Turteln in Dubai

01. Mai 2018 12:34; Akt: 01.05.2018 16:39 Print

Dieser Kuss von Tamynique ist verboten

Tamy Glauser und Dominique Rinderknecht sind in die Vereinigten Arabischen Emirate gereist. Gleichgeschlechtliche Liebe ist dort tabu und kann mit Haft bestraft werden.

Schwer verliebt: Tamy Glauser und Dominique Rinderknecht alias Tamynique weilen in Dubai. (Video: Instagram/Tamedia)
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Lachend schlendern sie durch die Strassen, Dominique Rinderknecht (28) legt die Hand auf die Schulter ihrer Freundin Tamy Glauser (33) und blickt verliebt in die Kamera. «Schau, dass du mir nicht zu nahe kommst», sagt Tamy lachend. Und drückt Dominique ein Küsschen auf die Wange.

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Ferien in Dubai als homosexuelles Paar – was halten Sie davon?

Zwei verliebte Frauen teilen eine Instagram-Story aus ihren Ferien, so weit so unspektakulär. Doch Tamynique haben Dubai als Reiseziel gewählt, Tamys Vater lebt dort. Die Stadt gibt sich in verschiedenen Bereichen zwar liberal. Trotzdem: Homosexuelle gibt es dort offiziell nicht. Zärtlichkeiten unter Personen gleichen Geschlechts sind illegal.

«Leben am Limit»

Und die Strafen sind mitunter happig. Wegen «unanständiger Taten» sind 2008 beispielsweise eine Bulgarin und eine Libanesin zu je einem Monat Haft verurteilt worden. Sie hatten sich an einem öffentlichen Strand geküsst und berührt. 2012 blühten zwei männlichen Touristen sogar je drei Jahre Gefängnis, nachdem sie beim Sex in der Öffentlichkeit erwischt wurden.

Dass ihre öffentlichen Zärtlichkeiten verboten sind, wissen auch Model Tamy und Moderatorin Dominique. «Gezwungenermassen passen wir uns an und sind für unsere Verhältnisse sehr zurückhaltend», so Dominique zu 20 Minuten. «Aber zwischendurch geben wir uns ein Müntschi so unfauffällig wie möglich», sagt Tamy. «Und für verliebte Blicke landet man unseres Wissens nicht im Gefängnis», fügen beide unisono an.

Die zwei Turteltauben versuchen, mit den strengen Regeln ihrer Feriendestination auf humorvolle Art umzugehen. «Living on the Edge» (Leben am Limit) schreiben sie zu einem Insta-Post auf ihrem gemeinsamen Profil, auf dem Tamy ihre Hände von hinten auf Dominiques Busen legt. Aufgenommen ist das Bild wohl im Garten der Hotelanlage, wo sie keine Konsequenzen zu befürchten haben. Auf den Post setzen die beiden einen Stempel mit den drei Buchstaben «PDA» – was im Englischen eine gängige Abkürzung für «öffentliche Liebesbekundung» ist.

living on the edge 😱😂 #tamynique #🏳️‍🌈

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Es sind Posts, die auch nach hinten losgehen könnten, wie erst kürzlich eine andere prominente Person erfahren musste. Die deutsche Sängerin Sarah Lombardi (25) machte im März ebenfalls Ferien in den Vereinigten Arabischen Emiraten und widersetzte sich den dortigen Kleidervorschriften. Im knappen Ouftit zeigte sich sich am Hafen von Dubai und löste damit einen regelrechten Shitstorm aus.

Klare Statements setzen

Tamynique dagegen ernten für ihre Offensive Zuspruch. «Das sieht toll aus, weiter so!», lautet ein Kommentar zu einem ihrer Post. Ein anderer Follower findet es «schrecklich», dass sich die beiden in der Öffentlichkeit nicht einmal küssen dürfen.

Seit ihrem Liebes-Outing vor eineinhalb Jahren zelebrieren Tamynique ihre Beziehung bei öffentlichen Events und in den sozialen Medien. Und machen sich gemeinsam für Homo-Rechte stark. Auch in ihren Ferien. Ihr jüngstes Statement setzen sie mit einem Plüschtier-Äffchen in Regenbogen-Farben aus dem Casino ihres Hotels: «Lernt unser neustes Familienmitglied kennen: Rainy Bowie.»

meet our latest family member RAINY BOWIE 🌈💕

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(kfi)