18. Mai 2007 00:03; Akt: 18.05.2007 00:07 Print
Schwulen-Flyer an Schulen: Widerstand
Die Berner Jugendgruppe für schwule und bisexuelle Jungs macht mobil: Um neue Mitglieder zu gewinnen, hängt sie kantonsweit Gay-Plakate an Schulen auf. Doch die Aktion stösst auf Widerstand.
«Auf Pausenplätzen ist die Akzeptanz von Schwulen leider noch gering», sagt Rolf Wenger von ComingInn. Darum will die einzige Berner Jugendgruppe für Homo- und Bisexuelle bis 27 Jahre gerade dort auf sich aufmerksam machen: Sie versandte an über 300 Schulen von der Sekundarstufe bis zum Gymnasium ihr neues Plakat. Zudem sollen Flyer den Bekanntheitsgrad von ComingInn steigern. «Viele Männer unserer Zielgruppe wissen nichts von einer schwulen Jugendgruppe, obwohl es ComingInn seit 15 Jahren gibt», sagt Wenger. «Wir treffen uns jeden ersten und dritten Montag im Monat zum Spielen, Kochen oder Diskutieren.» Eine Idee, die auch vom kantonalen Erziehungsdirektor, Bernhard Pulver, unterstützt wird.
ComingInn wirbt an 300 Schulen. (ComingInn)
Nichtsdestotrotz möchte Peter Bonsack, Vizepräsident der Berner EDU, die Plakataktion lieber heute als morgen abgesetzt wissen. «In der Bibel steht etwas ganz anderes», sagt er. Dass die Schulen die Plakate aufhängen, ärgert ihn. Bonsack: «Eine solche Aktion wird gefördert, während man uns nicht erlaubt, das Neue Testament an Schulen zu verteilen – das ist doch komisch.»
Eva Wirth































