hype um dich überrollt?
Der Hype, wenn man das so nennen will, kam zum Glück in angenehmen Häppchen. Erst war der Virus Bounce Cypher, tags drauf waren mehr Leute auf meiner Facebook-Seite. Dann kam die EP raus, die gut ankam. Dann folgten Konzerte. Alles kam nach und nach.

In einem Song auf deiner neuen EP beschreibst du, wie dich alle anstarren. Wie du für nichts mehr Zeit hast. Dass du dich wie ein Kunstwerk fühlst.
Die Metapher fand ich schön. Das ist eine Kunstform, keine hundertprozentige Realität. Ich versuche, mit solchen Bildern zu verdeutlichen und zu übertreiben. Würde ich nur Dinge thematisieren, die ich tatsächlich erlebe, wärs langweilig.

Trotzdem: Wenn du heute einkaufen gehst, wirst du doch bestimmt erkannt und angesprochen.
Das gibts ab und zu, aber es ist erträglich. Und die anderen zehn Leute in der Migros schauen einfach rüber und fragen sich, wer das wohl ist.

In welchen Momenten kann es zu viel werden?
An Festivals zum Beispiel. Wenn ich übers Gelände gehe und eigentlich nur ein Konzert anschauen möchte. Aber ich sage den Leuten dann, dass wir gerne nach dem Konzert Fotos machen können.

Rapper Nemo macht Pause

Du gibst noch fünf Konzerte, dann legst du eine Pause ein. Warum?
Das braucht es ab und zu. Wenn man ständig Output liefert, kommt das kreative Auftanken zu kurz. Ich will mir im nächsten Jahr mehr Zeit nehmen zum Schreiben und zum Musik machen. Mal schauen, was aus mir raussprudelt. Alles andere will ich mal auf Eis legen.

Ziehst du die Notbremse?
Nein. Geht es nach meiner Energie oder Lust, würde ich noch vier, fünf, zehn Jahre so weitermachen. Aber ich merke: Wenn ich Konzerte gebe, Schule habe, EPs herausbringe, da und hier noch was mache, komme ich am Abend nach Hause und bin nicht mehr bereit, etwas zu produzieren oder zu schreiben.

Du singst «Du häsch gseit, ich ha kei Ziit me für di» – blieb auch die Liebe auf der Strecke?
Das ist ein Thema, das ich gerne für mich behalte.

Was willst du sonst noch mit deiner frei gewordenen Zeit anstellen?
Ich fänds cool, im neuen Jahr reisen zu gehen. Noch ein paar andere Flecken auf der Welt kennenzulernen. Ich könnte in den Semesterferien spontan für zwei Monate wegfahren, das war bislang nicht möglich. Und ich freue mich auf mehr Zeit mit Freunden und der Familie.

Hast du keine Angst, nach der Auszeit nicht mehr am Erfolg anknüpfen zu können?
Damit muss man immer rechnen. Es kann genauso gut sein, dass ich noch zwei Jahre wie bis anhin weitermache und dann alle finden, jetzt ist gut, mach mal was anderes. Ich glaube nicht, dass man das beeinflussen kann. Wenns nicht mehr klappt, mache ich halt was anderes.

Wie lange müssen wir denn auf dich verzichten?
Das ist noch nicht klar. Länger als ein Jahr wahrscheinlich nicht. Aber vielleicht bin ich ja auch so im Flow und bleibe zwei Jahre weg. Dann gibts anschliessend dafür gleich fünf Alben auf einmal. Nein im Ernst, ich weiss es nicht. Ich habe mir keine Limite gesetzt.

Noch ist er nicht weg: Im Dezember spielt Nemo fünf Shows, unter anderem als Support von Lo & Leduc. Am Wochenende hat er zudem die neue EP Fundbüro mit fünf Songs veröffentlicht, darunter der Hit «Du».

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Fred am 20.11.2017 06:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Cleverer Bursche

    Cleverer Bursche, der sein Leben selber leben will und nicht gelebt werden will. Kommt gut!

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  • bepa am 20.11.2017 06:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super!!

    hoffentlich hält sich auch SRF 3 daran und spielt nicht nonstop seine Songs - unerträglich!

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  • ch.r. am 20.11.2017 06:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Endlich

    Gott Sei Dank hat ers endlich selber gemerkt!Ich vermisse Ihn gar nicht!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Da Rude am 20.11.2017 15:21 Report Diesen Beitrag melden

    Sandstorm

    Was ist es für eine Musik, welche im Video zwischen den Fragen gespielt wird? Shazam konnte nicht helfen.

  • Du Eriii am 20.11.2017 15:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ??

    Wer ist das?

  • Wissender am 20.11.2017 14:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    S Fischli macht de Rüggeschwumm

    Hoffentlich sucht sich jetzt SRF3 ein neues "CH-Rap Wunderkind", dass vielleicht diesmal auch wirklich rappt. Gäbe genug die mir hier in den Sinn kommen.

  • musicmaster am 20.11.2017 14:38 Report Diesen Beitrag melden

    Wer ist das?

    Noch nie von Nemo gehört. Das ist aber nicht derselbe Nemo von Jules Verne?

    • Nguetta am 20.11.2017 16:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @musicmaster

      Sieht nicht aus wie ein Kapitän... und auch nicht wie ein Clown-Fisch... keine Ahnung. Kann ihn nirgends zuordnen.

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  • Master Chief am 20.11.2017 14:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    grosses danke

    hoffentlich werden seine songs auch aus dem radio verbannt.. wenigsten für ein paar wochen. wie bei so vielen schweizer "musikern" sind die songs einfach nur nervig, schlecht und werden hunderte mal am tag gespielt.. unerträglich!